30 Millionen für Gesundheitsprojekte in Salzburg

Land Salzburg und SGKK planen neue Angebote für Kinder und chronisch Kranke
Salzburger Landeskorrespondenz, 17. December 2019

(HP)  Gesundheitsprojekte im Ausmaß von 30 Millionen Euro planen Land und Salzburger Gebietskrankenkasse für die nächsten fünf Jahre. Finanziert werden sollen sie zum überwiegenden Teil aus Rücklagen der SGKK. Die Schwerpunkte der Projekte liegen in den Bereichen Kindergesundheit und Prävention chronischer Erkrankungen.

Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl ist erfreut, „dass wir damit wirkliche Verbesserungen umsetzen können wie Programme für übergewichtige Kinder, ein psychosoziales Versorgungszentrum oder Verbesserungen für herzkranke Menschen.“ Thom Kinberger, Obmann der SGKK, erklärt: „Wir wollen, dass damit den Salzburger Versicherten zumindest ein Teil ihrer einbezahlten Beiträge wieder zugutekommt.“

Ausbau der Kindergesundheit

Die österreichweite Kindergesundheits-Strategie gibt vor, dass Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder deutlich ausgebaut werden müssen und so früh wie möglich beginnen soll. Der Fokus wird auf die Themen Übergewicht, psychische Gesundheit und Zahngesundheit gelegt.

Schwerpunkt Übergewicht

Rund 5.000 Salzburger Kinder zwischen vier und 14 Jahren sind übergewichtig, das heißt, dass ihr Gewicht auf der Perzentile von über 97 liegt. (Bei Kindern wird Übergewicht nicht mit dem Body Mass Index (BMI), sondern mit Perzentilen bestimmt. Größer als 97 kann mit einem BMI bei Erwachsenen von über 30 verglichen werden.) Derzeit gibt es ein Therapieangebot in der Kinderklinik der Landesklinik, das rund 50 Kinder im Jahr betreuen kann. Ein Ziel ist es, Prävention für übergewichtige Kinder flächendeckend im ganzen Bundesland anzubieten.

Schwerpunkt Psyche

Kinder und Jugendliche, die selber unter psychischen Problemen leiden, brauchen schnell und unkompliziert Hilfe und Therapie. Neben der Klinik und den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie den Psychotherapeutinnen und -therapeuten gibt es in der Stadt Salzburg seit 2018 das psychosoziale Versorgungs- und Beratungszentrum (PVBZ). Mehr als 800 Kindern wurden dort bisher betreut. Das PVBZ ist vor allem bei komplexen Problemen eine gute Anlaufstelle, da neben Diagnostik und Therapie auch sozialpädagogische Unterstützung angeboten wird. Der Ausbau dieser Einrichtung durch eine Niederlassung in den Gebirgsregionen ist ein weiteres wesentliches Vorhaben.

Schwerpunkt Zahngesundheit

Abgerundet wird der Bereich der Kindergesundheit mit dem Ausbau der Angebote für die Zahngesundheit. „Es geht einerseits um spezielle Angebote für Kinder mit kaputtem Milchzahngebiss. Andererseits wollen wir die Vorsorge, also das richtige Zähneputzen und die Mundhygiene, noch intensiver zu den Kindern und Familien bringen“, sind sich Stöckl und Kinberger einig.

Verbesserung der Versorgung chronisch Kranker

Ein Defizit weist das österreichische Gesundheitswesen bei Beratungs- und Schulungsangeboten sowie bei der Versorgung für chronisch Kranke auf. Mit den Themen Adipositas, Diabetes, Herzinsuffizienz und Demenz stehen genau diese Krankheitsbilder im Zentrum, diese werden in den nächsten Jahren laut Prognosen stark zunehmen. Ein Ausbau der Angebote in diesen Bereichen bildet den zweiten großen Schwerpunkt der geplanten Projekte.

Schwerpunkt Diabetes und Bluthochdruck

Im Land Salzburg schätzt man die Zahl der Menschen mit Diabetes Typ 2 auf weit über 20.000. Jeder vierte Mensch in Salzburg hat zu hohen Blutdruck. Bekannt ist, dass gut geschulte Diabetes-Patientinnen und -Patienten deutlich seltener von Folgeschäden wie Erblindung, Nierenversagen, Herzinfarkte oder Fußabnahmen betroffen sind. Land und SGKK haben daher bereits im Vorjahr begonnen, Beratung und Schulung auszubauen. Die ersten Ergebnisse sind sehr gut: Mehr als 800 Menschen in Salzburg wurden im Jahr 2019 geschult, so viele wie noch nie zuvor im Bundesland. Salzburg soll zum Vorzeige-Bundesland bei Angeboten für Menschen mit chronischen Erkrankungen werden. „In den nächsten Jahren werden wir maßgeschneiderte und innovative Programme gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten sowie Expertinnen und Experten entwickeln“, so Stöckl.

Schwerpunkt Herzinsuffizienz

Auch Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist eine nicht heilbare, also chronische Erkrankung. Ein guter Umgang mit der Krankheit ist wesentlich dafür, dass Menschen ihren Alltag zu Hause gut meistern können und so die Gefahr von einem dramatischen Krankheitsverlauf mit regelmäßigen Krankenhausaufenthalten sinkt. Mit dem Kardiomobil war Salzburg bereits Vorreiter in der mobilen Betreuung zuhause. Dieses Projekt hat sich bewährt, wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen und soll auch durch digitale Elemente weiterentwickelt werden.

Schwerpunkt Demenz

Im Bereich der Demenz geht es vor allem um Angebote für die Angehörigen. Diese leiden zum einen durch die enorme pflegerische Belastung, zum anderen aber auch psychisch. Demenzpatientinnen und -patienten sowie ihre Angehörigen brauchen spezielle und strukturierte Beratungs- und Unterstützungsangebote. Diese sollen in Salzburg entwickelt werden. LK_191217_14 (ram/grs)

Medienrückfragen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, Mobil: +43 664 8921060, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum