411 Millionen Euro für ein verlässliches Sozialsystem

Sozialbericht 2018 erstmals auch in leichter Sprache erschienen

Salzburger Landeskorrespondenz, 24.07.2019
 

(LK)  411 Millionen Euro standen im Jahr 2018 für ein „soziales Salzburg“ zur Verfügung. Das sind 14,6 Prozent der Gesamtausgaben des Landes. Knapp die Hälfte davon wurde für Pflege und Betreuung aufgewendet. Das geht aus dem aktuellen Sozialbericht hervor, der heuer zum 20. Mal erscheint.

 

 

„Der Bericht zeigt ein Salzburg mit einem stabilen sowie leistungsstarken Netz und dokumentiert ein Land, das zusammenhält“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. Abteilungsleiter Andreas Eichhorn ergänzt: „Der Sozialbericht hat sich zu einer etablierten Planungsgrundlage entwickelt. Erstmals wird auch eine eigenständige Ausgabe in leichter Sprache erscheinen.“

 

 

Angebote für Selbstbestimmung und Teilhabe weiter ausgebaut

Der Bericht zeigt: Angebote, die mehr Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglichen, sind auch 2018 weiter ausgebaut worden. Dokumentiert sind weiters ein Rückgang bei der Zahl der Mindestsicherungsbeziehenden, der Rückbau von Grundversorgungseinrichtung, die Weiterentwicklung bei Leistungen für Menschen mit psychischen und Sucht-Erkrankungen sowie bei der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Am Beispiel der Elternberatung wird deutlich, wie sich das Verständnis von der Fürsorge hin zu einem präventiven Hilfsangebot gewandelt hat. Und: Auch aus dem Sozialbericht geht hervor, dass Pflege die große Herausforderung bleiben wird.

Erfolge für ein inklusives Miteinander

Vor allem teilbetreutes oder mobilbetreutes Wohnen ist in den vergangenen Jahren erweitert worden: Beinahe ein Viertel aller Wohnplätze für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen ermöglicht heute diese selbstbestimmtere Form des Wohnens. Erfolgreich war das Pilotprojekt persönliche Assistenz, gleichzeitig startete der Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen nach dem Motto „Nichts über uns ohne uns“. Ein wichtiges Standbein in diesem Bereich ist der Psychosoziale Dienst mit Betreuungsstellen neben der Landeshauptstadt auch in den Bezirken (St. Johann im Pongau, Tamsweg und Zell am See).

Rückgang bei Zahl der Bezieher von Mindestsicherung

Die Zahl der durch Mindestsicherung unterstützten Personen war 2018 rückläufig. Im Landesdurchschnitt gab es fünf Prozent weniger beziehende Personen als noch 2017. 32 Prozent der 8.426 Personen in der Mindestsicherung sind Kinder bis 18 Jahre. Knapp sieben Prozent der Beziehenden waren über 65 Jahre alt. Jede zehnte durch Mindestsicherung unterstützte Person verfügte über ein Einkommen aus Berufstätigkeit. 48,1 Prozent verfügten über kein Einkommen. Die Zahl der Arbeitslosen und Notstandshilfebeziehenden betrug insgesamt 13,2 Prozent. „Dieses gut funktionierende System zu ändern, ist aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbar“, stellt Schellhorn fest. Neben der finanziellen Unterstützung für Lebensunterhalt und Wohnen wurden auch die Beratungs-, Arbeits- und Wohnprojekte weiter gestärkt und dafür 5,87 Millionen Euro bereitgestellt.

Geordneter Rückbau von Grundversorgungseinrichtung

Durch den Rückgang der Zahl der Asylanträge gingen auch die Anzahl der organisierten Quartiere und der privat wohnhaften Asylwerbenden deutlich zurück, und zwar von 149 zu Jahresbeginn 2018 auf 103 bis Jahresende. Damit wurden insgesamt 910 Plätze in organisierten Quartieren abgebaut. Die Zahl der Personen in Grundversorgung ging um etwa 1.100 Personen beziehungsweise 36,2 Prozent zurück.

Pflege als große Herausforderung

Die Angebote wurden in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut. Aufgrund des demographischen Wandels und wegen der Abschaffung des Pflegeregresses haben sich die Zahlen schnell geändert. Der Trend geht Richtung Betreuung zuhause. Rund 6.300 Personen nehmen bereits Haushaltshilfe oder Hauskrankenpflege in Anspruch. 2018 wurden dafür um 100.000 Stunden mehr geleistet als 2014. Auch bei den Tageszentren ist eine steigende Entwicklung sichtbar. Waren es im Jahr 2015 noch 252 Plätze, sind es 2018 bereits 304 Plätze.

411 Millionen Euro

Von den 411 Millionen Euro Sozialbudget wurden 172,8 Millionen für Pflege und Betreuung ausgegeben, mit 45 Prozent der größte „Brocken“. 2019 sind nun fast 200 Millionen Euro budgetiert. 26 Prozent entfielen auf Unterstützungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen, je elf Prozent auf Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und auf Unterstützungen durch die Mindestsicherung. Acht Prozent machten Auszahlungen in der Grundversorgung aus. Insgesamt sind die Ausgaben für Soziales um 4,5 Prozent gestiegen - hauptsächlich bei Pflege und für Menschen mit Behinderungen. In der Mindestsicherung sanken die Kosten von 45,1 auf 42,3 Millionen Euro, in der Grundversorgung von 40,7 auf 30,7 Millionen Euro. LK_190724_50 (grs/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum