Suchtbericht: Stabile Situation in Salzburg

Problemdroge Cannabis am „beliebtesten“ / Beratungsangebote werden angenommen und wirken

Salzburger Landeskorrespondenz, 08.10.2019
 

(LK) Alkohol ist und bleibt die größte Herausforderung in der Suchthilfe. Cannabis wird bei 65 Prozent der Beratungen als Problemdroge gesehen. „Die Lage im Land ist weitgehend stabil. Salzburg ist im Bundesländer-Vergleich von der Drogenproblematik weniger betroffen und stets im untersten Drittel der Statistik“, fasst Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn die Ergebnisse aus dem aktuellen Suchtbericht des Landes zusammen.

Dennoch gehören Suchterkrankungen in Salzburg zu den häufigsten Diagnosen. „954 Beratungen zu Alkohol und 616 zu Drogen im Vorjahr machen Salzburgs professionelle und qualitätsvolle Therapiekette sichtbar. Die mit Suchtfragen befassten Salzburger Einrichtungen und die zahlreichen Vorsorgemaßnahmen arbeiten äußerst wirksam Hand in Hand“, so Schellhorn weiter.

Ältere Männer haben häufiger Alkoholprobleme

Von Alkoholproblemen sind weiterhin mehrheitlich (69 Prozent) Männer betroffen, die meisten, nämlich 57 Prozent der betreuten Personen sind zwischen 40 und 59. Ähnlich verhalten sich diese Zahlen auch bei den 678 im Vorjahr an der Christian-Doppler-Klinik und am Krankenhaus Schwarzach behandelten Alkoholpatienten. 178 Mal wurde eine Entwöhnungstherapie aufgenommen. Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch der Salzburgerinnen und Salzburger ist seit den 1970er-Jahren rückläufig und hat sich in jüngsten Jahren auf 25 Gramm Alkohol - das entspricht einer Halben Bier oder einem Vierterl Wein - eingependelt. Erfreulich ist der Rückgang des Alkoholkonsums unter Jugendlichen: Zwölf Prozent verzichten völlig auf Alkohol. Allerdings liegt Österreich im europäischen Vergleich nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt.

„Modedroge“ Cannabis, vor allem unter jungen Männern innergebirg

Seit 2007 ist die Zahl der Klienten in der Drogenberatung um 28 Prozent gestiegen. „Der überwiegende Teil kommt aus eigenen Antrieb. Die Beratungsstellen spielen eine ganz wichtige Rolle im Sinne von Frühintervention“, berichtet Franz Schabus-Eder, Suchtkoordinator des Landes. 65 Prozent der Klienten nennen Cannabis als Problemdroge, 38 Prozent Opiate wie Heroin, für 28 Prozent sind es Stimulantien wie Amphetamin oder Ephedrin, für einen gleichen Anteil ist es Kokain. Mehr als drei Viertel von jenen, die zur Drogenberatungen kommen, sind Männer, 46 Prozent sind zwischen 25- und 40, 40 Prozent unter 24. Die jüngeren sind in den Gebirgsregionen stärker vertreten als in der Stadt.

Vorbeugen und Angehörige unterstützen

„Wir legen den Fokus auch weiterhin stark auf die Suchtprävention, die vor allem auf eine suchtfreie Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen abzielt und durch entsprechende Wissensvermittlung unterstützt wird. Mir ist es ein Anliegen, in Schul-, Familien- und Jugendarbeit-Projekte zu investieren, um der Entstehung von Sucht möglichst früh entgegenwirken zu können“, betont Schellhorn. Neben der Suchtprävention ist die Erweiterung der Angehörigenberatung ein weiterer wichtiger Baustein. „Wir möchten ihnen eine stärkere Auffangstruktur bieten – das ist und bleibt in Salzburg ein unveränderter Schwerpunkt“, so Sozialreferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Schellhorn. LK_191008_60 (sm/ram)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum