Salzburg zündet den Turbo bei Wissenschaft und Forschung

Strategie wird seit 2016 verfolgt und geht auf / Land fördert mit 20,5 Millionen Euro

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.12.2019
 

(LK) „Die internationale Konkurrenz ist bei Wissenschaft und Forschung stark, aber Salzburg hat sich durchaus als Standort mit viel Innovationskraft einen guten Namen gemacht“, sind sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landesrätin Andrea Klambauer einig. Seit 2016 wird die Wissenschafts- und Innovationsstrategie, kurz WISS, konsequent verfolgt. Die erste Zwischenbilanz ist beeindruckend.

Dabei setzt die WISS auf die Zukunftsthemen Life Sciences, Informations- und Kommunikationstechnologie, inklusive Digitalisierung, Intelligente Materialien, Alpines Bauen mit einem Schwerpunkt auf den Rohstoff Holz, auf Kreativwirtschaft sowie Dienstleistungsinnovationen. „In diesen Bereichen haben wir gute Kompetenzen und Grundlagen. Kernpunkte dabei sind, dass das regionale Wissen auch in Wertschöpfung umgewandelt wird. Nicht zufällig sind einige Salzburger Unternehmen weltweit führend“, betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

93 Projekte mit einem Volumen von über 53 Millionen Euro

Eine erste Zwischenbilanz der WISS von 2016 bis Ende 2019 beindruckt jedenfalls durch Zahlen: 93 Projekte mit einem Volumen von 53,3 Millionen Euro wurden umgesetzt. Die Fördersumme des Landes beträgt dabei 20,5 Millionen Euro. Damit werden 175 Vollzeitarbeitsplätze pro Jahr in der Forschung geschaffen. Insgesamt forschen in Salzburg 3.500 Personen in Vollzeit. Das Wachstum hier war zwischen 2015 und 2017 doppelt so hoch wie in Österreich. Die Stärkung des Wissensstandortes Salzburg wird durch intelligenten Mitteleinsatz vorangetrieben: Im Vordergrund stehen Hebelwirkungen – Landesmittel werden als Kofinanzierungsbeiträge für nationale und internationale Förderschienen eingesetzt. Projekte mit Perspektive auf Transfer und Innovation werden bevorzugt unterstützt.

Innovative Ideen werden aktiv unterstützt

Geld alleine reicht allerdings nicht, um Salzburg zu einem Top-Forschungsstandort zu machen. „Wir haben daher beim ITG-Innovationsservice eine eigene Projektservicestelle eingerichtet, sie berät und vernetzt Unternehmen und Forschungseinrichtungen“, so Landesrätin Andrea Klambauer. 2019 wurden 13 neue Projekte eingereicht und weitere 15 entwickelt, mehr als 100 Beratungen wurden bis Ende September bereits durchgeführt.

Salzburgs Forscher und Forscherinnen sind gut vernetzt

Vernetzen ist bei Forschung und Wissenschaft Programm und Pflicht, daher überrascht es nicht, dass einige WISS-Leuchtturmprojekte in Zusammenarbeit mit der Universität, der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, der Fachhochschule und mit regionalen, aber international tätigen Unternehmen umgesetzt wurden. Dazu gehören das Zentrum für Alpines Bauen, das Salzburg Center for Smart Materials und das Forschungszentrum EVTT im Bereich der biomedizinischen Therapieentwicklung, drei von der EU geförderte Forschungs- und Transferzentren, weiters das Zentrum für sichere Energie-Informatik, der Cancer Cluster Salzburg, das Digitale Transferzentrum und einige mehr.

Top-Forschungszentren siedeln sich in Salzburg an

„Mit der gezielten Stärkung unserer regionalen Forschungskompetenzen werden wir auch zunehmend über die Region hinaus sichtbar und wettbewerbsfähig, was die erfolgreiche Einwerbung von Forschungsleuchttürmen auf Bundesebene für Salzburg beweist“, so Haslauer. Zwei renommierte Forschungszentren konnten nach Salzburg geholt werden: „Das neue COMET-Kompetenzzentrumsprojekt Digital Motion in Sports, Fitness and Well-being, wo es um die Digitalisierung des Sports mit namhaften Unternehmen geht, und das neue Ludwig Boltzmann Institut für Digital Health and Prevention, wo es um die Unterstützung von Menschen im Bereich der Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge geht, sind für unseren Standort große Erfolge. Damit ist Salzburg wieder auf der nationalen Forschungslandkarte stark sichtbar“, so Klambauer.

Rekord bei Unternehmensgründungen

Ein attraktiver Forschungsstandort mit spannenden Themen lockt auch neue Unternehmen und Fachkräfte an, bietet die nötigen Rahmenbedingungen für die Stärkung der heimischen Wirtschaft und für Unternehmensgründungen. „Auch hier arbeiten wir intensiv daran, Salzburg noch besser aufzustellen. Im Österreich-Vergleich haben wir eine hohe Selbstständigenquote und eine stark steigende Gründungsdynamik, alleine 2018 wurden 2.367 Unternehmen in Salzburg gegründet. Aufholen können wir noch bei den wissens- oder technologiebezogenen Startups, wo wir mit dem Inkubator Startup Salzburg ein erfolgreiches Gründungsprogramm aufgebaut haben“, so Haslauer.

Startup-Unternehmen werden unterstützt

„Damit können wir Startups bei ihrer individuellen Entwicklung von der Idee bis zum Markteintritt maßgeschneidert unterstützen, in Salzburg zu Wachstum verhelfen und damit am Standort binden“, ist Haslauer überzeugt. Aktuell werden im Rahmen von Startup Salzburg, einer Kooperation von ITG-Innovationsservice für Salzburg, Wirtschaftskammer, Fachhochschule und Universität, bereits über 50 Projekte in allen Reifegraden betreut und rund 120 Projektberatungen für neue Ideen pro Jahr umgesetzt.

Das ist noch zu tun

Zwar hat sich seit 2016 mit der Wissenschafts- und Innovationsstrategie viel getan, allerdings geht der Bick weiter nach vorne. Aufholbedarf gibt es zum Beispiel noch bei den Forschungskennzahlen, auch die Forschungsquote ist zwar auf einem positiven Weg, kann aber noch an Fahrt zunehmen. „Wir performen nicht schlecht, Salzburg hat das Forschungs- und Entwicklungswachstum gegenüber 2015 beschleunigt, während Österreich etwas an Dynamik verliert. Wir ruhen uns aber nicht aus, sondern denken jetzt schon an die nächsten zehn bis 20 Jahre“, versichern Haslauer und Klambauer. Wichtig ist deshalb die konsequente Fortsetzung des Strukturaufbaus in Wissenschaft und Forschung. 50 Prozent der Landesfördermittel fließen in diesen Bereich.

Daten und Fakten zum Standort Salzburg

  • Salzburg zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen Europas, liegt an 17. Stelle.
  • Beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hat Salzburg Wien überholt und ist Nummer 1 in Österreich.
  • Auch gehört Salzburg zu den Regionen mit der niedrigsten Arbeitslosenquote in Europa, 2017 war unser Bundesland auf dem achten Rang.
  • Die heimischen Unternehmen gaben 2017 für Forschung und Entwicklung 284 Millionen Euro aus. Die Wirtschaft hat also einen Anteil von 64 Prozent an den Forschungsausgaben.
  • In Salzburg arbeiten 3.546 Personen in der Forschung. LK_191230_71 (rb/mel/grs)

 

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Redaktion: Landes-Medienzentrum