Der Pinzgau trauert um seinen "Max"

Bezirkshauptmann a.D. Hofrat Dr. Max Effenberger im 84. Lebensjahr verstorben
Salzburger Landeskorrespondenz, 20. July 1998
Medium: Landeskorrespondenz

LK Einer der bekanntesten Pinzgauer, Bezirkshauptmann a. D. Hofrat Dr. Max Effenberger, ist am Samstag, 18. Juli, im 84. Lebensjahr im Krankenhaus Zell am See verstorben. "Der Max", wie er zahllosen Pinzgauerinnen und Pinzgauern auch während des Ruhestandes in bleibender Erinnerung war, leitete als Bezirkshauptmann neun Jahre lang verdienstvoll den Verwaltungsbezirk Pinzgau, einen der größten Bezirke Österreichs, und war darüber hinaus in vielen öffentlichen Funktionen seiner Heimat verdienstvoll tätig. Die Beisetzung des gebürtigen Bruckers findet am Mittwoch, 22. Juli, in seiner Heimatgemeinde statt; dem Auferstehungsgottesdienst ab 16.00 Uhr in der Pfarrkirche von Bruck an der Glocknerstraße folgt die Beisetzung im Familiengrab auf dem Ortsfriedhof.

Hofrat Dr. Effenberger wurde für seine Verdienste vielfach ausgezeichnet, er war Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Salzburg und war Inhaber des Komturkreuzes des Silvesterordens. Durch seine umsichtige Amtsführung hat Hofrat Effenberger als Behördenleiter wesentlich zur wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung des Bezirkes Zell am See beigetragen, auch machte er sich um bestes Einvernehmen mit der benachbarten Bundesrepublik Deutschland verdient. In zahlreichen öffentlichen Würdigungen wurde auch betont, daß sich Dr. Effenberger für den Umbau der alten Bezirkshauptmannschaft in Zell am See verdient gemacht habe, insbesondere auch um die Erhaltung des wertvollen Altbestandes bei der Umgestaltung zu einem modernen Amtsgebäude. 1973 wurden diese Arbeiten mit der Schaffung des gotischen Sitzungssaales abgeschlossen.

In Erinnerung bleibt den Pinzgauer/innen auch der Einsatz des verstorbenen Alt-Bezirks-hauptmannes für das Schulwesen. Schon in den frühen 60er Jahren hat der Schulverein in Zell am See vorbildliche Pionierarbeit geleistet, geführt von Dr. Effenberger als langjährigem Obmann. In diese Zeit fallen wesentliche Förderungen für die mittleren und höheren Schulen des Bezirkes, wodurch das Schulwesen eine große Ausweitung erfuhr. Auch bei der Erwachsenenbildung, vor allem bei den Bildungswochen im Bezirk, fehlte Effenbergers Einsatz auch als Referent selten. Ein wichtiges Anliegen war ihm auch die von ihm gestartete Aktion "Sauberer Pinzgau", die jährlich mit zunehmendem Erfolg durchgeführt wird. Als Mitglied der Kommission für den Nationalpark Hohe Tauern vertrat Hofrat Effenberger mit viel Engagement die Interessen des Landes und der Pinzgauer Bevölkerung, mit der er stets enge Kontakte pflegte.

Effenbergers Fähigkeit, freundschaftliche Beziehungen zu knüpfen und zu erhalten, hat sich auch über die Grenzen hinaus und bis in den Ruhestand ausgewirkt. Davon hat nicht zuletzt auch der Fremdenverkehr profitiert, der während seiner Tätigkeit großen Aufschwung genommen hat. Ein weiterer Ausdruck seines Wirkens für die Modernisierung des Bezirkes unter gleichzeitiger Erhaltung der bewahrenswerten bodenständigen Schätze sind seine Mitarbeit am Entwicklungsplan Pinzgau, seine Initiative für den Bildband "Pinzgauer Heimatband", die Mitarbeit bzw. Herausgabe vielbeachteter Heimatchroniken oder die Mitwirkung bei der Gründung des Vereines für die Sanierung und Erhaltung der Burg Kaprun.

Max Effenberger wurde am 29. November 1914 in Bruck an der Glocknerstraße geboren, legte 1934 am Borromäum in Salzburg die Matura ab, studierte anschließend an der Universität Innsbruck Jus und promovierte 1938 zum Dr. jur. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft trat Dr. Effenberger am 1. August 1946 in die Dienste der Bezirkshauptmannschaft Zell am See und wurde mit 1. Jänner 1971 zum Bezirkshauptmann ernannt. Diese Funktion übte er bis zu einem Übertritt in den Ruhestand Anfang 1980 aus. C145-11B