Klimaschutz muss „cool“ werden

Präsentation der Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses

Salzburger Landeskorrespondenz, 14.11.2019
 

(LK) Klimaschutz muss „cool“ werden. Das Thema muss bei jeder politischen Entscheidung als wesentliches Ziel berücksichtigt werden. Dabei ist eine langfristige parteiübergreifende Arbeit und Vorbildwirkung unerlässlich. Ebenso braucht es mehr Förderungen und Anreize für alle Bereiche. So liest sich eines der zentralen Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses, die heute im Chiemseehof den politischen Entscheidungsträgern präsentiert wurden. Diese sollen in den „Masterplan Klima + Energie 2030“ des Landes einfließen.

 

 

„Wir können die Klimakrise nur gemeinsam bewältigen.“ Darin sind sich die Salzburger Regierungsmitglieder einig. Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, Landesrätin Andrea Klambauer sowie die Landesräte Josef Schwaiger und Stefan Schnöll haben daher die Salzburgerinnen und Salzburger um ihre Meinung zu diesem hochaktuellen Thema gefragt.

60 Bürgerinnen und Bürger beim Zukunftsdialog

In den vergangenen Wochen waren rund 60 Bürgerinnen und Bürger in vier Zukunftsdialogen dazu eingeladen, aktiv mitzugestalten. „Viele Schritte sind notwendig, um Salzburg ‚klimafit‘ zu machen. Einiges haben wir in Salzburg bereits angegangen - es bleibt aber noch viel zu tun und hier sind Politik und Bevölkerung gemeinsam gefordert, Lösungen zu finden, um die kommenden Herausforderungen zu meistern“, ergänzt Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf.

„Fahrpläne“ für jedes Ressort

„Wir nehmen alle Vorschläge ernst und werden die Rückmeldungen in unseren Masterplan für 2030 einarbeiten“, skizzieren die Mitglieder des „Klima-Kabinetts“ die weitere Vorgangsweise. In jedem Ressort, von Mobilität und Verkehr über Gebäude und Raumordnung bis Energie, werden „Fahrpläne“ zur Erreichung der Klima- und Energieziele und konkrete Maßnahmen für die nächsten Jahre erarbeitet. Bekanntlich hat sich die Landesregierung dazu verpflichtet, Salzburg bis zum Jahr 2050 zu einem klimaneutralen und energieautonomen Bundesland zu machen. „Für die nächste Generation zählt nur eine intakte Umwelt, nicht Sparbücher oder Immobilien. Die Klima- und Energieziele sind zu erreichen, wenn es uns gelingt, die Bürgerinnen und Bürger für diesen Weg zu begeistern“, bringt es Landesrat Josef Schwaiger auf den Punkt.

Eine Frage des Lebensstils

Wichtig ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Dialogveranstaltungen, dass Klimaschutz auch eine Frage des Lebensstils ist: Der Grundstein für ein nachhaltiges und umweltbewusstes Verhalten ebenso wie für eine qualitätsvolle Ernährung werde bereits bei den Kindern und Jugendlichen gelegt. Bereits hier sollte eine notwendige Bewusstseins- und Bildungsoffensive ansetzen. „Es liegen viele Vorschläge auf dem Tisch und besonders die Jugendlichen sind sehr engagiert und bringen ihre Forderungen mit Nachdruck ein. Wir nehmen diese sehr ernst und prüfen die Umsetzung der Ideen,“ versichert Landesrätin Andrea Klambauer: „Es gilt aber auch darüber zu informieren, welche Schritte bereits gesetzt wurden, etwa bei der Energieeffizienz im Bereich Neubau, dem sparsamen Umgang mit Grund und Boden oder der Stärkung des öffentlichen Verkehrs. Gemeinsam können wir die notwendigen Schritte setzen.“

Raus aus Öl und Gas

Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sollte durch (gesetzliche) Regelungen, Förderungen und andere Anreize forciert werden. Daher ist ein Vorschlag aus den Klimadialogen, ein generelles Verbot von Ölbrennern und Gasthermen bei Neubauten oder einen verpflichtenden Tausch in den nächsten zehn Jahren vorzuschreiben. Zugleich sollten der Umstieg auf erneuerbare Energieformen sowie die Verwendung von nachhaltigen Bau- und Dämmstoffen besser gefördert werden. „Der Wechsel von fossilen Energieträgern hin zur erneuerbaren Energie ist eines unser großen Ziele“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. „Die vielen Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger in diese Richtung bestätigen die Bedeutung dieses Bereichs. Die Vorgabe, bis nächstes Jahr 50 Prozent des Energiebedarfs im Bundesland aus erneuerbarer Energie abzudecken, wird aller Voraussicht nach erfüllt. Für die Zukunft werden wir weiterhin alles unternehmen, um die Energieeffizienz zu erhöhen und den Energieverbrauch insgesamt zu reduzieren – da sind wir gemeinsam gefordert!“

Top-Öffi-Angebot und Bonus-Malus-System

„Wir brauchen ein Top-Öffi-Angebot im Land Salzburg“, so eine weitere zentrale Botschaft aus den Zukunftsdialogen. Um Anreize für den Umstieg zu schaffen wird neben günstigen Ticketpreisen und dem Linienausbau auch vorgeschlagen, ein Bonus-Malus-System einzuführen und Micro-Öffi-Netze im ländlichen Raum aufzubauen. Weiters sollten Maßnahmen zur Verlagerung des Transit-Schwerverkehrs auf die Schiene umgesetzt werden. „Mit den neuen, günstigeren myRegio-Tickets und dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs haben wir schon einige Maßnahmen gesetzt, um das Umsteigen auf Öffis attraktiver und den Verkehr klimafreundlicher zu machen. Daran arbeiten wir konsequent weiter“, betont Landesrat Stefan Schnöll, der dazu einen eigenen Mobilitäts-Bürgerrat initiiert hat, dessen Ergebnisse morgen, Freitag, präsentiert werden.

Bis Ende November Ideen online einbringen

Für alle Interessierten, die an diesen Dialogen nicht teilnehmen konnten, sich aber beteiligen und ihre Ideen und Anregungen zum Klimaschutz, der Energiepolitik und Ressourcenschonung einbringen möchten, gibt es noch bis Ende November unter www.salzburg2050.at eine Online-Plattform. LK_191114_21 (kg/mel)

Mehr Infos zum Thema

 

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 Redaktion: Landes-Medienzentrum