So viele Schadensfälle wie seit 2002 nicht mehr

Mehr als 3.200 Fälle an den Katastrophenfonds gemeldet/ Extremer November 2019
Salzburger Landeskorrespondenz, 05. February 2020

(LK) 3.243 gemeldete Schadensfälle im Vorjahr. Nach den Starkregenfällen und Murenabgängen wurden allein seit November 702 Anträge auf finanzielle Hilfe gestellt. „Die aktuellen Zahlen des Katastrophenfonds belegen deutlich, dass 2019 ein extremes Jahr gewesen ist. Selbst im ‚Hochwasserjahr‘ 2013 gab es ‚nur‘ 3.175 Fälle. Mit den massiven Schneefällen im Jänner, Hochwasser und Muren im Sommer und den Starkregenereignissen im November ist 2019 bisher Spitzenreiter in der Bilanz“, so Landesrat Josef Schwaiger.

„Der Katastrophenfonds garantiert rasche und wirkungsvolle sofortige Unterstützung bei Naturkatastrophen, wenn diese für die Betroffenen existenzbedrohend sind. Eine Elementarversicherung kann der Fonds jedoch nicht ersetzen“, betont Schwaiger. Rund ein Fünftel der Vorjahres-Anträge konnten bereits erledigt werden. Von den knapp 2.600 noch offenen Ansuchen betrifft mehr als die Hälfte Waldschäden und der Rest jene nach Lawinen, Erdrutschen und Muren sowie Hochwasser. „Für die jetzt offenen Anträge aus dem Vorjahr werden 10,7 Millionen Euro an Beihilfen aus dem Katastrophenfonds ausbezahlt werden“, rechnet Schwaiger vor.

702 Anträge seit November

Betroffen von den Unwettern im November waren vor allem Gebiete entlang des Alpenhauptkamms. 508 der bisherigen 702 Anträge stammen aus dem Gasteiner- (78) und Großarltal (79), dem Raurisertal (88) und weiteren Gemeinden im Pinzgau (152) sowie aus dem Lungau (88). Dabei geht es um Unterstützung zur Beseitigung von Schäden durch Vermurungen und Erdrutsche. Dazu kommen noch 194 Ansuchen aus dem Lungau auf Entschädigung nach Schneedruck.

In einer Woche so viele Schäden wie in einem Jahr

Da aufgrund der Witterungsverhältnisse Schäden an landwirtschaftlichen Flächen oder im Gelände großteils noch nicht aufgearbeitet werden konnten oder Begutachtungen nicht mehr möglich waren, ist damit zu rechnen, dass diese Zahl noch weiter steigen wird. Anträge sind noch bis zum 17. Mai möglich. „Wir erwarten insgesamt bis zu 1.000 Anträge. Das würde dann bedeuten, dass es an den Tagen vom 12. bis zum 18. November des Vorjahrs so viele Geschädigte gibt wie in einem annähernd ‚normalen‘ Katastrophenjahr“, beschreibt Egon Leitner vom Referat Agrarwirtschaft, Bodenschutz und Almen die Dramatik des Herbsts 2019.  LK_200205_20 (kg/sm)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum