Der Landespreis für Medienkunst geht 2013 an Andrea Maurer

Schellhorn: Künstlerische Anregungen zum Hinterfragen von Kommunikationsmustern sind wertvoll
Salzburger Landeskorrespondenz, 28. September 2013

(LK)  Der mit 10.000 Euro dotierte Salzburger Landespreis für Medienkunst 2013 geht an die Salzburger Künstlerin Andrea Maurer für ihre Installation "Gesprächsgegenstände". Das gab heute, Samstag, 28. September, Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn auf der Pernerinsel in Hallein bekannt.

Die "Gesprächsgegenstände" von Andrea Maurer sind etwa eine Shakespeare rezitierende Topfpflanze, ein rauchender Tisch, eine Konversation zwischen einem Fernseher und einer Gießkanne, ein motorisierter Brief, ein – beim Ausfalten – kichernder Meterstab, singende Holzlatten oder eine Diskussion zwischen einem Bleistift und einem iPhone. Diese sehr poetische Arbeit hinterfragt unsere Wahrnehmung, die durch die Sprache oft eingeschränkt wird. Humorvoll verquickt Maurer Gegenstände mit Texten.

"Die künstlerische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der neuen Medien und das Hinterfragen von Kommunikationsmustern sind ebenso faszinierend wie notwendig. Ich freue mich schon sehr, das Projekt von Andrea Maurer anlässlich der Schmiede 2014 wirklich erleben zu können. Ich danke den drei Juroren Brigitte Vasicek, Michael Hackl und Gunter Reisinger für ihre Arbeit. Die Verknüpfung des Preises mit dem innovativen Festival 'Schmiede' auf der Pernerinsel in Hallein ergibt doppelt Sinn. Darüber freue ich mich als Halleiner besonders", betonte Kulturreferent Landesrat Heinrich Schellhorn und gratulierte der Preisträgerin.

Schellhorn gratuliert ebenso Nikolaus Psaroudakis, dessen Projekt "Heisenberg is sitting in a room" von der Jury die "lobende Erwähnung" fand.

Das Land Salzburg vergibt in Kooperation mit der "Schmiede Hallein" seit 2006 den Landespreis für Medienkunst. Das Preisgeld versteht sich als Förderung, um das eingereichte Projekt tatsächlich umsetzen zu können. Die Preisträgerin beziehungsweise der Preisträger nimmt an der "Schmiede Hallein" 2013 teil und kann die fertige Siegerarbeit im darauffolgenden Jahr präsentieren.

"Mit dem Konzept zur Arbeit 'Gesprächsgegenstände' wurde 2013 eine genrebezogen durchaus untypische Herangehensweise mit dem Salzburger Landespreis für Medienkunst prämiert: Die Salzburger Künstlerin Andrea Maurer konnte die Jury mit ihrer vielschichtigen, gut durchdachten und nicht zuletzt humorvollen Einreichung im Bereich medienimmanenter Medienkritik für sich gewinnen. Auf Basis eines sprachwissenschaftlichen Ansatzes versteht sich die Künstlerin in ungewohnt ungekünstelter Manier darauf, beinahe zur Alltäglichkeit gewordene Kommunikationsstrukturen kritisch zu hinterfragen", so die Jurybegründung für die Preisträgerin Andrea Maurer.

Die Künstlerin Andrea Maurer

Andrea Maurer wurde 1978 in Salzburg geboren. Sie studierte Sozial- und Kulturanthropologie an der Uni Wien sowie am Modern Dance Department an der Yildiz Universität Istanbul.

Seit 2009 studiert sie an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Pawel Althamer und Julian Göthe. 2007 gründete Maurer mit Thomas Brandstätter das "studio 5". Ihre Projekte umfassen Performances, Installationen, Interventionen im öffentlichen Raum, Videoarbeiten und Animationsfilme. Ihre Arbeiten wurden in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Festivals im In- und Ausland präsentiert, u.a. bei Impulstanz, Szene Salzburg, brut Wien, Mousonturm Frankfurt, Kampnagel Hamburg, Maison de la Culture d’Amiens, Gessnerallee Zürich. Seit 2011 ist "studio 5" Teil des europäischen Netzwerkes apap – advancing performing arts project.

2006 erhielt Maurer das "a la source"-Jahresstipendium für Nachwuchschoreographinnen am Tanzquartier Wien sowie das DanceWeb-Stipendium beim Impulstanz Festival Wien und 2011 ein Startstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur.

Die 'Schmiede Hallein', ein Medienkunstfestival auf der Pernerinsel

Die Schmiede Hallein ist ein produzierendes Medienkunstfestival auf der Pernerinsel in Hallein. Die Teilnehmer, die "smiths", arbeiten zehn Tage (vom 19. bis 29. September 2013) gemeinsam an der Entwicklung von Projekten, die sowohl technisch innovative als auch künstlerische Elemente aufweisen. Die Produktionen der rund 180 "smiths" werden am Ende der Schmiede bei einer Werkschau der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Kosten für das zehntägige Festival inklusive der Präsentation des Medienkunstpreises belaufen sich auf 411.000 Euro. Sie werden durch Subventionen der öffentlichen Hand (Stadt Hallein: 10.000 Euro, Tourismusverband Hallein: 5.000 Euro, Bund: 40.000 Euro, Land Salzburg in Summe 45.000 Euro), Teilnahmegebühren, vor allem aber durch Sachleistungen (die Stadtgemeinde Hallein stellt beispielsweise die Räumlichkeiten sehr günstig zur Verfügung) und Sponsoring gedeckt. r215-60