Ein Ort des Halts

40 Jahre Saftladen / Wichtige Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.11.2019
 

(LK)  Der Saftladen in der Schallmooser Hauptstraße 38 ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Die Einrichtung des Vereins Neustart feiert heuer ihr 40-jähriges Bestehen. Sie bietet straffälligen, haftentlassenen, wohnungs- oder obdachlosen sowie langzeitarbeitslosen Menschen, häufig auch mit psychiatrischen Problemen, Platz und Halt.

„Der Saftladen bietet seit vier Jahrzehnten offene Türen und Ohren für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Mit seiner kontinuierlichen Arbeit über so lange Zeit hinweg, wurde der Saftladen ein fixer und wichtiger Bestandteil der Salzburger Soziallandschaft“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn heute bei der offiziellen Feierlichkeit mit Ausstellungseröffnung „Zeitreise durch vier Jahrzehnte Saftladen.“

Ein bisschen wie daheim fühlen

Herr M. ist 53 Jahre alt, arbeitslos und obdachlos. Nach einer Ersatzfreiheitsstrafe kam er über die Haftentlassenenhilfe (HEH) in den Saftladen. Dort hat er es gemeinsam mit Unterstützung der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Neustart mittlerweile geschafft, eine Arbeit und eine Unterkunft zu finden. Herr M. ist ein Beispiel von vielen Menschen, die täglich den Saftladen aufsuchen. Rund 100 kommen pro Tag, um das tagesstrukturierende Angebot zu nutzen. Sie finden hier Ansprache oder auch Ruhe, Kultur oder Spiel, können Wäsche waschen oder sich einkleiden, bekommen zu essen und trinken, erhalten Unterstützung oder sie unterstützen andere. Der Großteil von ihnen ist männlich und 66 Prozent älter als 40 Jahre, so die Statistik des Vereins Neustart.

Menschen mit unterschiedlichsten Problemen

Der Saftladen wird von Menschen mit unterschiedlichsten Problemlagen aufgesucht. „Neben jenen, die aus einer Haft entlassen wurden, sind es vor allem Menschen mit Alkohol- und Drogensucht, fehlender Wohnversorgung oder psychischen Erkrankungen. Es sind aber auch immer mehr, die eine Scheidung hinter sich haben, Schulden haben oder an der Armutsgrenze leben und jene, die nicht in einen Freundeskreis eingebettet sind und daher sehr einsam sind“, erklärt Johannes Bernegger, Leiter von Neustart Salzburg.

Hilfe durch Experten

Sie erhalten in der professionell geführten Einrichtung Hilfestellungen durch professionelle Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei der Bewältigung ihres Alltags, bei der täglichen Grundversorgung und auch natürlich dabei, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern.

Bestmöglich und umfassend betreut

Um dabei die bestmögliche Unterstützung zu bieten, arbeitet das Team des Saftladens auch mit den Beratungs- und Betreuungseinrichtungen von Stadt und Land zusammen, hält enge Kontakte zum Bahnhofssozialdienst, den Notschlafstellen der Caritas, der Delogierungsprävention und den Wohn- und Beschäftigungseinrichtungen der Esage.

Starke Partner

„Die Arbeit des Saftladens wäre ohne die Finanzierung durch das Land Salzburg, das Justizministerium, die Stadt Salzburg, die Salzburg AG (Mittagessen), das Rote Kreuz und die vielen Spender und Spenderinnen sowie Unterstützerinnen und Unterstützer nicht möglich“, so Bernegger. LK_191121_11 (ram/sab)

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum