Was der Bauer nicht kennt, weiß der Energieberater

Landwirt Rupert Pichler setzte auf die Profis des Landes / Nachhaltiges Wirtschaften durch schlaue Ideen
Salzburger Landeskorrespondenz, 18. February 2020

(LK)  Sie leben von und mit dem, was uns die Natur bietet. Da ist es irgendwie selbstverständlich, dass sie auch behutsam mit der Natur umgehen. Und tatsächlich steckt in den zahlreichen Bauernhöfen des Landes viel Potenzial zum Energiesparen und Klimaschutz. Landwirt Rupert Pichler in Faistenau zeigt es vor: Er hat die Tipps der Profis in den vergangenen Jahren umgesetzt – und würde es wieder machen.

 

Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn überzeugte sich vor kurzem selber bei Familie Pichler in Faistenau, dass sich produktive Landwirtschaft, effizienter Energieeinsatz und damit Klimaschutz plus Geldbörserl schonen keineswegs widersprechen. Im Gegenteil: Sie passen perfekt zusammen. „Vor allem in den landwirtschaftlichen Betrieben gibt es noch viele Möglichkeiten, Ressourcen zu schonen und nachhaltig zu wirtschaften. Und die Bäuerinnen und Bauern sind ja praktisch an der Quelle zur intakten Natur und ihren Erträgen“, betont Schellhorn.

 

Hier ist ein Tüftler am Werk

Seit 2004 bewirtschaftet Rupert Pichler gemeinsam mit seiner Frau Angelika den Bio-Bauernhof „Oberhöfern“ mit Heumilch-Produktion und eigener Nachzucht im Nebenerwerb. Neun Kühe, drei Kälber und eine Handvoll Hühner tummeln sich auf dem kleinen Hof. 5.000 Liter Milch erzeugen sie jährlich. Hauptberuflich ist Rupert Pichler Techniker im Messezentrum – und nicht zuletzt deshalb ein Tüftler. „Ich schaue immer, was machbar ist“, beschreibt er seine Motivation und fügt hinzu: „Ob es sich rechnet, ist nicht immer dasselbe, ob es sich auszahlt. Man muss einfach wissen, was einem die Umwelt und nachhaltiges Wirtschaften wert sind.“

Der fast persönliche Energieberater

Geholfen wird Pichler seit Jahren auch von den Profis der Energieberatung Salzburg. „Wir begleiten von der Entscheidung zwischen Sanierung und Neubau über die Auswahl der Heizung und der Optimierung des Stromverbrauchs bis zur Planung der Photovoltaikanlage und Energiebuchhaltung“, erklärt Pichlers – fast – persönlicher Energieberater Peter Klaushofer. So erreicht der Oberhöfern-Bauer mit seiner Photovoltaikanlage einen sehr hohen Eigennutzungsgrad von 38 Prozent.

Knapp 20 Prozent der Ausgaben für Energie – das war einmal

So fand der Bauer zum Beispiel heraus, dass knapp 20 Prozent seiner Kosten Ausgaben für Energie sind. Seit vielen Jahren baut er nun seinen Betrieb Stück für Stück um – immer in Richtung Energiesparen, sparsamer Ressourcenverbrauch und Nachhaltigkeit. Neben der selbstverständlichen Photovoltaikanlage gibt es einige kleine Maßnahmen, die dazu beitragen, wie zum Beispiel ein Milchautomat, bei dem man mit der eigenen Glasflasche kommt und mit dem Produkt nach Hause geht. 5000 Milch-Packungen pro Jahr werden so eingespart. Auch die Heutrocknungsanlage ist ein Energiesparer. Durch sie wird die Wärme vom Dach des Wirtschaftsgebäudes abgesaugt und von unten in den Stall geblasen. Schlau! REP_200218_50 (grs/mel)

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Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum