Erwin-Kräutler-Preis für Gideon Pwakim aus Nigeria

Auszeichnung für Dissertation / 3.000 Euro Dotation

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.10.2019
 

(HP) Für seine befreiungstheologische und sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit religiös aufgeladenen Konflikten in seiner Heimat Nigeria wurde gestern der Priester und Theologe Gideon Pam Pwakim an der Universität Salzburg mit dem Erwin-Kräutler-Preis 2019 ausgezeichnet. „Pwakim zeigt in seiner Arbeit mögliche Wege zu Frieden und Versöhnung auf. Er reflektiert Perspektiven jeweils aus islamischem, christlichem und traditionell-afrikanischem Verständnis und beschreitet den Weg des interreligiösen Dialogs von Muslimen und Christen“, betonte Wissenschaftslandesrätin Andrea Klambauer bei der Verleihung.

Benannt ist der Preis nach dem langjährigen Bischof von Xingu/Brasilien und alternativen Nobelpreisträger Erwin Kräutler, der sich seit mehr als fünf Jahrzehnten für die Rechte der Menschen im Amazonasgebiet einsetzt. Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre vom Salzburger „Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen“ an junge Wissenschafterinnen und Wissenschafter vergeben, die sich mit jenen Fragen auseinandersetzen, für die sich Kräutler engagiert: politische Theologie, Befreiungstheologie, Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung.

Ausgezeichnete Dissertation

Heuer fiel die Entscheidung der internationalen Jury auf Gideon Pam Pwakim aus Nordnigeria. Er wurde für seine Dissertation „The Persistence of Religious Violence in Northern Nigeria and the Search for a Peaceful Co-Existence“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Kräutler mit Salzburg verbunden

Der Namensgeber für den Preis, der 1939 in Koblach in Vorarlberg geborene Erwin Kräutler, ist mit Salzburg vielfach verbunden. Hier studierte er Theologie und Philosophie, im Salzburger Dom wurde er 1965 zum Priester geweiht. Im Jahr 2009 erhielt er für sein beispielhaftes pastorales und soziales Wirken die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg, ein Jahr bevor er für seinen Einsatz für die Menschenrechte der Indios und die Erhaltung des tropischen Regenwaldes im Amazonas-Gebiet mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde. LK_191009_40 (sab/ram)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum