Wählerstromanalyse zur Nationalratswahl 2019 in Salzburg

ÖVP gewann Stimmen von FPÖ, Grüne profitierten von NEOS und der damaligen Liste Pilz

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.09.2019
 

(LK)  Die ÖVP und die Grünen konnten ihre Stammwählerschaft mobilisieren und eine nennenswerte Zahl an Stimmen von anderen Parteien gewinnen. Dies zeigt die Wählerstromanalyse der Nationalratswahl 2019 für das Land Salzburg.

 

So konnte die ÖVP auch bei dieser Wahl ihre eigenen Wähler am stärksten mobilisieren und viele ehemalige FPÖ-Wählerinnen und –Wähler von sich überzeugen. Die Grünen erhielten neben einer ebenfalls hohen Wiederwahlquote Stimmen von ehemaligen NEOS- bzw. Liste Pilz-Wählerinnen und Wählern, informierte Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik Salzburg.

90 Prozent wählten wieder ÖVP

Rund 110.000 ÖVP-Wählerinnen und Wähler des Jahres 2017 votierten bei dieser Wahl erneut für die ÖVP, was einer beachtlichen Wiederwahlquote von mehr als 90 Prozent entspricht. Zudem konnte die ÖVP über 27.000 ehemalige FPÖ-Wählerinnen und –Wähler für sich gewinnen, denen leichte Verluste an NEOS (5.000 Stimmen) und die Grünen (4.000 Stimmen) gegenüberstehen.

Viele SPÖ-Wähler gaben keine Stimme ab

Der Verlust der SPÖ ergab sich vor allem dadurch, dass mehr als 15.000 SPÖ-Wählerinnen und –Wähler der Nationalratswahl 2017 dieses Mal der Wahl fernblieben. Da die SPÖ auch an andere Parteien leicht verlor, fiel die Wiederwahlquote mit etwa 60 Prozent (43.000 Stimmen) deutlich niedriger aus als bei der ÖVP.

FPÖ verlor vor allem an ÖVP

27.000 FPÖ-Wählerinnen und –Wähler des Jahres 2017 gaben bei dieser Wahl für die ÖVP ihre Stimme ab, 8.000 nahmen nicht an der Wahl teil. Damit votierte bei dieser Wahl nur etwa die Hälfte (36.000 Stimmen) der ehemaligen FPÖ-Wählerinnen und –Wähler bei der Nationalratswahl 2019 erneut für die FPÖ.

NEOS-Stimmen wanderten zu den Grünen

Durch den Verlust von 7.000 Stimmen an die Grünen lag die Wiederwahlquote für NEOS ebenfalls bei nur rund 50 Prozent (10.000 Stimmen). NEOS konnte ihr Ergebnis dadurch verbessern, dass sie neben den Gewinnen von anderen Parteien am stärksten ehemalige Nichtwählerinnen und –wähler (4.000 Stimmen) von sich überzeugen konnte.

Grüne profitierten am meisten von Pilz-Wählern

Auch die Grünen konnten von den anderen Parteien gewinnen, wobei die Gewinne von den sonstigen Parteien (vor allem von der Liste Pilz) mit 8.000 Stimmen und von den NEOS mit 7.000 Stimmen am höchsten waren. Zum beachtlichen Ergebnis der Grünen trug aber auch die hohe Wiederwahlquote von knapp 85 Prozent (11.000 Stimmen) bei. LK_190930_60 (sm/ram)

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