Böller, Blei und Knallerei

Feinstaubwerte sind zu Neujahr am höchsten / Tipps für einen schadstofffreien Rutsch

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.12.2019
 

(LK)  In der Silvesternacht steigen die Feinstaubwerte auf die höchsten Konzentrationen des ganzen Jahres. „Durch die Feuerwerkskörper kommt es nicht nur zu gesundheitlichen Belastungen von Mensch und Tier, sondern auch zu unnötigem und weitverstreuten Müll“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, ressortzuständig für Klimaschutz, Luftreinhaltung und Abfallwirtschaft.

Kurz nach Mitternacht „explodieren“ die Feinstaubkonzentrationen, und je nach Wetterlage fällt auch die Höhe der Luftbelastung am Neujahrstag aus. Bei Wind und Regen wird die Feinstaubwolke rasch verdünnt und ausgewaschen, bei Windstille und Trockenheit verweilen die Partikel hingegen viel länger in der Luft. „So sorgten voriges Jahr stürmischer Wind und Regen in der Neujahrsnacht für eine rasche Verdünnung der Staubwolke. Zwei Jahre davor herrschte landesweit hingegen Windstille, und die Grenzwerte wurden in allen Bezirken und der Stadt Salzburg massiv überschritten“, weiß Alexander Kranabetter vom Referat Immissionsschutz.

Gesundheitsschädliche Metalle und Müll

Nach der Explosion eines Feuerwerkskörpers werden zudem Metallpartikel wie Aluminium, Barium, Chrom, Kupfer, Strontium oder Zink freigesetzt. Sie geben dem Feuerwerk Farbe, sind jedoch gesundheitlich bedenklich. „Die abgebrannten Knallkörper und Raketen verursachen nicht nur Feinstaub und Müll, sondern werden oft auch liegengelassen und verschandeln damit die Landschaft“, so Kranabetter.

Gefährlich für Wild- und Nutztiere

Was in der freien Natur zurück auf den Boden fällt, bleibt dort auch liegen und kann Wild und Nutztieren, die die Rückstände der Pyrotechnik für Futter halten, gefährlich werden. Die Metalle gelangen außerdem in Böden und damit auch in das Grundwasser.

Alternativen für einen schadstofffreien Rutsch

Für alle, die auf Silvesterfeuerwerk und Bleigießen verzichten möchten, gibt es mögliche Alternativen wie etwa eine Licht- und Lasershow – ganz ohne Rauch, Ruß, Feinstaub, Schwermetalle, Müll und Lärm. Auch das Orakel zum Jahreswechsel muss nicht ausfallen: Statt Blei kann man Kerzenwachs verwenden und diese dann deuten. Oder man legt Karten und liest im Kaffeesatz. Auch so gelingt ein guter Start ins neue Jahr.

Immer mehr Gemeinden verzichten auf Böllerei

„Ganz besonders freut es mich, dass es nun schon einige Gemeinden gibt, die bewusst auf Feuerwerk und Böllerei verzichten. Es ist ein starkes Zeichen und zeugt von Weitblick – auch wenn diese Entscheidung immer wieder auf Gegenwind stößt. Sie haben meine vollste Unterstützung, und ich hoffe, dass nächstes Jahr noch mehr Gemeinden diesen Weg mitgehen“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Schellhorn. LK_191227_10 (ram/grs)

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum