Aufräumarbeiten gehen weiter

Einige Straßensperren konnten aufgehoben werden / Einsatzkräfte arbeiten weiter auf Hochdruck / Assistenzeinsatz des ÖBH wird verlängert / Derzeit 33 Häuser evakuiert

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.11.2019
 

(LK)  Die Lage im vom Starkregen getroffenen Gebiet hat sich heute weiter entspannt. Die B311 Pinzgauer Straße und weitere Straßensperren konnten bereits aufgehoben werden. Die Aufräumarbeiten nach den Unwetterschäden im Pinzgau, Pongau sowie Lungau gehen weiter.

In Thumersbach sind nach wie vor sechs Häuser auf Grund einer drohenden Mure nicht bewohnbar. Hier arbeiten die Einsatzkräfte auf Hochdruck, um die gefährliche Rutschmasse zu beseitigen. „Alles was wir an schwerem Gerät haben, ist im Einsatz“, so Pinzgaus Katastrophenschutz-Referent Manfred Pongruber. Ein Bagger ist hier vor Ort dabei, die Masse wegzuschaufeln und eine Retentionsfläche zu schaffen. Morgen soll ein Weiterer angefordert und der Assistenzeinsatz des Bundesheeres soll verlängert werden.

Pongau: Weiterhin 27 Häuser evakuiert

„Langsam kehrt wieder Normalität ein. Die B311 ist seit 16.00 Uhr wieder offen und die Verbindung nach Bad Gastein funktioniert. Die Gasteiner Bundesstraße L167 bleibt noch länger gesperrt“, sagt Norbert Paßrucker. Aktuell finden Sicherungsarbeiten in Bad Hofgastein statt, dort wird ein Schutzdamm errichtet, um vier Häuser im Ortsteil Felding vor einer drohenden Mure zu schützen. Auch im Pongau wurde der Assistenzeinsatz des ÖBH (Österreichischen Bundesheeres) verlängert. Die Soldaten bleiben bis Dienstag in der Gemeinde Bad Hofgastein. Weiterhin bleiben 27 Häuser für die kommenden Tage evakuiert (Bad Hofgastein: 22, Großarl: 3, Bad Gastein: 2).

Embacher Landesstraße noch länger gesperrt

Ziemlich erwischt hat es die L266 Embacher Landesstraße zwischen Maria Elend und Anger. „Der Straßenkörper ist durch die Unterspülung schwer beschädigt“, berichtet Stefan Oberaigner von der Straßenmeisterei Pinzgau. Die Aufräumarbeiten dauern an, außerdem muss die Stabilität von der Straßenmeisterei und einem Experten der Landesgeologie begutachtet werden. Mindestens zwei bis drei Wochen bleibt die Sperre noch aufrecht. Embach ist jedoch von Lend aus erreichbar.

Lungau: Sicherungsarbeiten werden durchgeführt

Auch im Lungau werden die Aufräumarbeiten vor allem in den betroffenen Gemeinden Zederhaus, Muhr und Ramingstein fortgesetzt. Alle Straßen sind wieder offen. „Wir sind dabei Bach- und Grabenrückführungen durchzuführen sowie Verklausungen zu lösen und Objekte zu schützen“, so Lungaus Katastrophenschutz-Referent Philipp Santner.

Überblick Straßensituation

Gesperrt ist auf Grund drohender Hangrutschungen auch die Thumersbacher Talstraße heute Nacht von 19.00 Uhr bis 07.00 Uhr.

Die L271 Großglockner Landesstraße ist zwar freigegeben, aber durch die Lkw, die Murenmaterial abtransportiert haben, stark verschmutzt. Hier werden noch kaputte Leitschienen erneuert. Weiters ist die L111 Glemmtaler Landesstraße ebenfalls wieder freigegeben. Die B164 Hochkönig Straße zwischen Maria Alm und Hinterthal ist einspurig befahrbar. Die Sperre der B311 Pinzgauer Straße wurde aufgehoben.

Entwicklung in den kommenden Tagen

Bernhard Niedermoser, Leiter ZAMG Salzburg, sagt, dass es in den nächsten Tagen durch den Föhn zu höheren Temperaturen kommen wird. „Zusätzlich beobachten muss man am Wochenende den prognostizierten Föhnsturm. Derzeit geht man bei der ZAMG von Warnstufe „GELB“ aus. Halten Sie sich hier informiert: http://warnungen.zamg.at.

Mehr Wasser im Boden

„Aufgrund der föhnbedingten verstärkten Schneeschmelze wird mehr Wasser in den Boden einsickern. Die Hänge werden sich dadurch langsamer stabiliseren. Einzelne Hänge bleiben somit noch für ein paar Tage in Bewegung. Wir können aber feststellen, dass sich viele schon beruhigt haben. Bei der überwiegenden Mehrzahl ist die größte Gefahr überstanden und sie nimmt zunehmend ab“, so Gerald Valentin, Geologe des Landes. Stark labile Hänge werden jetzt auch entwässert bzw. Wohngebäude werden durch Schutzbauwerke gesichert“, so Valentin. LK_19111_14 (ram/grs/fw)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum