Größtes Schutzprojekt Österreichs startet im Glemmtal

700 Häuser und zehn Kilometer Straßen künftig vor Muren und Hochwasser geschützt

Salzburger Landeskorrespondenz, 11.10.2019
 

(LK) August 2018: Das Glemmtal wird nach heftigen Regenfällen durch Muren und Hangrutsche von der Außenwelt abgeschnitten, 50 Meter der Landesstraße versinken in den Fluten. Die Verantwortlichen handeln rasch. Bereits vorgesehene Planungen wurden um ein Jahr vorgezogen. Jetzt starten die Bauarbeiten für dieses auf 20 Jahre ausgelegte Schutzprojekt. „Mindestens 700 Gebäude und zehn Kilometer Verkehrswege, darunter die L111 als Lebensader des Glemmtals erhalten damit Schutz vor Muren und Hochwasser“, so Landesrat Josef Schwaiger.

Möglich wird dieses Schutzprojekt vor allem durch den Bund, der 60 Prozent der Gesamtkosten trägt, ein Viertel kommt von der Wassergenossenschaft Saalbach, der Rest vom Land. „Das Projekt ‚Saalach 2018‘ kenne ich von Anfang an. Es ist mit einer Gesamtinvestition des Bundes von 58 Millionen Euro das bisher größte Schutzprojekt der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) unseres Ressorts“, betont Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek beim Spatenstich. Die große Wertschätzung der Leistungen der WLV im Bundesland und in der Bevölkerung bestätige die wichtige Arbeit der Dienststelle des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. „Die WLV steht für Schutz vor Naturkatastrophen und damit für die Sicherheit der Bevölkerung. Gemeinsam kommen wir besser ans Ziel“, so Patek, die die gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Land hervorhebt.

Hänge stabilisieren und Hochwasserwelle verringern

„Begonnen wird mit Maßnahmen zum Hochwasser- und Geschieberückhalt sowie zur Stabilisierung zahlreicher Rutschhänge. Und die Abflussverhältnisse im Ortsteil Hinterglemm werden verbessert“, berichtet Leonhard Krimpelstätter, der Salzburger WLV-Leiter über das nun gestartete erste Detailprojekt mit einem Kostenrahmen von 7,9 Millionen Euro. Danach rücken Baumaßnahmen in der Saalach und in 20 Zubringerbächen in den Fokus des umfassenden Schutzpakets. „Zentrales Ziel ist eine Verringerung der Hochwasserwelle für Saalbach und das Hintere Saalachtal“, so Krimpelstätter.

Nützt auch der Natur

Das Projekt bringt auch wesentliche ökologische Verbesserungen mit sich. Die Saalach wird durchgehend fischpassierbar, es entstehen zahlreiche ökologische Nischen in der Saalach und den einmündenden Wildbächen.

Dem Klimawandel begegnen

„Wir investieren pro Jahr rund 30 Millionen Euro in Schutzbauten und versuchen, die Anrainer so gut wie möglich zu schützen. Auch dank der sehr guten Zusammenarbeit von Land, WLV, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie den Wassergenossenschaften funktioniert das in Salzburg sehr gut und wir können uns Schritt für Schritt auf die Herausforderungen und Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten“, so Schwaiger.

Daten und Fakten

  • Gesamtkosten:  58 Millionen Euro

  • Finanzierung: 60 Prozent Bund, 15 Prozent Land Salzburg, 25 Prozent Wassergenossenschaft Saalbach

  • Baustart: Oktober 2019

  • Projektende: 2039

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