Verbauung des Manlitzbachs in Uttendorf besiegelt

Nach Hochwasser rasch gehandelt / 5,2 Millionen Euro schützen 450 Gebäude / Arbeiten beginnen jetzt

Salzburger Landeskorrespondenz, 20.09.2019
 

(LK)  1. Juli 2019. Die Verwüstungen durch eine riesige Mure in Uttendorf sind im Gedächtnis geblieben, der Manlitzbach hat nach starken Regenfällen innerhalb von nur 30 Minuten einen Schaden von 4,8 Millionen angerichtet. „Das ist alleine der Sachschaden, aber auch Menschenleben waren hier gefährdet. Daher wusste ich schon beim ersten Lokalaugenschein am nächsten Tag, dass wir hier schnell die Bewohner schützen müssen. Mit dieser Unterschrift heute haben wir das besiegelt“, so Landesrat Josef Schwaiger heute in Uttendorf.

Es ist ein feierlicher und zugleich wichtiger Augenblick für die Uttendorfer, als Landesrat Josef Schwaiger, Florian Rudolf-Miklau und Leonhard Krimpelstätter von der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie Bürgermeister Hannes Lerchbaumer und Jakob Brugger, Obmann der Wassergenossenschaft Manlitzbach, die Entschärfung der Gefahrenstelle fixierten. 5,2 Millionen werden investiert, damit 450 Gebäude, zirka 1,6 Kilometer Landesstraße sowie die Trasse der Pinzgaubahn, sechs Kilometer Gemeindestraße und andere wichtige Infrastruktur vor weiteren Muren und Hochwasser soweit es geht geschützt werden. Die Kosten teilen sich Bund (60 Prozent), Land Salzburg (15 Prozent) und die Interessenten (25 Prozent). In zwei Jahren soll der Großteil fertiggestellt sein.

Schwaiger: „Jeder Cent ist gut investiert.“

Landesrat Josef Schwaiger war vor Ort als die Bewohnerinnen und Bewohner von Uttendorf zusammen mit den Einsatzkräften, vielen freiwilligen Helfern, Firmen und Nachbarn gegen die Schlammmassen kämpften. „Wir sehen es immer wieder, dass extreme Wetterereignisse innerhalb kürzester Zeit großen Schaden anrichten. Was geht, versuchen wir mit Schutzbauten zu vermeiden, ein Restrisiko bleibt. Aber die zusätzlichen zwei Sperren hier am Manlitzbach sind ein sehr wichtiger Schritt“, betont Landesrat Josef Schwaiger.

Rudolf-Miklau: „Viel zu tun am Manlitzbach.“

Der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Österreich, Florian Rudolf-Miklau unterstreicht bei der Finanzierungsverhandlung die Größe des Projekts in Uttendorf. „Es entstehen hier zwei neue Geschiebe-Rückhaltebauwerke, bestehende Sperren werden erhöht. Zusätzlich wird das Ufer um Siedlungsraum mit schweren Steinen gesichert und zwei neue Brücken errichtet. In steilen Bachabschnitten nahe der Waldgrenze werden die bestehenden Sperren erneuert und ergänzt“, so Rudolf Miklau.

Krimpelstätter: „Schnell reagiert.“

Der Leiter der Salzburger Wildbach- und Lawinenverbauung, Leonhard Krimpelstätter, erinnerte bei der Unterzeichnung an die vielen Sofortmaßnahmen im Juli. „Wir mussten ja alles schnell ausbaggern, um für eventuelle neue Regenfälle gerüstet zu sein und machten uns gleich an die Ufersicherung. Ein großes Kompliment an Einsatzkräfte, Behörden, Firmen und viele mehr, die hier mit uns gemeinsam so schnell reagiert haben“, betont Krimpelstätter.

Lerchbaumer. „Die Erleichterung ist groß.“

Uttendorfs Bürgermeister Hannes Lerchbaumer ist bei der Unterzeichnung des Finanzierungsvertrags jedenfalls ein Stein, wenn nicht eine ganze Mure, vom Herzen gefallen. „Ich bin sehr dankbar, dass alles so schnell gegangen ist. Wer die Verwüstung gesehen hast und die vielen betroffenen Familien und Firmen, der hat gleich gewusst, dass wir hier etwas machen müssen. Und dass jetzt im Herbst schon losgelegt wird, ist für mich der beste Beweis, dass wir niemandem egal sind, das ist schön zu sehen.“

Daten und Fakten

  • Ein kurzer, intensiver Regenguss führte am 1. Juli am Nachmittag zur Überflutung und Vermurung des Uttendorfer Ortsteils Litzeldorf.
  • Betroffen waren zirka 90 Gebäude, die Landesstraße und die Trasse der Pinzgaubahn sowie Gemeindeinfrastruktur.
  • 736 Feuerwehrleute, 50 Soldaten des Bundesheeres, Firmen, Behörden und viele anderen waren teils wochenlang mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. 70 schwere Geräte halfen Tag und Nacht.
  • Die Schadenssumme betrug insgesamt 4,8 Millionen Euro, mit 2,8 Millionen sprang der Katastrophenfonds des Landes Salzburg ein. LK_190920_70 (mel/sm)

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Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum