Großarl: Schiedbachsperren in Rekordzeit fertig

30 Gebäude und Straßenabschnitt nun vor Hochwasser geschützt / 2,5 Millionen Euro für die Sicherheit

Salzburger Landeskorrespondenz, 23.07.2019
 

(LK) Die zweite Schutzsperre für den Schiedbach in Großarl ist fertig. In mehrerer Hinsicht ein Meisterstück, denn der Bach ist nun in Rekordzeit gezähmt worden - das Ganze sogar eine Millionen Euro günstiger als geplant. „Was hier geschaffen wurde, ist wirklich technisch bemerkenswert und das Wichtigste: Die Bewohner von rund 30 Gebäuden können nun aufatmen, auch der Straßenabschnitt, die einzige Verbindung ins Großarltal, ist nun vor Hochwasser und Muren geschützt“, so Landesrat Josef Schwaiger.

 

 

Die Anrainer des Schiedbaches sind gekommen um „ihre“ Sperren sozusagen offiziell einzuweihen – es herrscht Erleichterung. Die Bilder vom Juli 2017 haben sich eingeprägt, als eine große Mure Teile der Siedlung verschlammt hat. Das ist jetzt Geschichte – zumindest wurde alles dafür getan, was technisch möglich ist.

Doppelschlag gegen die Muren

In Großarl haben das Land Salzburg, der Bund, die Wassergenossenschaft sowie die Lawinen- und Wildbachverbauung sozusagen doppelt vorgesorgt: Ein Murbrecher und ein Dosierwerk bändigen nun nach nur 16 Monaten Bauzeit den wilden Schiedbach. Dieser hatte fast exakt vor zwei Jahren in Großarl verheerende Schäden in der Höhe von zwei Millionen Euro angerichtet. „Der Katastrophenfonds half hier mit 1,4 Millionen Euro, aber uns war es natürlich auch wichtig, vorzusorgen, die Anrainer zu schützen, so gut es geht“, betont Landesrat Josef Schwaiger.

Platz für 70.000 Kubikmeter Geröll

Nachdem der Murbrecher im Sommer 2018 fertig gestellt worden war und einen ersten Schutz bot, ist nun auch das Dosierwerk abgeschlossen. „Wir investieren pro Jahr insgesamt durchschnittlich zirka 30 Millionen Euro in Schutzbauten, aber wir können natürlich nicht überall gleichzeitig bauen“, so Schwaiger. Die Arbeit geht also nie aus, die Wildbach- und Lawinenverbauung ist zur Zeit im ganzen Land an 100 Stellen aktiv. „Die größten Projekte heuer sind unter anderem die Verbauung der Leoganger Ache, des Piesendorfer Baches und der Kötschache im Gasteinertal“, erklärt Leonhard Krimpelstätter, Leiter der Wildbach und Lawinenverbauung Salzburg.

Bürgermeister erleichtert

Der Großarler Bürgermeister Johann Rohrmoser ist jedenfalls über das Projekt, das den Schiedbach bändigt, froh. „Wer die Bilder vor zwei Jahren gesehen hat, weiß: Es war ein großes Glück, dass niemand verletzt wurde. Jetzt wurde alles Menschenmögliche getan, damit die Anrainer in Ruhe schlafen können. Außerdem war die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Wassergenossenschaft immer konstruktiv und effektiv, auch das hat die Fertigstellung in Rekordzeit ermöglicht“, so der Ortschef.

Daten und Fakten

  • Der Schiedbach wurde nach der Mure im Juli 2017 mit einem Murbrecher und einem Dosierwerk in zwei Etappen verbaut.
  • Kosten: 2,5 Millionen Euro, um eine Million weniger als veranschlagt.
  • Geschützt werden nun 30 Gebäude und die Verbindungsstraße in Großarltal.
  • Bauzeit: 16 Monate
  • Verbaut wurden 6.000 Kubikmeter Beton und 430 Tonnen Stahl.
  • Die Stauräume bieten Platz für 70.000 Kubikmeter Geröll und Holz.
  • Im Detail: Der Murbrecher wurde aus 200 Tonnen Stahl und 2.700 Kubikmeter Beton gefertigt, kann 30.000 Kubikmeter Geröll und Holz zurückhalten. Das Dosierwerk besteht aus 3.300 Kubikmeter Beton und 200 Tonnen Stahl.
  • Zusätzlich wurde auch der Abschnitt bis zur Mündung in die Großarler Ache mit 5.000 Tonnen Wasserbausteinen gesichert.
  • Finanziert wurde die Sicherung durch Bund (62 %), Land Salzburg (15,5 %), die Landesstraßenverwaltung (8,0 %) und die Wassergenossenschaft Schiedbach
  • (14,5 %). LK_190723_70 (mel/kg)

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Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum