Einsatzkräfte innergebirg bereiten sich auf Starkregen vor

Muren können abgehen und Bäche über die Ufer treten / Im Pinzgau wurden einzelne Gebäude vorsorglich evakuiert

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.11.2019
 

(LK) Bis in die Nacht ist für den Pinzgau und Pongau heute ergiebiger Niederschlag vorhergesagt. Die Einsatzkräfte und Behörden in den südlichen Landesteilen bereiten sich daher auf mögliche Muren, Hangrutschungen und lokal über die Ufer tretende Bäche und Flüsse vor. Vorsorglich wurden im Pinzgau 13 Gebäude evakuiert, 200 Personen sind derzeit vom Straßennetz abgeschnitten.

„Die Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung haben seit den frühen Morgenstunden die Situation im Bezirk eingehend erkundet und von Rutschungen besonders betroffene Gebiete identifiziert. In Taxenbach, Bruck, Fusch und Rauris sind 200 Personen derzeit ohne Straßenverbindung, 13 Gebäude wurden vorsorglich evakuiert. In diesen Gemeinden und in Stuhlfelden ist es durch Muren zu Verkehrssperren gekommen“, informiert der Pinzgauer Bezirkshauptmann Bernhard Gratz. Zur raschen Abstimmung wurde der verkleinerte Bezirkseinsatzstab aktiviert. Aktuell führen die Feuerwehren im Pinzgau 205 Einsätze durch, im Pongau 20, im Lungau 10.

Starkregen, Wind und erhöhte Pegelstände erwartet

Im Bereich der Tauern werden innerhalb von 24 Stunden etwa 90 Millimeter Niederschlag erwartet. Gleichzeitig weht kräftiger Südföhn, der Spitzen bis zu 80 km/h in den Tälern und bis zu 100 km/h auf den Bergen erreichen kann. Die Schneefallgrenze steigt im Lauf des Tages auf 1.400 bis 1.800 Meter an. Dadurch verringert sich die Gefahr von unter der Schneelast umstürzenden Bäumen, allerdings rechnen die Experten des Hochwasserwarndiensts, dass der Pegelstand der Bäche und Flüsse steigt und beobachten die Entwicklung daher genau. Bäche können über die Ufer treten, lokale Überflutungen sind zu erwarten. In Zell am See droht der Thumersbach über die Ufer zu treten. Mit schwerem Gerät wird aktuell versucht, Verklausungen an der Brücke zu verhindern. Die Thumersbacher Landesstraße bleibt bis auf weiteres gesperrt. Die Lawinengefahr in den Hohen Tauern ist groß, in den Niederen Tauern und den Lungauer Nockbergen erheblich.

Unnötige Fahrten vermeiden

Der Katastrophenschutz des Landes empfiehlt daher, in den betroffenen Gebieten nicht notwendige Autofahrten zu vermeiden, die Gefahr von Dachlawinen, den Lawinenlagebericht und Informationen zur aktuellen Verkehrslage zu beachten. LK_191117_62 (sm)

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