Salzburg besteht aus sieben Milliarden Punkten

Mit Laser und Luftbildern: Das Land wird vermessen / Unsere Heimat als riesiges Modell auf einen Blick

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.11.2019
 

(LK) Zurzeit hebt ein Spezialflugzeug immer ab, wenn das Wetter passt. Die Mission des Piloten und der Techniker an Bord: Salzburg punktgenau scannen und fotografieren – und zwar aus der Luft und auf fünf Zentimeter genau. Die schier unendlich große Menge an Daten fließt dann bei SAGIS (Salzburger Geographisches Informationssystem) zusammen und wird von Experten des Landes aufbereitet. „Dass wir derart komplexe, spezifische und hochtechnische Aufgaben sozusagen im Haus schaffen, ist bemerkenswert“, so Landesrat Josef Schwaiger.

 

 

Es scheint ein riesiges Puzzle zu ein, das die Experten des Landes da aus einer Punktwolke zusammensetzen. Die Daten aus der Luft sind die Basis für viele Anwendungsgebiete, die unser aller Alltag prägen, unter anderen auch Raumordnung und Verkehrsplanung. „Wir machen mit den Lasermessungen und Orthofotos 3D-Modelle von Städten, Gemeinden und Landschaften, sie helfen bei der Planung von Straßen und Wegen sogar von Skipisten, zeigen uns aber auch Gelände- und Gebäudehöhen, geben Aufschluss, wo zum Beispiel Solarenergie Sinn macht. Auch beim Hochwasser- und Lawinenschutz werden die Modelle und Grafiken eingesetzt“, nennt Victoria Achatz von SAGIS einige Anwendungsbeispiele.

Schwaiger: „Wichtige Grundlage für viele Bereiche.“

Landesrat Schwaiger überzeugte sich am Flughafen Salzburg selber vom High-Tech-Flugzeug, das Streifen für Streifen das ganze Land scannt. „Eine unglaubliche Menge an Basis-Daten kommt hier zusammen und wird dann von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SAGIS verarbeitet. Hier braucht es absolute Profis, und ich bin sehr dankbar, dass wir diese im Landesdienst, also im eigenen Haus haben“, so Schwaiger.

Millionen von Daten sammeln und bündeln

Die Befliegung und Vermessung von Salzburg ist das Eine, die Daten müssen aber auch auf ihre Qualität überprüft und dann verwertet werden, nicht nur für die Experten und Behörden, auch die Salzburgerinnen und Salzburger haben tiefe Einblicke durch SAGISonline. Wie die verschiedenen Abteilungen des Landes, Bezirkshauptmannschaften, teils auch Privatpersonen und viele mehr von der unerwarteten Vielfalt der Geodaten profitieren können, das ist bei einer Fachtagung am 14. November in Salzburg Thema.

Daten und Fakten

  • Zum Einsatz kommen ALS (Airbone Laserscanning) und Orthofotos, also Luftbilder. Oft werden die gewonnenen Daten auch zu einem Modell zusammengefügt.
  • Der Laserscanner schafft eine Million Messungen pro Sekunde.
  • „Vermessen“ werden 1.031 Quadratkilometer Salzburg.
  • Beflogen werden Tallagen (bis 700 Meter Seehöhe), Mittellagen zwischen 700 und 1.700 Meter Seehöhe) sowie Hochlagen ab 1.250 Meter Seehöhe.
  • Voraussetzung ist gutes Wetter, das heißt in diesem Fall kein Schnee, wenig Laub, kein Hochwasser, klares Wetter. In Frage kommen also vor allem Frühling und Herbst. Hinzu kommt der andere Flugverkehr, die Zeitfenster sind also klein.
  • Die Flughöhe 2019 in Salzburg beträgt zirka 700 bis 1.700 Meter über Grund, dennoch ist eine Genauigkeit von fünf Zentimeter möglich.
  • Dass die Daten zu SAGIS kommen, dafür ist eine ARGE aus verschiedenen Firmen zuständig. Projektleiter ist Gerald Wagner (Vermessung Schmid), für die Qualitätssicherung der Daten ist Ingo Krank (IBV Krank) zuständig, die Befliegung liegt in der Organisation von Jan Giehler (Milan Geoservice). REP_191113_70 (mel/grs)

 

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum