Wieder großer Felssturz in Hüttschlag

Vier Mal schon „rumpelte“ es heuer in Karteis / Und es ist noch nicht vorbei / Betretungsverbot im Gefahrenbereich aufrecht

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.11.2019
 

(LK) Die Felswand im Hüttschlager Ortsteil Karteis kommt nicht zur Ruhe. Vor wenigen Tagen donnerten 15.000 Kubikmeter Gestein, zirka 40.000 Tonnen schwer, in Richtung Talboden. 2019 war im wahrsten Sinne des Wortes ein bewegtes Jahr in diesem Bereich, schon im März und Juli gab es hier Felsstürze. Gerald Valentin vom Landesgeologischen Dienst gibt einen Überblick.

 

 

Ganz aktuell gab es am 24. Oktober zwei Felsstürze, die so massiv waren, dass danach der Talboden mit Staub bedeckt war. Gerald Valentin hat am Wochenende bei gutem Flugwetter die Stelle mittels Helikopter von der Vogelperspektive in Augenschein genommen und damit die Untersuchungen abgeschlossen. „Wir sprechen bei diesem aktuellen Ereignis von neuerlich 15.000 Kubikmeter Gestein. Der aufgeweichte Boden hat dazu geführt, dass die Masse schon im Hang Energie verloren hat und so nur einige Blöcke bis zum Talboden gelangt sind“, erklärt Valentin die Situation vor Ort. Der größte Block allerdings dürfte 750 Tonnen schwer sein und ist so groß wie ein Einfamilienhaus.

Vier Felsstürze in nur einem Jahr

Geologen und die Gemeinde müssen sich seit März 2019 mit dem labilen Hang beschäftigen, seither steht er unter engmaschiger Beobachtung. Schon im März und Juli löste sich viel Material, weder Personen noch Häuser wurden beschädigt. Der Radweg wurde vorsorglich gesperrt, ein Teil der landwirtschaftlichen Fläche als Gefahrengebiet ebenso. „Diese Sperren bleiben auch jetzt aufrecht, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit noch etwas nachkommen wird“, so Valentin nach der Befliegung. Hinter einem 10.000 Kubikmeter großen Felskopf hat sich eine ein Meter breite Kluft geöffnet. „Ich gehe davon aus, dass die Steinschlag- und Felssturzaktivität anhalten wird“, so Valentin.

Gebiet unter Beobachtung

Daher wird die Felswand weiter genau beobachtet, für die Häuser im Talbereich gibt es aber keine Gefahr. „Die Blöcke in der Wand funktionieren außerdem für nachkommendes Gestein wie eine Art Bremse“, vergleicht Valentin. LK_191104_70 (mel/sm)

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