Vater und Sohn beim sinnlichen Augenschmaus

Gabriele Groschners neuestes Werk „Zwischen den Dingen“ behandelt Stillleben von Jan und Cornelis de Heem

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.09.2019
 

(LK)  „Zwischen den Dingen“ heißt das neueste Werk Gabriele Groschners, das gestern, Donnerstag, Abend in der Residenzgalerie in Salzburg präsentiert wurde. Es handelt sich um den zweiten Band der Reihe „Hinter der Farbe“ und beschäftigt sich mit zwei Gemälden von Jan und Cornelis de Heem, Vater und Sohn und Großmeister des sinnlichen Augenschmauses und der malerischen Erschließung der Welt aus der holländischen Hochblüte des 17. Jahrhunderts.

Erhältlich ist das 120 Seiten umfassende Buch mit Beiträgen in Deutsch und Englisch sowie zahlreichen Abbildungen im Residenz Verlag. Es widmet sich neben biografischen, historischen, philosophischen und ikonografischen Fragen insbesonders dem Raumerlebnis der beiden Stillleben von Jan und Cornelis de Heem jenseits unserer gewohnten perspektivischen Sichtweise.

Weitere wissenschaftliche Bearbeitung des reichen kulturellen Erbes

Für Wissenschaftslandesrätin Andrea Klambauer „ermöglicht die wissenschaftliche Arbeit ein umfassendes Verständnis der Bilder von Jan und Cornelis de Heem. Sie beleuchtet die Gesellschaft dieser Zeit, die von wissenschaftlichen Neuerungen und einer Glaubensspaltung geprägt war. Die Bilder zeugen vom Überfluss in einer Welt des Mangels. Vieles davon ist auch heute noch relevant. Und so ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung besonders reizvoll.“

Grundlagenforschung hinter der Farbe

Die Reihe „Hinter der Farbe“ des Residenz Verlages widmet sich der wissenschaftlichen Bearbeitung der Gemälde der Residenzgalerie. Die Grundlagenforschung erfolgt durch die Forschungsstelle Residenzgalerie des Landes. „Jan und Cornelis de Heem streben nach einem Realismus, der die Realität übersteigt. Diese Stillleben sind nicht nur bloße Nachahmung der Natur, sondern man reibt sich künstlerisch an ihr“, so Gabriele Groschner, die seit 2017 Forschungsreferentin für kunstwissenschaftliche Grundlagenforschung der Alt-Meister-Sammlung des Landes ist. Zu dieser Arbeit kann man online dem Forschungs-Blog folgen. Der erste Band der Reihe behandelt das wertvollste Gemälde der Landessammlung: Rembrandts „Betende alte Frau“.

Wie der Vater, so der Sohn

Jan Davidszoon de Heem, 1606 bis 1684, ist ein Künstler internationalen Ranges und die zentrale Figur der Stilllebenmalerei sowohl Hollands als auch Flanderns im 17. Jahrhundert. Einer seiner erfolgreichsten Nachfolger ist sein Sohn Cornelis de Heem, 1631 bis 1695, der das väterliche Vorbild mit eigenständigen Erfindungen und naturgetreuen Details bestechend umsetzt.

Imbiss mit atemberaubenden Lichtspielen

Die beiden Bilder sind im Besitz der Salzburger Landessammlung und befinden sich in der Residenzgalerie. Sie stammen aus der ehemaligen Adelssammlung Czernin und zeigen luxuriöse Imbiss-Arrangements aus Früchten, Austern und anderen Genussmitteln mit atemberaubenden Lichtspielen. LK_190927_51 (grs/ram)

Medienrückfragen: Melanie Reinhardt, Büro Landesrätin Andrea Klambauer, Tel.: +43 662 8042-4910, Mobil: +43 664 5405895, E-Mail: melanie.reinhardt@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum