Murengefahr weiterhin groß, Hochwassersituation entspannt sich

Zivilschutzwarnungen bleiben aufrecht / Insgesamt 100 Evakuierungen durchgeführt / Auf sicheren Schulweg achten

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.11.2019
 

(LK)  Insgesamt waren heute in den drei vom Starkregen betroffenen Bezirken mehr als 1.600 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotes Kreuz, Bergrettung und Polizei im Einsatz. Vom Unwetter sind insgesamt 35 Gemeinden betroffen. Für Großarl, Hüttschlag, Bad Hofgastein und Muhr im Lungau ist nach wie vor die Zivilschutzwarnung aufrecht. Morgen, Montag, bleibt die VS Embach geschlossen, für die Schulen in Zell am See wurde ein Notbetrieb eingerichtet. Bis heute Abend, 22.20 Uhr, liegen den Behörden keine Informationen über verletzte oder verunglückte Personen vor.

Neben der Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger hat die Öffnung der betroffenen Verkehrswege hohe Priorität. Sofort bei Tagesanbruch werden die Experten die Situation beurteilen und die weiteren Maßnahmen einleiten. Auch über die weitere Dauer der Zivilschutzwarnung wird morgen entschieden.

Schulbetrieb in betroffenen Gebieten

Die Schulen sind im ganzen Land, bis auf die VS Embach, offen. Ein Fragezeichen gibt es noch bei der VS Muhr im Lungau, hier wird morgen Früh die Entscheidung getroffen. Für die Schulen in Zell am See wurde laut Auskunft der Bildungsdirektion ein Notbetrieb eingerichtet. Wichtig ist es, die Kinder nur außer Haus gehen zu lassen, wenn der Schulweg sicher ist.

50 Evakuierungen im Pinzgau durchgeführt

Im Pinzgau wurden Evakuierungen aus 50 Gebäuden vorgenommen. Am Nachmittag kamen zu den 23 bisherigen noch 13 in der Gemeinde Bruck und 14 in Fusch hinzu. Hauptbetroffen sind die Gemeinden Viehofen, Saalbach, Lend-Embach, Rauris, Taxenbach, Fusch, Zell am See, Piesendorf, Niedernsill, Uttendorf, Wald-Königsleiten und Stuhlfelden. Derzeit nicht erreichbar sind neben dem Zentrum der Bezirkshauptstadt auch Embach, Teile von Thumersbach, das hintere Raurisertal sowie der Ortsteil Brandenau in den Gemeinden Bruck und Taxenbach. Allein im Pinzgau waren heute 700 Feuerwehrkräfte und 40 Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes im Einsatz. Von den insgesamt 29 Ortsfeuerwehren waren 26 im Einsatz.

Pongau: 15 Gemeinden betroffen

Im Pongau musste mittlerweile die Tauernbahn zwischen Mallnitz und Schwarzach und die Westbahn zwischen Zell am See und Schwarzach gesperrt werden. Betroffene Gemeinden im Pongau sind Altenmarkt, Bad Gastein, Bad Hofgastein, Bischofshofen, Dorfgastein, Goldegg, Großarl, Hüttau, Hüttschlag, Kleinarl, Pfarrwerfen, Schwarzach, St. Johann, St. Veit, Wagrain. Insgesamt wurden zehn Wohnhäuser in Bad Gastein, acht Wohnhäuser in Bad Hofgastein, fünf Häuser in Großarl und sieben Wohnhäuser in Hüttschlag evakuiert. Insgesamt waren im Pongau 478 Einsatzkräfte der Feuerwehr, 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes, 25 Mitglieder der Bergrettung und 14 Polizeikräfte im Einsatz.

Lungau: 300 Mitglieder der Feuerwehr im Einsatz

Im Lungau wurde die Murtalbahn von Tamsweg bis Murau gesperrt. Betroffene Gemeinden sind Ramingstein, Tamsweg, Unternberg, St. Margarethen, Muhr, Zederhaus und Mariapfarr. Insgesamt wurden 20 Evakuierungen aus Gebäuden durchgeführt, davon elf in der Gemeinde Muhr, in Ramingstein acht und eine in Zederhaus. Im Lungau waren heute 300 Kräfte der Feuerwehr, sieben First-Responder-Fahrzeuge des Roten Kreuzes und ein Ambulanzwagen im Einsatz.

Pegelstände werden merkbar zurückgehen

Entspannung ist laut Informationen des Hydrographischen Dienstes bei den Pegelständen der Flüsse zu erwarten. So werden in den kommenden Nachtstunden die Saalach sowie ihre Zubringer Urslau und Leoganger Ache merkbar zurückgehen. Die Salzach wird im Bereich Wallnerau bis Golling weiterhin auf hohem Niveau (Warngrenze bis Alarmgrenze) bleiben, die breite Hochwasserwelle wird sich flussab allerdings deutlich verflachen. Dadurch wird sich auch die Hochwassersituation an den großen Fließgewässern in den Nachtstunden entspannen, mit großräumigen Ausuferungen ist nicht zu rechnen. Murenabgänge, Überlastung kleinerer Fließgewässer sowie kleinräumige Überflutungen sind jedoch laut Auskunft des Hydrographischen Dienstes im Lungau möglich.

Serviceseite des Landes eingerichtet

Die aktuellen Straßensperren, Sperren des Schienenverkehrs sowie weitere wichtige Informationen können auf www.salzburg.gv.at/starkregen2019 laufend abgerufen werden. LK_191117_12_Stand 22.20 Uhr (ram/fw/grs)

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