Das Naturjuwel Wasenmoos am Paß Thurn wächst

Oberpinzgauer Ramsar-Schutzgebiet wurde um 30 Hektar erweitert / Neues Buch zeigt die kleinen Naturwunder

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.08.2019
 

(LK) Es gibt große Wunder, die viele ganz kleine beinhalten. Genau das trifft auf das Wasenmoos zu. Am Oberpinzgauer Paß Thurn wurde das besondere Schutzgebiet nun von 190 auf 220 Hektar erweitert. Zu verdanken ist das unter anderem dem wohl größten Fan. Wolf Kunnert hat die Besonderheiten penibel erfasst und auch fotografisch festgehalten, einzigartige seltene Arten, die hier in diesem Mikrokosmos entstanden sind. Seine Erkenntnisse hat er nun publiziert, „was das Wasenmoos seinen Besuchern auf informative Art und Weise näher bringt“, schwärmt Naturschutzlandesrätin Maria Hutter.

 

 

Und genau um das geht es hier: Erlebbare Naturwunder fördern das Verständnis zum Schutz dieser, „so steigt die Achtung davor, indem wir das Besondere erkennen“, ist Landesrätin Maria Hutter überzeugt. Sie hatte heute als Pinzgauerin Heimvorteil als sie das Wasenmoos in Mittersill besuchte. „Für mich ein ganz besonderer Platz auf 1.200 Metern Seehöhe. Ein spezielles Mikroklima, besondere Topographie und sozusagen ein eigener Wasserhaushalt ließen hier die kleinen Naturwunder entstehen. Und damit diese auch entdeckt werden, kann man das Feuchtgebiet erwandern und wird durch Hinweistafeln ausführlich informiert.“

Das Wasenmoos unter der Lupe

Das wird man auch durch die neue Publikation „Das Wasenmoos am Paß Thurn“, die unter der Federführung von Wolf Kunnert entstanden ist. „Sie ist das Ergebnis langjähriger und intensiver Arbeit, ich denke ein Wissensschatz von überregionaler Bedeutung“, so der Autor und Fotograf, der das Ramsar-Schutzgebiet wie seine Westentasche kennt und bei den Einheimischen „Mr. Wasenmoos“ genannt wird. „Dass ich diese Erkenntnisse nun weitergeben darf, freut mich. Wunder werden ja definitiv größer, wenn man sie teilt“, so Kunnert. Und das Moos „wächst“ tatsächlich, das Schutzgebiet wurde per Mai 2019 um 30 Hektar auf 220 Hektar erweitert.

Nur 23 Ramsar-Schutzgebiete in Österreich

Welch große Bedeutung die Moore am Paß Thurn haben, wird erst richtig klar, wenn man weiß, dass es nur 23 Ramsar-Schutzgebiete in ganz Österreich gibt. Benannt ist das Abkommen nach einer Konvention, die 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnet wurde. Sie schafft als zwischenstaatlicher Vertrag die Rahmenbedingungen für die internationale Zusammenarbeit zur Erhaltung und wohlausgewogenen Nutzung von Feuchtlebensräumen. Österreich trat der Konvention 1983 bei. Mit Inkrafttreten ist Österreich verpflichtet, die Erhaltung der Feuchtgebiete zu fördern. Das Wasenmoos ist seit 1978 Naturdenkmal, seit 2004 Ramsar-Schutzgebiet. LK_190821_70 (mel/kg)

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Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum