Hochdotierte EU-Förderung für Salzburgerin

Belinda Pletzer erforscht, wie sich die Antibabypille auf das Gehirn auswirkt

Salzburger Landeskorrespondenz, 11.09.2019
 
(LK)  Zehn Wissenschafterinnen und Wissenschafter an österreichischen Universitäten erhalten eine Förderung des Europäischen Forschungsrats (ERC). Belinda Pletzer von der Paris-Lodron-Universität Salzburg zählt dazu. Europaweit werden insgesamt 408 Start-Stipendien im Gesamtvolumen von 621 Millionen Euro vergeben.

„Die Auswahl einer Forscherin der Universität Salzburg neben acht weiteren aus dem Großraum Wien sowie einem aus Innsbruck belegt die Konkurrenzfähigkeit des Forschungsstandorts Salzburg“, zeigt sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer über die Zuerkennung erfreut. Für Landesrätin Andrea Klambauer, zuständig für die Wissenschaft im Land, hat Belinda Pletzer diese Förderung für ihre herausragende Forschung mehr als verdient. „Sie arbeitet an einem für Frauen sehr wichtigem Thema, nämlich wie sich hormonelle Verhütung auf das Gehirn auswirkt. Es ist beeindruckend, wie sie ihre Arbeit als Wissenschafterin und ihre Familie mit vier Kindern vereinbart. Sie ist für den Forschungsstandort Salzburg eine enorme Bereicherung.“

Was die Pille mit dem Gehirn anstellt

Die zweifache Doktorin, Vierfach-Mama und vierfache Magistra Pletzer forscht am Zentrum für Neurokognitive Forschung der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Bereits mit ihrer Dissertation untersuchte die damals 27-Jährige 2010 weltweit erstmals die Auswirkungen der Antibabypille auf das weibliche Gehirn und sorgte damit in der Fachwelt für Furore. „Als Medikament ist die ‚Pille‘ zwar umfangreich untersucht, ihre Auswirkungen auf das Gehirn jedoch kaum. In einem ersten großangelegten Projekt vergleichen wir Frauen vor, während und nach der Einnahme und wollen so herausfinden, ob es Gehirnregionen gibt, die auf die Einnahme ansprechen und ob dieser Einfluss rückgängig gemacht werden kann, wenn sie die Frauen wieder absetzen“, so die Forscherin.

Wichtige Absicherung für Spitzenforschung

Mit den Stipendien werden rund 2.500 Stellen für Doktoranden, Postdoktoranden und anderes Personal geschaffen. Erforscht werden unter anderem die Rolle des Finanzsystems beim Übergang zu einer CO2-freien Zukunft, das Verhalten von Neuronen bei Alzheimer und der Umgang mit ansteigenden Meeresspiegeln in Europa. LK_190911_61 (sm/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum