Nach Wetterberuhigung stehen Erkundungsflüge im Vordergrund

Im Pongau sind Hubschrauber schon in der Luft / Pinzgau fordert Bundesheer an

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.11.2019
 

(LK)  Weitgehend beruhigt hat sich heute, Montag, die Hochwassersituation im Süden Salzburgs nach dem Starkregen der vergangenen Tage. Die Gefahr von Murenabgängen bleibt aber nach wie vor sehr hoch. Viele Straßen und einige Schulen bleiben gesperrt, und die Zivilschutzwarnungen für Muhr im Lungau sowie in Großarl, Hüttschlag und Bad Hofgastein im Pongau sind bis auf weiteres aufrecht. Erste Hubschrauber zur Erkundung der Lage sind schon unterwegs.

„Die Hochwassersituation hat sich weitgehend entspannt. Aufgrund der Vorhersagen der ZAMG ist ein neuerlicher Anstieg der Pegelstände nicht zu erwarten. Allerdings haben wir aber nach wie vor das Problem von gefährlichen Murenabgängen“, berichtet Herbert Reischl vom Katastrophenschutz des Landes. Prioritäten bei den Hubschrauberflügen liegen im Lungau bei Muhr und im Pongau im Gasteiner- und Großarltal. Im Pinzgau herrschte am Vormittag kein Flugwetter.

Pinzgau: Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert

Im Pinzgau werden Drohnen zur Erkundung der Lage eingesetzt. Polizei-Hubschrauber stehen für einen Einsatz bereit, sobald es das Wetter zulässt. Fünf Sachverständige müssen mit den zahlreichen Einsatzgebieten koordiniert werden. Bezirkshauptmann Bernhard Gratz bittet um „Verständnis, dass wir nicht in allen betroffenen Gebiete gleichzeitig sein können, sondern je nach Gefahrenlage Prioritäten setzen müssen. Aber wir kümmern uns um alles so schnell wie möglich.“ Auch das Bundesheer wurde um Assistenzeinsatz mit 40 Mann ersucht. Ob der Stadtkern von Zell am See freigegeben werden kann, wird gegen Mittag entschieden.

Pongau: Hubschrauber sind schon in der Luft

Im Pongau sind seit Vormittag Hubschrauber unterwegs. „Die Flüge werden von allen betroffenen Gebieten die wichtigsten Erkenntnisse liefern“, so Einsatzleiter Norbert Paßrucker. Aufgrund der dringlichen Lage wurde ein privater Anbieter geordert. Die Zivilschutzwarnungen für Hüttschlag, Großarl und Bad Hofgastein bleiben aufrecht.

Lungau: „Libelle“ aus Graz erkundet betroffene Gemeinden

Im Lungau übernimmt die Libelle, der Polizeihubschrauber aus Graz, den Erkundungsflug. Während der Nacht sind die Pegelstände in den Bächen und Gräben im Lungau zurückgegangen. Zurzeit werden in Zusammenarbeit von Gemeinden, Feuerwehr, Wildbach- und Lawinenverbauung, Bezirkshauptmannschaft Tamsweg, privaten Unternehmungen und den Grundbesitzern erste Maßnahmen zu Bachrückführungen, Sicherung von Rutschungen oder Lösung von Verklausungen gesetzt. Besonders betroffen sind noch die Gemeinden Muhr, Zederhaus und Ramingstein. Die Bezirkshauptmannschaft führt einen verkleinerten Einsatzstab. Die freiwilligen Helfer werden derzeit durch rund zehn Bagger privater Unternehmen unterstützt.

Landes-Webseite informiert aktuell

Über gesperrte Straßen und Bahnstrecken sowie über evakuierte Gebäude informiert die Landes-Webseite auf www.salzburg.gv.at/starkregen2019. Die nächste Lageinformation erfolgt um zirka 16 Uhr, nachdem die Erkenntnisse aus den Erkundungen ausgewertet wurden. LK_191118_51 (grs/fw)

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