Moderner Holzbau als neues Entree des Salzburger Freilichtmuseums

Bregenzer Architekten bauen neues Besucherzentrum / Fertigstellung im Sommer 2021 geplant

Salzburger Landeskorrespondenz, 10.10.2019
 

(HP) Das Salzburger Freilichtmuseum erhält ein „Besucherzentrum für historische Baukultur“. Nun steht fest, dass dieses in Holzbauweise nach Plänen des Bregenzer Architekturbüros Cukrowicz Nachbaur gebaut wird. „Mit dem neuen Gebäude erhält das Museum ein zeitgemäßes Besucherzentrum, in dem eine intensivere Vermittlung und Erforschung unserer ländlichen Vergangenheit möglich sein wird und das als zentraler Ort für Kommunikation und Veranstaltungen dienen soll“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

„Darüber hinaus bietet dieses Zentrum den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Freilichtmuseums auch hervorragende Arbeitsbedingungen. Mit der bewussten Entscheidung dieses in Holzbauweise zu errichten, fügt sich das neue Gebäude perfekt und zugleich kontrastreich in das historische Ensemble bestehender Objekte ein“, ist Landeshauptmann Haslauer überzeugt. Für die Realisierung des Projekts sind vier Millionen Euro vorgesehen. Auch der Förderverein des Freilichtmuseums wird sich an der Finanzierung beteiligen.

Zeitgemäße Arbeitsbedingungen und Kommunikationsort

Das derzeitige Eingangs- und Verwaltungsgebäude „Thanngütl“ platzt buchstäblich aus allen Nähten. 34 Jahre lang wurde auf engstem Raum kreativ improvisiert – nun ist man hier am Ende der Gestaltungsmöglichkeiten angelangt. Der Neubau soll den Zutritts- und Kassenbereich neu ordnen und damit eine optimale Aufnahme, Abwicklung und Weiterleitung von jährlich mehr als 100.000 Euro gewährleisten. Ebenso wird das Gebäude zeitgemäße Arbeits-, Besprechungs-, Sozial-, Technik- und Lagerräumlichkeiten aufweisen.

Mehr als „nur“ ein Eingangs- und Verwaltungsgebäude

Außerdem besteht aber auch der Anspruch, dass das Besucherzentrum mehr sein soll als „nur“ ein neues Entree. Das Freilichtmuseum entwickelt sich zu einem offenen Forschungsmuseum. Dazu Direktor Michael Weese: „Wir wollen unser Wissen mehr mit der Gesellschaft teilen. Dieses Selbstverständnis soll sich auch im neuen Besucherzentrum wiederfinden, etwa durch eine attraktive Zugänglichkeit für die Nutzung von Fachbibliothek, Foto-, Inventar- und Planarchiv. Für individuelle Recherchen sollen den Besucherinnen und Besuchern digitale Arbeitsstationen – Bildarchiv, Inventararchiv, Fachbibliothek, Hausmonographien – zur Verfügung stehen.“ Für den Dialog mit Kooperationspartnern aus Architektur, Denkmalpflege, Tourismus und Wirtschaft wie auch mit Schulen und Universitäten ist ein Tagungsraum vorgesehen.

Rückgrat des Museumsgeländes

An dem zweistufigen Wettbewerb haben sich insgesamt 55 Architekturbüros beteiligt. Das Siegerprojekt stammt von den Architekten Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm aus Bregenz, die u.a. auch das Vorarlberger Landesmuseum (2012/13) gebaut haben. Die Jury lobte die „logische, höchstökonomische Holzkonstruktion“ mit leicht lesbarer Struktur, die „dem ganzen Innenbereich Rhythmus und Ordnung“ gibt. Das projektierte Gebäude tritt „weniger als Baukörper in Erscheinung, denn als Fassung des Landschaftsraums und Rückgrat des Museumsgeländes“.

Eröffnung im Sommer 2021 geplant

Der Standort des neuen Besucherzentrums befindet sich westlich des Thanngütls, wird direkt vom Parkplatz aus erschlossen und wird eine Nettogeschoßfläche von rund 1.245 Quadratmetern aufweisen. Baubeginn soll im Sommer 2020 sein. Die Beeinträchtigung für den laufenden Museumsbetrieb wird sich in Grenzen halten. Fertigstellung und Eröffnung sind im Sommer 2021 geplant. Das bisherige Eingangs- und Verwaltungsgebäude erhält eine neue Bestimmung: Dort werden ein großzügig dimensionierter Museumsladen, das Büro des Fördervereins und Sozialräume für das Aufsichtspersonal untergebracht.  LK_191010_21 (kg/sab)

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum