Im Pinzgau macht die Pflege Schule und die Schule Pflege

Das ist stark! / Tauernklinikum, Landwirtschaftliche Fachschule Bruck und Handelsakademie Zell am See bilden gemeinsam aus

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.11.2019
 

(LK)  „Das ist ein Meilenstein in der Regionalisierung der Pflegeausbildung, bei dem zugleich möglichst früh das Interesse junger Menschen an der Pflege geweckt wird. Gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Bruck, der HAK/HAS Zell am See und dem Tauernklinikum wollen wir die frühe Basis für eine Karriere in der Pflege legen, fasst Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl das Konzept zusammen, das so in ganz Österreich einzigartig ist. Ab Herbst 2020 werden die jungen Pinzgauerinnen und Pinzgauer die beiden Schulen als fertig ausgebildeter Pflegeassistent abschließen können.

„Die Absolventen von HAK/HAS und LFS können als Pflegeassistenten dann gleich in den Beruf einsteigen, wenn sie das wollen. Es stehen ihnen aber natürlich und nahtlos auch alle Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich offen. Ich bin von der Attraktivität dieses neuen Angebotes und dieser Form der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Einrichtungen der Pflegeausbildung überzeugt“, betont  Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Schwaiger: „Noch eine höhere Jobgarantie.“

Die Absolventinnen der LFS Bruck waren bisher schon heiß begehrt, ihr Abschluss als Facharbeiter für Betriebs- und Haushaltsmanagement bedeutete praktisch eine Jobgarantie. „Das wird jetzt noch einmal verstärkt“, ist Landesrat Josef Schwaiger überzeugt und er fügt hinzu: „Die Schülerinnen und Schüler lernen an der LFS Bruck sehr praxisbezogen, das kommt ihnen sicher auch im Bereich der Pflege zu gute. Und: Es ist eine weitere Möglichkeit, die jungen Menschen in der Region auszubilden und sie damit auch hier zu halten.“

Wimmreuter: „Regionale Ausbildungsplätze gut für die ganze Region.“

Der Bürgermeister von Zell am See und Eigentümervertreter des Tauernklinikums, Andreas Wimmreuter, hebt die Vorteile hervor: „Jede zusätzliche Ausbildungsmöglichkeit, die wir im Pinzgau anbieten können, ist ein großer Mehrwert für die ganze Region. Gerade im Bereich der Pflege ist es besonders wichtig, junge Menschen bereits ab der neunten Schulstufe ‚abzuholen‘, für den Beruf zu begeistern und zum Bleiben in der Region zu animieren. Nur so können wir in Zukunft den Bedarf in den Seniorenwohnheimen und in den Tauernkliniken abdecken.“

Öller: „Pflegeausbildung als integriertes Bildungskonzept.“

Zentrales Element des durchgängigen Bildungskonzeptes ist eine Basisausbildung ab der neunten Schulstufe an einer der beiden Partnerschulen. „Jugendliche, die mit 14 Jahren diesen Berufsweg an der der Landwirtschaftlichen Fachschule Bruck oder HAS Zell am See einschlagen, können so durchgängig eine vollständige Gesundheitsausbildung absolvieren“, so Franz Öller, Geschäftsführer des Tauernklinikums. Und er fügt hinzu: „Die Ausbildung in den Pflegeberufen darf nicht länger als Extraweg in der beruflichen Bildung gestaltet sein. Nur so bleiben wir zukunfts- und wettbewerbsfähig.“

Winding: „LFS startet ab Herbst 2020.“

Die Landwirtschaftliche Fachschule in Bruck sieht die neue Ausbildungsmöglichkeit als Gewinn für alle jungen Salzburgerinnen und Salzburger. „Zugegeben, ich war zuerst ein wenig skeptisch, ob man sich mit 14 schon für so einen komplexen und oft auch fordernden Beruf entscheiden kann. Aber man kann sich ja später im Laufe der Ausbildung noch in die Thematik vertiefen, das ist eine gute Gelegenheit für sich selbst festzustellen, ob man für den Pflegeberuf überhaupt geeignet ist, Freude daran hat“, so die Direktorin der LFS Bruck, Ulrike Winding. Während der zweiten Klasse können sich Schüler für einen der beiden Ausbildungswege entscheiden. Entweder den klassischen Weg mit Ernährungsmanagement oder für die neue Ausbildung im Gesundheitsmanagement mit der pflegefachlichen Ausbildung des Tauernklinikums. Im Herbst 2020 startet die Schule mit der ersten Klasse.

Hauer: „Kombination Wirtschaft und Pflege.“

Auch die HAK/HAS Zell am See will im Herbst 2020 loslegen. „Ich finde die Kombination, dass wir im Unterricht die Grundlagen vermitteln und die Praxisstunden im nahen Tauernklinikum absolviert werden können, sehr zielführend. Bevor die Praxis beginnt, müssen die Schülerinnen und Schüler 17 sein“, so Thomas Hauer, Direktor der HAK/HAS. Für ihn ist die Kombination Wirtschaft und Pflege nur auf den ersten Blick konträr. „Jeder Absolvent wird das ganze Leben flexibel sein, kann die Berufe wechseln, je nach Anforderung und Bedürfnis. Und auch in der Pflege können wirtschaftliche Aspekte durchaus eine Rolle spielen.“

Das neue Konzept im Überblick

  • In der LFS Bruck und in der HAK/HAS Zell am See werden theoretische Grundlagen zum Pflegeberuf als Schwerpunkt gelehrt.

  • Praktische Elemente werden im Tauernklinikum in die Ausbildung eingebaut.

  • So können Schülerinnen und Schüler ab dem 14. Lebensjahr begeistert werden und schließen dann ihre Schule neben dem jeweiligen „normalen“ Abschluss als Pflegeassistent ab. Der „normale“ Abschluss ist an der LFS Bruck Betriebs- und Haushaltsmanagement, an der HAK/HAS die Bürokauffrau und der Bürokaufmann.

  • Nahtlos stehen mit dem Schulabschluss dann die Ausbildung zum Pflegefachassistenten, Diplom Gesundheits- und Krankenpfleger oder mit Studienberechtigungsprüfung auch an der Fachhochschule Salzburg zur Verfügung.

Stöckl: „Ausbildung wird noch regionaler.“

Die Kooperation der beiden Pinzgauer Schulen mit dem Tauernklinikum ist ein weiterer, sehr wichtiger Schritt, die Pflegausbildung zu den Menschen in den Bezirken zu bekommen. „Es ist schon viel passiert. Im Kardinal Schwarzenberg-Klinikum in Schwarzach befindet sich seit Herbst die erste Außenstelle für die akademische Ausbildung, bisher war sie nur an der FH Salzburg möglich. Das Land übernimmt das Schulgeld für den Lehrgang an der Schule für Sozialbetreuungsberufe SOB in Saalfelden und ab Herbst 2020 soll es die Pflegeausbildung mit Matura am Multiaugustinum in St. Margarethen im Lungau geben“, zählt Stöckl auf. LK_191119_70 (mel/sm)

Medienrückfragen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, Mobil: +43 664 8921060, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at und Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum