Kulturelle Bildung öffnet Augen

Schellhorn verleiht Lehrerinnen- und Lehrer-Preis an Marika Kendlbacher / Freude am Kreativsein des Kindes geweckt
Salzburger Landeskorrespondenz, 25. November 2015

(LK)  Der Lehrerinnen- und Lehrer-Preis für Kulturvermittlung in Schulen 2015 geht an die Volksschuldirektorin Marika Kendlbacher aus Werfen. Eine unabhängige Jury wählte Marika Kendlbacher und die Volksschule Werfen mit ihrem Projekt "Vom Lesen und Schreiben…oder andersrum?" aus. Marika Kendlbacher ist mittlerweile die vierte Lehrperson und die erste Schulleiterin, die diese Landesauszeichnung erhält. Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn wird bei der großen Kulturpreisverleihung des Landes am 9. Dezember den Preis übergeben. Mit diesem Preis soll eine, von einer unabhängigen Jury ausgewählte Lehrperson, für ihr bemerkenswertes Engagement im Bereich "Kulturvermittlung in Schulen" gewürdigt werden. Das Land Salzburg geht mit dem Lehrerinnen- und Lehrer-Preis einen österreichweit einzigartigen Weg.

"Kulturvermittlung an Schulen ist mir ein besonderes Anliegen. Gerade in den Schulen haben wir die Chance, alle Kinder mit Kunst zu erreichen, und zwar unabhängig von der Kulturnähe ihrer Eltern. Jedoch erfordert die Umsetzung oft eine Extraportion an Einsatz. Dieses Engagement möchten wir mit dem Lehrerinnen- und Lehrer-Preis würdigen. Ich freue mich ganz besonders über die Preisträgerin Marika Kendlbacher, denn sie setzt gemeinsam mit ihren Kolleginnen bereits seit Jahren mit Kunstprojekten besondere Schwerpunkte und vermittelt so den Kindern nicht nur Basiskompetenzen und gibt ihnen ein Kulturverständnis mit auf ihren Weg, sondern weckt in ihnen auch Freude am Kreativsein", so Schellhorn.

Kunstaktive Volksschule Werfen

Das Lehrpersonal samt Schülerinnen und Schülern der Volksschule Werfen stellte im Schuljahr 2014/2015 das Lesen und Schreiben in den Mittelpunkt und baute rund um das Lese- und Literaturprojekt "Vom Lesen und Schreiben…oder andersrum?" immer wieder kreative Projekte in den laufenden Unterricht ein. Lesen, Schreiben, Bücher, Lieder, Texte, Illustrationen, Zeitschriften, Kritiken - alle Facetten von Schreiben und Lesen konnten die Kinder in verschiedenen Projektgruppen mit mehreren Kunstschaffenden und dem Projektpartner Literaturhaus Salzburg kennenlernen und erproben.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler waren die Illustratorin Birgit Antoni, der Buchautor Georg Bydlinski, der Schauspieler, Autor und bildende Künstler Thomas J. Hauck und der Kinder-Musical-Autor und Liedermacher Peter Blaikner.

Statement der Preisträgerin

Marika Kendlbacher weiß um die Wirkung solcher Projekte: "Gerade im Volksschulalter sind Kinder neugierig, wissbegierig und unvoreingenommen. Als Lehrerin hat man die große, aber auch wunderbare Aufgabe, mit diesem Schatz behutsam und verantwortungsvoll umzugehen. Viele anerkannte Künstlerinnen und Künstler haben uns in den vergangenen 25 Jahren begleitet und unseren Schulkindern neue Perspektiven und Wege eröffnet, sie kreativ sein lassen und somit  Herzensbildung und Toleranz, Selbstbewusstsein und Gemeinschafts- und Persönlichkeitsbildung gefördert."

Jurybegründung

Die Jury bestehend aus Viktoria Buttler (Pädagogische Hochschule), Daniela Ellmauer (Akzente Salzburg) und Wolfgang Seierl (Künstler und Musiker), hob für ihre Entscheidung besonders hervor, "dass es mit dem Projekt zu einer Öffnung des Schulbetriebs und Schulraums gekommen ist. In einem empathischen Prozess gelang den Kindern durch die Begegnung mit Literatur und ihrer Bearbeitung und möglichen Veränderung eine Begegnung mit der eigenen Identität, die wiederum dadurch verändert und beeinflusst wurde."

Kulturvermittlung in Salzburger Schulen

"Bildung in Kunst und Kultur unterstützt Kinder und Jugendliche bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Kulturelle Bildung kann Augen öffnen. Nach innen wie nach außen. Sie kann dabei unterstützen, Talente und Gefühlswelten zu entdecken und den Blick zu schärfen beim Schauen über den Tellerrand. Gerade in Krisenzeiten kann Kunst ein wichtiger Motor in der Betrachtung und Bewältigung sein", so Schellhorn über die Notwendigkeit von Kulturvermittlung an Schulen.

Langfristig zielen die Bemühungen der Förderaktion "Kulturvermittlung in Schulen" auf ein Selbstverständlich-Werden von Kreativ-Prozessen in der Schulbildung. Salzburg möchte damit den Empfehlungen der UNESCO den Weg ebnen, kultureller Bildung und Kunst einen permanenten und zentralen Platz im Lehrplan zu geben.

Die Wertschätzung für dieses Engagement  würdigt das Land Salzburg in Form der "Auszeichnung Kulturvermittlung in Schulen" und soll auch exemplarisch für viele Lehrerinnen und Lehrer in Stadt und Land stehen, die mit spannenden Kunst- und Kulturprojekten Salzburgs Schulen zu einem Ort machen, wo Kreativität und Persönlichkeit der Kinder erfolgreich entwickelt und gefördert werden können.

Bei der Aktion des Landes "Kulturvermittlung in Schulen" kommen Kunstschaffende aus den Bereichen Malerei, Objektkunst, Fotografie, Film oder Theater an Schulen. In Zusammenarbeit mit einer begleitenden Lehrperson arbeiten die Künstlerinnen und Künstler mit den Kindern und Jugendlichen an konkreten Projekten.

Rund 5.000 Jugendliche nehmen jährlich aktiv an solchen Kunstaktionen in den Schulen teil. t275-30b (jus/ram)

Weitere Informationen: Mag. Johanna Jenner, Büro Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn, Tel.: 0662/8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.