Wintertourismus als Thema der Aktuellen Stunde

Plenarsitzung des Salzburger Landtags morgen im Chiemseehof
Salzburger Landeskorrespondenz, 28. January 2020

(LK)  Über die „Zukunft des Wintertourismus in Zeiten der Klimakrise“ debattieren die Abgeordneten morgen, Mittwoch, in der Aktuellen Stunde in der Plenarsitzung des Salzburger Landtags im Chiemseehof.

 

Die im Landtag vertretenen Fraktionen ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS übermittelten dazu folgende Statements:

Scharfetter: Herausforderungen der Zukunft aktiv angehen

„Salzburg zählt wirtschaftlich zu den Top-Regionen in Europa. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch die heimische Tourismuswirtschaft, die mit Innovation, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit punktet. Ein wichtiger Aspekt der Qualitätsstrategie ist eine immer stärkere Fokussierung der Branche auf die Themen Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz. Beachtliche Investitionen fließen beispielsweise in erneuerbare Energien oder Maßnahmen zur Energieeffizienz, etwa in der sehr innovativen Seilbahnwirtschaft, und werden auch durch entsprechende Förderungen der öffentlichen Hand unterstützt. Mobilität und Umstieg auf den öffentlichen Verkehr spielen auch im Tourismus eine immer wichtigere Rolle, genauso wie die Umsetzung von Energiekonzepten bei der Errichtung neuer Tourismus- und Hotellerieprojekte. Beratungen des Umweltservice Salzburg werden auch von den Tourismusbetrieben entsprechend angenommen. Diese Beispiele zeigen, dass Salzburgs Tourismuswirtschaft die Herausforderungen im Bereich Klima- und Umweltschutz aktiv annimmt“, so ÖVP-Tourismussprecher Hans Scharfetter.

Forcher: „Weniger Quantität, mehr Qualität“

„Eigentlich sind wir in einem Dilemma, fast wie bei den Olympischen Spielen. Immer größer, immer weiter, immer gigantischer, immer unglaublicher. Im Winter- und auch im Sommertourismus braucht es mehr Nachhaltigkeit. Es braucht unter anderem Strategien, wie Bus und Bahn zu echten alternativen Anreisemöglichkeiten werden. Ständig steigende Nächtigungszahlen, ein Rekord jagt den anderen. Das kann man positiv und auch negativ sehen. Die Einheimischen bekommen unattraktive Arbeitsplätze und bezahlen die Zeche mit explodierenden Grundstücks- und Wohnungspreisen. Ohne Tourismus aber geht es nicht. Es scheint jedenfalls Grenzen zu geben, die in immer mehr Gemeinden erreicht werden. Daher: weniger Quantität, mehr Qualität“, fordert SPÖ-Tourismussprecher Gerald Forcher.

Berger: Krise als Chance nutzen

„Wer die medial-propagierte ‚Klimakrise‘ als Problem sieht, hat die Chancen dieser Herausforderung anscheinend verkannt. Nutzen wir doch den Hype, der uns hier geboten wird. Als Rückenwind für jene Ziele, die uns schon lange am Herzen liegen: Sparen wir uns künftig ewig-lange Anfahrtsstrecken zu den XXL-Skiarenen Europas. Und bemühen uns stattdessen um vorhandene Strukturen: Modernisieren wir lieber Lifte und Strecken vor unserer Haustüre. Damit investieren wir gleichzeitig nachhaltig in den Nahtourismus und die Wirtschaft unseres Landes“, betont die FPÖ-Abgeordnete Karin Berger.

Scheinast: Neue Spielregeln definieren

„Die Klimakrise entzieht dem Wintertourismus zunehmend die wichtigste Grundlage: die Schneesicherheit. Es ist jetzt der Zeitpunkt, sich darauf vorzubereiten und neue Spielregeln für den Wintertourismus zu definieren: Höchste Zeit, dass wieder die Natur den Tourismus bestimmt und nicht der Tourismus die Natur“, fordert der grüne Umwelt- und Wirtschaftssprecher Josef Scheinast. Unter anderem sollen Modernisierungen von Skianlagen nur noch dann genehmigt werden, wenn die Betreiber ein innovatives Energie- und Klimaschutzkonzept umsetzen. „Gerade die Alpen sind bestens geeignet, um mit umweltfreundlichen Technologien erneuerbare Energie zu erzeugen. Trotzdem wird Sonnenenergie in Salzburgs Skigebieten noch viel zu wenig und Windenergie bekanntlich noch gar nicht zur Stromerzeugung herangezogen.“ Auch die Anreise mit Bus und Bahn müsse noch viel attraktiver werden. Um ein Umdenken in Gang zu bringen, seien auch „eine Ökologisierung des Steuersystems sowie der Wirtschaftsförderung dringend notwendig“.

Weitgasser: „Wie die Butter zum Brot“

„Der Wintertourismus gehört zum Land Salzburg wie die Butter zum Brot“, ist NEOS-Tourismussprecherin Elisabeth Weitgasser überzeugt. „Wir müssen alles daransetzen, in Zeiten des Klimawandels nachhaltige Schritte zu setzen, um den Wintertourismus mit seinen rund 14 Millionen Nächtigungen als wesentliches Standbein des Wirtschaftsstandortes Salzburg zu erhalten. Wir NEOS setzen dabei immer ein ‚und‘ zwischen Wirtschaft und Umwelt und bringen in die Landtagssitzung hierzu auch einen Antrag zu emissionsfrei betriebenen Fahrzeugen im inneralpinen Raum ein. Wir freuen uns auf eine lebhafte Debatte.“

Ausschussberatungen mit drei Tagesordnungspunkten

Die Plenarsitzung des Landtags beginnt morgen um 9.00 Uhr. Nach der aktuellen Stunde folgt die Fragestunde mit neun mündlichen Anfragen und zwei dringlichen Anfragen. Danach wird über 24 Berichte und Anträge der Ausschüsse abgestimmt. Schließlich enthält die Tagesordnung auch noch die Beantwortung von 32 schriftlichen Anfragen sowie zwei Berichte der Landesregierung, um deren Vorlage der Landtag ersucht hat. Die Haussitzung wird um 14.00 Uhr für Ausschussberatungen mit drei Tagesordnungspunkten unterbrochen.

Landtag live im Internet

Die Tagesordnungen der Haussitzung und der Ausschussberatungen stehen auf der Landes-Webseite unter www.salzburg.gv.at zur Verfügung. Die Sitzungen des Plenums des Salzburger Landtags sowie der Ausschüsse können live im Internet mitverfolgt werden. Auch auf Facebook und auf Twitter können sich Interessierte über die aktuellen Sitzungen, Themen und Schwerpunkte informieren. LK_200128_21 (kg/sm)

Medienrückfragen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735

Redaktion: Landes-Medienzentrum