Ein Leben für den Volkstanz

Auszeichnung für Wolfram Weber / 43 Jahre taktvoll im Dienste der Volkskultur
Salzburger Landeskorrespondenz, 14. February 2020

(LK)  Egal ob Polka, Siebenschritt oder Walzer – beim Volkstanz ist Wolfram Weber in seinem Metier. Er war lange Zeit in der Brauchtumsgruppe Jung Alpenland aktiv. Seit zehn Jahren ist er Obmann der ARGE Volkstanz und hat neue Fortbildungen wie Tanz di4e oder Voixtanz, versehen mit neuen Impulsen und Tanzformen, ins Leben gerufen. Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn zeichnete Wolfram Weber kürzlich mit der Volkskulturmedaille in Silber aus und dankte ihm „für seinen großen persönlichen Einsatz“.

Weber war 43 Jahre Mitglied in der Brauchtumsgruppe Jung Alpenland, davon fünf Jahre als Obmann und 22 Jahre als Obmann-Stellvertreter. Parallel dazu hat er auch einige Zeit den Singkreis dieser Vereinigung geleitet.

Akzente für ein kulturelles Miteinander

2014 startete er den Tanz der Kulturen und setzt mit den transkulturellen Tänzen aus zehn Ländern neue Akzente für ein kulturelles Miteinander. „Über dieses Engagement freue ich mich speziell. Tanzen verbindet die Menschen in einer ganz besonderen Weise miteinander und stärkt den sozialen Zusammenhalt. Wolfram Weber beweist, wie viel ein Einzelner zu einer lebendigen Volkskultur beitragen kann“, betont Kulturreferent Heinrich Schellhorn.

Den Kathreintanz wieder belebt

Als Obmann der Arge Volkstanz und Volkstanzreferent der Salzburger Heimatvereine vertritt er das Land in verschiedenen bundesweiten Gremien. Er gibt sein Wissen und Können bei diversen Veranstaltungen und Fortbildungen dem Publikum weiter. Gemeinsam mit dem Volksliedwerk hat er 2006 den Salzburger Kathreintanz wieder belebt. Zudem hat er die Gruppe Saitenstreich gegründet und spielt mit der Bassgeige in diversen Tanzlmusiken auf. Er war auch jahrelang Sänger im Gurlspitz-Dreigesang.

Interview mit Wolfram Weber

Das Landes-Medienzentrum (LMZ) wollte von Wolfram Weber wissen, wann und wie seine Liebe zum Volkstanz begonnen hat:

LMZ: Wie sind Sie eigentlich zum Volkstanz gekommen?

Weber: „Als 15-Jähriger fragte ich meine Mutter, ob ich in die Tanzschule gehen dürfte. Sie sagte mir darauf hin, dass es besser wäre, zuvor ein wenig Volkstanz zu lernen. Ihr Schwager, Michael Nußdorfer, leitete damals die Gruppe Jung Alpenland und so begann 1975 für mich das Volkstanzen. Als ich ein Jahr später dann dennoch in die Tanzschule ging, hat mir das schon sehr geholfen.“

LMZ: Was fasziniert Sie daran so, dass Sie schon viele Jahrzehnte damit so eng verbunden sind?

Weber: „Mit dem Volkstanz gibt es praktisch unendlich viele Möglichkeiten, gesellschaftlich ungezwungen in Kontakt mit Menschen zu kommen. Es erweitert den Bekanntenkreis und eröffnet neue Freundschaften. So wie damals bei mir ist es auch heute noch so, dass Jugendliche beim Volkstanz auch den Umgang miteinander lernen bis hin zu muttersprachlicher Förderung, wie dies in Salzburger Tanzgruppen der Serben, Kroaten, Türken, etc. der Fall ist.“

LMZ: Was waren in den vergangenen Jahren die Highlights für Sie?

Weber: „Die Begeisterung von Alt und Jung in gemeinsamen Seminaren, wenn dann zum Abschluss einer erlebnisreichen Woche nebst neuen tänzerischen oder musikalischen Kenntnissen auch viele neue Freundschaften entstanden sind. Ebenso auch die Anerkennung von Besuchern eines von mir geleiteten Tanzfestes oder einer Tanzvorführung, wenn sie mir ihre Freude an diesem Abend kundgetan haben.“

LMZ: Wie hat sich die Volkstanz-Szene in letzter Zeit entwickelt?

Weber: „Vielleicht nicht die Szene, aber mein persönlicher Horizont hat sich mit dem Tanz der Kulturen gewaltig erweitert und ich durfte viele Salzburger kennenlernen, die aus anderen Kulturen kommend, Teil unserer Gesellschaft geworden sind.“

LMZ: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Weber: „Weiterhin viel Freude von Jung und Alt am Tanz. Und auch eine Verbesserung der Beziehungen zwischen alteingesessenen Bürgern und neu angekommenen Menschen, die einen ebenso wichtigen Beitrag für uns alle leisten.“ LK_200214_21 (kg/mel)

 

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum