Mittersill: Hochwasserschutz abgeschlossen

Hubbrücke ist nun komplett / Vier Pylonhüllen aus jeweils 255 Stahlplatten und 113 Glasrahmen als Finale

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.11.2019
 

(LK)  Es ist die erste Konstruktion dieser Art in Österreich. Jetzt hat sie mit vier Pylonhüllen aus Glas und Stahl ihr endgültiges Aussehen bekommen. „Die Hubbrücke auf der wichtigsten Verkehrsader in den Oberpinzgau beim Übergang über die Salzach mitten im Stadtgebiet bewahrt das Mittersiller Zentrum künftig vor möglichen Hochwasserschäden. Und die Region hat ein neues, technisches Wahrzeichen bekommen. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die an diesem Projekt mitgewirkt haben“, betonte Landesrat Stefan Schnöll bei der feierlichen Eröffnung.

 

 

Mittersill jedenfalls atmet auf, der Hochwasserschutz ist abgeschlossen. „Mit der Fertigstellung unserer ‚Tauern-Bridge‘ konnte alles komplettiert werden. Mein aufrichtiger Dank ergeht an alle, die an diesem einzigartigen Projekt mitgewirkt und dieses mitgestaltet haben und an die gesamte Oberpinzgauer Bevölkerung für ihr Verständnis während der Baumaßnahmen“, so Mittersills Bürgermeister Wolfgang Viertler.

Viele Schritte zum hochwassersicheren Mittersill

Die Hubbrücke, die bei einer hochwasserführenden Salzach rund zwei Meter angehoben werden kann, um Verklausungen zu verhindern, ist der sichtbarste Teil des Schutzes von Mittersill. Doch um vor den Fluten zu schützen, wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Hier ein Überblick:

  • Hochwasser gab es in Mittersill in jüngster Vergangenheit immer wieder: 2002, 2005 (50 Millionen Euro Schaden) oder auch 2014.
  • Seit 2008 ist Mittersill durch Investitionen von zwölf Millionen Euro vor einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt.
  • Dafür wurden ein Damm von der Salzach bis zum südlichen Talrand mit einer Länge von 960 Metern und einer durchschnittlichen Höhe von sechs Metern über dem bestehenden Gelände errichtet, die B165 Gerlos Straße zur Überquerung des Damms angehoben, das Gewerbegebiet Mittersill-West geschützt sowie Maßnahmen am Bürgerkanal und zur Rückstausicherung im Ortsteil Felben durchgeführt.

Beinahe „Feuertaufe“ Ende Juli

Zwischen September 2017 und Mai 2018 wurde die bisherige Brücke, ein neuralgischer Punkt der B165 Gerlos Straße, abgerissen und durch eine neue Konstruktion ersetzt, die bei Hochwasser zwei Meter hoch angehoben werden kann. Damit werden mögliche Verklausungen und ein Eindringen von Wasser in das Stadtgebiet verhindert. „Beim Hochwasser Ende Juli dieses Jahres standen wir knapp vor dem ersten Echteinsatz. Die Tests der Hubfunktion sind bisher einwandfrei verlaufen. Es war ein außergewöhnliches Bauvorhaben, bei dem Land, Pinzgau-Bahn, Firmen und vor allem die Stadt Mittersill und ihre Bewohner äußerst konstruktiv zusammengearbeitet haben“, dankt Projektleiter Wolfgang Mariacher allen Beteiligten.

Die neue Hubbrücke: Daten und Fakten

  • 27,8 Meter lang, 12,6 Meter breit, rund 250 Tonnen schwer
  • sechs Großbohrpfähle bis 18 Meter Tiefe
  • 780 Kubikmeter Stahlbeton verbaut                            
  • 1,80 Meter Hubhöhe, Anheben dauert rund 30 Minuten
  • Vier Pylonhüllen: jeweils 9,65 Meter hoch, 2,50 Meter breit, bis zu vier Meter tief, rund 12 Tonnen schwer, 2.000 Stahl-Einzelteile, 113 dreieckige Glasscheiben
  • Bauzeit: September 2017 bis November 2019
  • Gesamtkosten: 6,85 Millionen Euro. LK_191129_61 (sm/mel)

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