Auch 9.001 Pädagogen starten ins neue Schuljahr

83 neue Volksschul-Lehrkräfte erhalten heute ihr Bachelor-Diplom / Interview mit Junglehrerin Tiziana Beyer

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.09.2019
 

(LK)  Am Montag startet das Schuljahr für insgesamt 9.001 Pädagoginnen und Pädagogen, davon 102 „Neue“ im Pflichtschulbereich. Weitere werden aufgrund offener Ausschreibungen laufend dazukommen. An der Pädagogischen Hochschule Salzburg (PHS Stefan Zweig) schlossen gerade die ersten Primarstufen-Lehrerinnen und -Lehrer ihr Studium nach den neuen Lehrplänen ab. 83 Volksschul-Lehrkräfte erhalten heute, Donnerstag, bei der Graduierungsfeier in Salzburg ihr Bachelor-Diplom überreicht.

„Lehrerin oder Lehrer zu sein, ist ein anspruchsvoller, aber zugleich auch äußerst erfüllender Beruf“, so Landesrätin Maria Hutter. Sie spricht aus eigener Erfahrung. „Die praxisorientierte Ausbildung sorgt dafür, dass sich Studierende schon während dieser Zeit ein klares Bild von den Aufgaben machen können.“

Vom Journalismus ins Klassenzimmer

Eine der 83 neuen Bachelors ist Tiziana Beyer. Die 30-Jährige aus Niederalm startet nächste Woche als Volksschullehrerin in Neumarkt am Wallersee. Es ist für die ausgebildete Journalistin und Magistra in Kommunikationswissenschaft ein neuer Lebensabschnitt, auf den sie sich freut. Das Masterstudium Primarstufenpädagogik, das im Oktober startet, macht sie berufsbegleitend. Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat mit ihr gesprochen.

„Ein schönes Gefühl, Vertrauensperson sein zu können“

LMZ: Abgesehen von Ihrer Ausbildung, die für alle gleich ist: Was ist Ihr ganz eigener Ansatz beim Unterrichten?

Beyer: Wenn ich nach den Rückmeldungen gehe, bin ich eher eine warmherzige und lustige Lehrerin mit einem notwendigen Maß an Strenge. Wichtig ist mir, dass sich meine Schulkinder wohl fühlen und mir vertrauen. Denn so lernen sie am besten.

LMZ: Oft hört man von großen Problemen im Klassenzimmer. Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht? Und woher bekommen Sie Unterstützung?

Beyer: Also, keine einzige Einrichtung, an der ich während meiner Ausbildung tätig war, habe ich persönlich als Brennpunktschule empfunden. Im Falle des Falles kann ich mich an die psychologische Beratungsstelle der Pädagogischen Hochschule wenden. Es gibt regelmäßige Fortbildungen, und natürlich kann ich auch jederzeit meine Kolleginnen und Kollegen um Rat und Unterstützung fragen.

LMZ: In welchen Momenten wissen Sie: Genau deshalb bin ich Lehrerin.

Beyer: Wenn ich die Kinder mit dem Unterricht auch zum Lachen bringe und sie erkennen, Schule ist nicht nur Lesen, Schreiben, Rechnen. Es gibt immer wieder sehr emotionale Momente: Einmal hat sich ein Kind mir anvertraut, weil seine Oma im Krankenhaus lag. Das ist ein schönes Gefühl, Vertrauensperson sein zu können, wenn man gebraucht wird.

9.001 Lehrer starten Unterricht

In der beginnenden Saison unterrichten 9.001 Pädagoginnen und Pädagogen, davon 5.591 an Pflicht- und 3.410 an höheren Schulen. Im Pflichtschulbereich sind es 2.420 an Volksschulen, 2.204 an Neuen Mittelschulen, 145 an Polytechnischen Schulen, 458 an Sonderschulen und 364 an den Landesberufsschulen. Bei den höheren Schulen unterrichten 1.679 Lehrpersonen an allgemeinbildenden höheren Schulen, 1.613 an berufsbildenden höheren und mittleren Schulen und 118 an Bundesanstalten für Elementarpädagogik.

Gute Berufschancen in Volks- und Sonderschulen

Für neu eintretende Lehrerinnen und Lehrer gilt ab sofort das neue Dienstrecht mit attraktiveren Einstiegsgehältern bei einer flacheren Gehaltskurve. Vor allem in den Volksschulen und Sonderschulen bestehen gute Berufschancen. Wenig Angebot gibt es in den Fächern Psychologie und Philosophie, Geschichte, Geographie und Romanische Sprachen. „Für Interessierte empfiehlt es sich, regelmäßig auf die aktuellen Stellenausschreibungen auf der Webseite der Bildungsdirektion zu schauen“, informiert Bildungsdirektor Rudolf Mair. LK_190905_50 (grs/mel)

Medienrückfragen: Christian Blaschke, Büro Landesrätin Maria Hutter, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum