Großer Festakt für Paris Lodron im Dom

400 Jahre Fürsterzbischof / Nach Trient gehen die Feierlichkeiten heute in Salzburg weiter / Prälat Johannes Neuhardt als „Lexikon“ Paris Lodrons

Salzburger Landeskorrespondenz, 13.11.2019
 

(LK) Er gilt der Nachwelt als kluger und erfolgreicher Außenpolitiker europäischen Formats, als umsichtiger und maßvoller Landesherr, war Vollender des Salzburger Doms und Gründer der Salzburger Universität. Exakt 400 Jahre, nachdem Paris Graf Lodron vom Salzburger Domkapitel zum Fürsterzbischof von Salzburg gewählt wurde, würdigt das offizielle Salzburg einen seiner bedeutendsten Herrscher.

 

Erst am Wochenende stattete eine Salzburger Delegation mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer Trient, die ursprüngliche Heimat von Paris Lodron, einen Besuch ab und begab sich dort in Villa Lagarina zusammen mit Schützen und Musikern aus Salzburg auf die Spuren des prägenden Fürsterzbischofs. Ein großer Festakt und die Erneuerung der Partnerschaft zwischen Salzburg und Trient waren die Höhepunkte. Am Mittwoch folgen nun die Feierlichkeiten des Landes Salzburg im Dom, um an Paris Lodron zu erinnern.

Er prägte und formte Salzburg

„Ein Herrscher mit gesundem Augenmaß mit der wahrscheinlich intensivsten Amtszeit aller Salzburger Erzbischöfe“, beschreibt Landeshauptmann Wilfried Haslauer Paris Lodron als herausragende barocke Persönlichkeit, die Salzburg mit Weitblick prägte. „Als Vollender des Salzburger Domes ist er alltäglich im Erscheinungsbild unserer Stadt präsent. Geschickt und nachhaltig hat er sich Zeit seines Lebens für Freiheit, Frieden und für den Glauben eingesetzt“, so Erzbischof Franz Lackner über Paris Lodron. Er spricht im Dom die Eröffnungsworte – und so wie in Italien werden Fahnenabordnungen aus dem ganzen Land Salzburg dabei sein.

Friedenssicherer mit Bildungsauftrag

Ein wahrer Paris Lodron-Kenner ist Prälat Johannes Neuhardt. „Sein größtes Verdienst war es, dass er im Land den Frieden erhalten hat. Salzburg ist im Dreißigjährigen Krieg das gewesen, was die Schweiz in den beiden Weltkriegen gewesen ist - eine Insel des Friedens. Und er hat auf Bildung gesetzt, Informationen wurden damals fast ausschließlich über das Bild und nicht über den Text vermittelt“, so Neuhardt.

Herkulesaufgaben in bewegten Zeiten

Wahre Herkulesaufgaben habe Paris Lodron (1586-1653) mit außerordentlichem politischen Geschick, unter permanenter Anspannung aller Kräfte des Landes und unter maximalen Opfern seiner Untertanen bewältigt, so Haslauer. Die Bedrohung durch fremde oder auch durch verbündete Truppen im verheerenden Dreißigjährigen Krieg war mehrfach abzuwenden. Der Preis dafür: Geld, Kriegsgerät und Truppen waren zu entrichten. Hunger, Flüchtlingsmassen, Bauernaufstände und mehrfache Seuchenzüge waren zu bewältigen.

Von Welschtirol zum Salzburger Fürsten

Die Familie der Grafen von Lodron stammt aus dem heutigen Trentino. Das Land Salzburg hat gerade eine jahrzehntelange Partnerschaft mit der italienischen Provinz erneuert. Schon zwei Jahre nach Abschluss seiner theologischen Studien zieht der junge Paris 1606 ins Salzburger Domkapitel ein und wird zehn karrieremäßig sehr produktiv verbrachte Jahre später Domprobst, die letzte Sprosse auf der Karriereleiter zum Fürsterzbischof. LK_191113_60 (sm/mel)

Mehr zum Thema

 

 

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum