Prüfbericht zum Rechnungsabschluss 2018 liegt vor

Landesrechnungshof sieht Verbesserungspotential im Rechnungswesen des Landes Salzburg

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.10.2019
 

(LK)  Der Salzburger Landesrechnungshof (LRH) nahm unmittelbar nach der Prüfung der Eröffnungsbilanz den Rechnungsabschluss 2018 des Landes genauer unter die Lupe. Dabei wurde sichtbar, dass das Rechnungswesen Verbesserungspotenzial aufweist. Darauf machte Ludwig Hillinger, Direktor des Salzburger Landesrechnungshofs, bei der Übergabe des Berichts an Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf gestern aufmerksam.

Überarbeitet werden sollten die Abläufe im Bereich des Anlagevermögens, insbesondere wenn es um Ansatz und Bewertung geht. Auch zeigte sich beim Rechnungsabschluss 2018 die Problematik der fehlenden Vollständigkeit bei den Personalrückstellungen. Der LRH hält dazu fest, dass die Zeit für Verbesserungen knapp war und Empfehlungen aus der Prüfung der Eröffnungsbilanz beim Rechnungsabschluss 2018 noch nicht umgesetzt werden konnten. Fortschritte im Rechnungswesen werden daher erst im Folgejahr zu erwarten sein. Einzelne festgestellte Fehler deuteten zudem auf Entwicklungspotential beim Internen Kontrollsystem (IKS) hin.

„Ich bin mir dessen bewusst“, so Hillinger, „dass die Arbeit des LRH nicht immer und nicht bei allen Wohlwollen und Jubelstimmung hervorruft. Dennoch lade ich die geprüften Stellen dazu ein, unsere Prüfungsfeststellungen auch dazu zu nutzen, um das Rechnungswesen im Land Salzburg weiterzuentwickeln“.

Vermögens,- Ergebnis- und Finanzierungsrechnung

Seit 1. Jänner 2018 stellen die Vermögens-, Ergebnis- und Finanzierungsrechnung die Kernkomponenten des öffentlichen Rechnungswesens des Landes Salzburg dar. Analysen zeigten, dass sich das Nettovermögen im Vergleich zum 1. Jänner 2018 um rund 5,7 Millionen Euro verringerte. Ausschlaggebend dafür war insbesondere ein negatives Nettoergebnis, positiv wirkte sich die Bildung von Neubewertungsrücklagen aus.

Die Ergebnisrechnung – diese stellt Aufwände und Erträge gegenüber – wies ein negatives Nettoergebnis in Höhe von rund -48,9 Millionen Euro aus. Die Finanzierungsrechnung ergab eine Erhöhung der liquiden Mittel um rund 69,8 Millionen Euro.

Hillinger weist darauf hin, dass im Falle der Ergebnis- und der Finanzierungsrechnung noch keine Vergleichswerte vorliegen, da diese im Gegensatz zur Vermögensrechnung zum 31. Dezember 2018 erstmals erstellt wurden.

Vollständigkeitserklärung

Der LRH forderte auch im Zuge der Prüfung des Rechnungsabschlusses 2018 von der Salzburger Landesregierung eine Vollständigkeitserklärung an. Der Landeshauptmann als ressortzuständiges Regierungsmitglied kam dieser Forderung lediglich in eingeschränktem Umfang nach.

VRV 2015 - Auslegungsunterschiede

Auch bei der Prüfung des Rechnungsabschlusses 2018 zeigte sich, dass die VRV 2015 in einigen Punkten von der Landesverwaltung und dem LRH unterschiedlich interpretiert wird. Hillinger wünscht sich deshalb, dass auf Bundesebene inhaltliche Diskussionen zur VRV 2015 fortgesetzt werden, um Interpretationsspielräume aus dem Weg zu räumen. LK_191017_60 (lrh/sm)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum