Erkundungsflüge zeigen große Schäden

2019 entwickelt sich zum Groß-Schadensjahr

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.11.2019
 

(LK)  Heute verschafften sich Spezialisten aus der Luft ein genaues Bild der Lage nach dem Starkregen in den betroffenen Gebieten entlang des Alpenhauptkamms. Schwerpunkt der Erkundungsflüge waren das Gasteiner- und das Großarltal im Pongau, das Raurisertal im Pinzgau und der gesamte Lungau.

 

 

„Einsatzorganisationen, Behörden, Bürgermeister, Spezialfirmen und Private sind teilweise seit Sonntagnachmittag durchgehend im Einsatz, um Schlimmeres zu verhindern, Menschen zu schützen und Verkehrsverbindungen schnellstmöglich freizuräumen. Die Welle der gemeinsamen Einsatzbereitschaft in den südlichen Landesteilen ist beeindruckend. Allen gebührt unser besonderer Dank“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer nach einem ersten Lokalaugenschein in den betroffenen Gebieten.

Bereits 3.500 Schadensfälle in diesem Jahr

"In einem durchschnittlichen Jahr werden sechs Millionen Euro aus dem Katastrophenfonds ausbezahlt. Alleine das Schadensbild nach dem gestrigen Ereignis wird dieselbe Summe an Entschädigungen nach sich ziehen. Hinzu kommt, dass bei bisher 3.500 Fällen in diesem Jahr bereits zehn Millionen Euro an Zuschüssen angefallen sind", so Landesrat Josef Schwaiger, der sich im Pinzgau ein Bild von der Lage machte.

Gasteinertal: Evakuierungen bleiben aufrecht

Im Gasteinertal wurden hunderte klein- bis großflächige Rutschungen und Vermurungen festgestellt. „Die Sperrbauwerke sind zumeist randvoll. Die Verbauungen haben gehalten, an ihnen konnten keine Schäden festgestellt werden. Die Sperren Kötschachbach, Kapellenbach, Aubach, Durchganggraben, Kugelgassgraben werden so schnell wie möglich freigemacht“, berichtet der Pongauer Katastrophenschutzreferent Norbert Paßrucker. Dutzende Güterwege, Gemeinde- und Forststraßen sind nicht passierbar. Besonders problematisch ist der Bereich Badberg an der Gasteiner Landesstraße, der gleich durch mehrere Rutschungen verlegt ist. „Es drohen weitere Rutschungen, deshalb ist eine Öffnung noch nicht möglich“, so Paßrucker. Zur Erreichbarkeit von Bad Gastein soll die Straße in Badbruck sofort geräumt werden. Die Angertalstraße ist über hunderte Meter beschädigt. Hier laufen die Räumarbeiten bereits. Zahlreiche evakuierte Wohngebäude können vorläufig noch nicht freigegeben werden, da noch Gefahr durch Nachrutschungen droht.

Großarltal: Sperren noch aufnahmefähig

Besser ist die Situation im Großarltal. Die Rutschungen und Muren beginnen südlich des Großarler Ortszentrums bis nach Hüttschlag, wo es zu großflächigen Rutschungen und zahlreichen Vermurungen von Verkehrswegen gekommen ist. Betroffene Gehöfte scheinen keine Zerstörungen davongetragen zu haben. Die Wildbachsperren können noch Material aufnehmen.

Nasse Hänge verzögern Aufräumen im Raurisertal

Ludwig Fegerl vom Landesgeologischen Dienst hat den Pinzgau vom Helikopter aus unter die Lupe genommen. „In Rauris allein wurden hunderte kleine und größere Rutschungen festgestellt, Stadl sind zerstört, Güterwege verschüttet. Einige Häuser sind von der Umwelt abgeschnitten. In den Hängen ist noch extrem viel Wasser, was schnelle Aufräumarbeiten unmöglich macht. Ab Wörth ist das Rauriser Tal südwärts auf dem Straßenweg nicht erreichbar“, so sein erster Bericht. Die Wildbachsperren sind unterschiedlich gefüllt. Die Embacher Landesstraße ist an mehreren Stellen komplett verlegt. „Hier arbeiten die Bagger bereits, die Umfahrung von Rauris wird voraussichtlich noch heute Abend frei werden. Allerdings wird die Situation an mehreren Stellen während der Nacht immer wieder überprüft“, so Fegerl.

Aufarbeiten im Lungau

Auch im Lungau konnten sich die Verantwortlichen durch einen Erkundungsflug mit einem Libellen-Hubschrauber aus Graz ein umfassendes Schadensbild machen. „Die Situation deckt sich mit den Informationen, die wir bereits durch Einzelmeldungen hatten. Die dokumentierten Schäden werden in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Wildbach- und Lawinenverbauung, des Landesgeologischen Diensts, der Gemeinden und der Straßenmeistereien in den kommenden Tagen abgearbeitet“, so der Lungauer Katastrophenschutzreferent Philipp Santner. LK_191118_63 (sm/grs)

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at; Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum