Vielfalt statt Monokulturen in Salzburgs Wäldern

Unwetter verursachten viele Forstschäden / Herausforderung durch Wetterextreme / Daten und Fakten
Salzburger Landeskorrespondenz, 14. February 2020

(LK)  Das vergangene Jahr war für Salzburgs Wälder ein ganz besonders schwieriges. Vor allem die Schneemassen im Frühjahr, der trockene Sommer und die Unwetter im November setzten den Bäumen zu. „Eine aktive und nachhaltige Bewirtschaftung ist daher der beste Schutz für unseren Wald und trägt dazu bei, ihn klimafit zu machen. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten unsere Landwirtinnen und Landwirte“, betont dazu Landesrat Josef Schwaiger.

„Rund 2.400 Schadensmeldungen gingen im vergangenen Jahr beim Katastrophenfonds des Landes ein, davon alleine 1.600 Forstschäden“, berichtete Landesrat Schwaiger heute beim Salzburger Waldbauerntag. Insgesamt waren 780.000 Festmeter Holz betroffen. „Und diese waren flächendeckend über das ganze Bundesland verteilt.“ Dennoch blicke man laut Schwaiger positiv in die Zukunft, denn Salzburg setze massiv auf Schutzwaldbewirtschaftung und dies sei die beste Investition.

Es braucht einen klimafitten Wald

Um den Wald auch für nachkommende Generationen zu erhalten, benötigt es einen klimafitten Bestand. Darin sind sich die Experten und die Mitglieder des Waldverbandes einig. „Der Klimawandel stimmt mich persönlich in Bezug auf den Wald nicht so nachdenklich, denn es hat über die Jahrzehnte immer wieder starke Wetterschwankungen gegeben. Was es jedoch braucht, ist eine fürsorgliche und sorgfältige Betreuung des Waldes“, ist Michael Höllbacher, Holztransportunternehmer aus Bad Dürrnberg überzeugt.

Trockenheit setzt Bäumen zu

Andreas Struber vom Leopolderhof, Waldbesitzer in der Gemeinde Kuchl, gibt ebenfalls Einblick in die Herausforderungen und Problematik: „Negative Auswirkungen gibt es durch vermehrt auftretende Trockenperioden vor allem im Frühling. Dennoch sind unsere Bäume im Vergleich zu anderen Ländern sehr gesund. Auch der Borkenkäfer machte sich kaum bemerkbar und die Sturmschäden haben sich ebenfalls zumindest im vergangenen Jahren in Grenzen gehalten.“ Sein Rezept: „Wir setzen vermehrt auf Mischwald und versuchen die Fichten-Monokulturen, die man in den 1970ern und 1980ern angelegt hat, mit Buchen und Tannen zu durchmischen.“

Verantwortungsvolle Nutzung

„Waldbewirtschafterinnen und –bewirtschafter müssen lenkend und gezielt eingreifen, um den klimafitten Wald und seine Leistungen für die Gesellschaft auch künftig zu sichern. In Salzburg ist man hier auf einem sehr guten Weg“, ist Landesrat Schwaiger überzeugt.

Daten und Fakten

  • Der Salzburger Wald bedeckt mit rund 366.000 Hektar 51,2 Prozent der Landesfläche (715.400 Hektar)
  • Er sichert rund 9.200 Arbeitsplätze in Forstwirtschaft und Industrie.
  • Forstwirtschaft und Holzverarbeitung erwirtschaften einen Produktionswert von mehr als 1,02 Milliarden Euro.
  • Salzburgs Wälder sind mehrheitlich Familienwälder mit meist kleinen Strukturen: 46,7 Prozent entfallen auf Kleinwaldbesitz mit weniger als 200 Hektar Waldfläche, 12,8 Prozent auf größere Betriebe. 40,5 Prozent stehen im Eigentum der Österreichischen Bundesforste AG.
  • Salzburgs Wälder verfügen über einen Holzvorrat von rund 85 Millionen Festmetern im Ertragswald.
  • Flächenmäßig kommen in Salzburg jährlich zirka 1.700 Hektar neue Wälder hinzu. REP_200214_10 (ram/mel)

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum