Soforthilfe für Rußbach aus dem Katastrophenfonds

70.000 Euro für Leerung der Sperren im Lammertal / Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert /Intensive Aufräumarbeiten

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.07.2019
 

(LK) Das Wasser kam am Montag in den frühen Morgenstunden. Das Ortszentrum von Rußbach stand teilweise unter Wasser, zwei Brücken auf der Pass Gschütt Straße wurden schwer beschädigt beziehungsweise weggerissen, sodass die Verkehrsverbindung nach Abtenau weiterhin gesperrt bleiben muss. Das Lammertal war von den massiven Regenfällen besonders stark betroffen. Weitere Hotspots gab es auch im Oberpinzgau. Landesrat Josef Schwaiger machte sich am Nachmittag ein Bild von der Lage im Tennengau.

„Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Es entstand jedoch großer Schaden an der Infrastruktur“, so Landesrat Josef Schwaiger, der sich am Montagnachmittag bei allen Feuerwehrleuten und sämtlichen Helfern, die seit Stunden im Einsatz sind, direkt im Lammertal bedankte. „Das Land wird über den Katastrophenfonds sofort Geld für die dringendsten Maßnahmen zur Verfügung stellen. Für Anträge von Privatpersonen ist dabei die Gemeinde erster Ansprechpartner“, versprach Landesrat Schwaiger. Für die Räumung der Geschiebesperren wurden 70.000 Euro bereitgestellt. Außerdem gibt es zusätzliches Geld für die dringendsten Arbeiten an weiteren Bächen in Rußbach, Abtenau und Scheffau.

Verbauungen haben Schlimmeres verhindert

Erst in den vergangenen Jahren wurde in Rußbach der Schutz vor Hochwasser und Muren verstärkt. Sechs Geschiebesperren aus den 1980er Jahren wurden von 2012 bis 2017 saniert und zwei weitere sind dazugekommen. „Diese haben Geröll und Holz zurückgehalten und auch die Ufersicherungen im Ortsgebiet haben noch Schlimmeres verhindert. Wären die Sperren nicht da gewesen, wäre im Zentrum selbst kein Stein auf dem anderen geblieben“, so Schwaiger. In den kommenden zwei bis drei Wochen werden die Sperren vollständig geräumt sein, damit sie wieder voll funktionsfähig sind.

B166 ab der Neuhausbrücke weiterhin gesperrt

Die starken Niederschläge haben seit der zweiten Nachthälfte die Behörden sowie Einsatz-, Hilfs- und Rettungsorganisationen stark gefordert. In Rußbach sind der Randobach und Rußbach über die Ufer getreten, wovon etwa 15 Gebäude betroffen waren. Der Ort war einige Stunden lang auf der Straße nicht zu erreichen. Daher wurde Zivilschutzalarm ausgelöst, der mittlerweile aufgehoben ist.

Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert

Auf der Verbindung nach Abtenau wurde die Neuhausbrücke weggerissen und auch die Schwaighofbrücke ist beschädigt. Die B166 bleibt ab der Neuhausbrücke voraussichtlich für längere Zeit gesperrt. Zwischenzeitlich wurde von der Bezirkshauptmannschaft Hallein das Bundesheer um Unterstützung gebeten. Über einen Assistenzeinsatz soll die weggerissene Verbindung durch eine Pionierbrücke provisorisch ersetzt werden.

Rußbach von Gosau aus zu erreichen

Seit dem Vormittag ist die B166 über den Pass Gschütt nach Gosau wieder offen und von dort kam auch Unterstützung für die Feuerwehr und die übrigen Helfer in Rußbach. Auch in Abtenau und Scheffau waren die Feuerwehren im Einsatz, um Verklausungen zu lösen und kleinräumige Überflutungen zu beseitigen.

Schutzmaßnahmen im Oberpinzgau

Hochwasserschutzmaßnahmen waren auch im Oberpinzgau notwendig. Von Neukirchen bis Uttendorf gab es kleinere Ausuferungen. In Mittersill wurden in der Nähe des Bahnhofes Dammbalken-Verschlüsse errichtet, wodurch der Zugverkehr nach Krimml bis gegen 13.00 Uhr unterbrochen war und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wurde. Die Hubbrücke musste nicht aktiviert werden. Bereits im Laufe des Vormittags entspannte sich die Lage und die Pegelstände sanken.

Radweg-Unterführungen in der Landeshauptstadt gesperrt

In den Nacht- und Morgenstunden sind im Oberpinzgau, Tennengau und Flachgau Niederschläge von bis zu 125 Millimeter gefallen. In der Stadt Salzburg, mussten der mobile Hochwasserschutz aufgebaut und Radweg-Unterführungen gesperrt werden. Insgesamt standen heute am Vormittag 35 Feuerwehren bei 86 Einsätzen und 675 Mann im Einsatz.

Kommende Nacht weitgehend trocken

Laut den Prognosen der ZAMG wird sich die Lage weiter entspannen: Der Nachmittag bringt heute nur mehr unergiebige Regenschauer, am ehesten an der Alpennordseite. Die Nacht auf Dienstag verläuft weitgehend trocken. LK_190729_23 (kg/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum