Sicherheit: Mehr Platz für die Salzach in Stuhlfelden

Hochwasserschutzprojekt und Wildbachverbauung gehen Hand in Hand / Insgesamt werden fast 5,5 Millionen Euro investiert
Salzburger Landeskorrespondenz, 25. February 2020

(LK)  Die Salzach und der Stuhlfeldnerbach – zwei Gewässer, die der Gemeinde und ihren Bewohnern Sorgen machen, beide werden nun entschärft. „5,5 Millionen Euro an Investition werden mehr als 200 Objekte und das Ortszentrum bestmöglich vor Hochwasser schützen“, so Landesrat Josef Schwaiger, der am Dienstag die laufenden Arbeiten besichtigte.

Es sind eine Vielzahl an Maßnahmen, die Stuhlfelden sicherer machen sollen, an zwei neuralgischen Gewässern. Einerseits wird der Salzach mehr Platz gegeben, genau auf zwei Kilometern Länge im Mittel um 20 Meter. Mehr Retentionsraum und Dämme also, die viel Schaden verhindern können. „Es ist ein ausgeklügeltes System, das hier mit ökologischen Maßnahmen sowie Uferanpassungen und Schutzdämmen einhergeht“, erklärt Landesrat Josef Schwaiger. Die Investitionssumme alleine für den Salzachbereich: 1,15 Millionen Euro, davon kommen 84 Prozent vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus sowie 16 Prozent vom Wasserverband Salzach Oberpinzgau.

Vier Millionen Euro schützen das Ortszentrum

Der zweite Teil der Maßnahmen ist die zusätzliche Verbauung des Stuhlfeldnerbaches. In dieses Projekt fließen vier Millionen Euro, vieles wurde bereits realisiert, heuer geht es ins Finale. „Dieser Bach hat schon für viele Katastrophen gesorgt, die Aufzeichnungen gehen zurück bis ins 13. Jahrhundert. In den 1950er und 1980er Jahren gab es dann die ersten Verbauungen, die wir jetzt erneuern und ergänzen“, erklärt Gebhard Neumayr, Gebietsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) Pinzgau.

Köstinger: „Investitionen gegen Naturgewalten.“

„Vorfälle aus den vergangenen Jahren zeigen, wie notwendig es ist, finanzielle Mittel für den Schutz vor Naturgefahren bereitzustellen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus investiert seit vielen Jahren in den Schutz der Bevölkerung. Auch die Finanzierung der beiden Projekte in Stuhlfelden in der Höhe von insgesamt rund 3,4 Millionen Euro sorgt für einen sicheren und ökologisch attraktiven Lebensraum im Salzburger Pinzgau“, erklärt Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Verkehrswege und Gebäude bestmöglich gesichert

Damit sollen die B168 Mittersiller Bundesstraße, die Pinzgauer Lokalbahn und die Infrastruktur im Ortszentrum dann sicher sein, genau sind es 163 private Wohn- und Nebengebäude, zwölf landwirtschaftliche Gebäude, zehn Hotels und Pensionen und drei öffentliche Bauten. Die vier Millionen Euro Investition teilen sich Bund (2,4 Millionen Euro), Land (600.000 Euro) und Wassergenossenschaft (eine Million Euro).

Schwaiger: „Extreme Wetterereignisse werden häufiger.“

„Wie wir im vergangenen Jahr gesehen haben, richten extreme Wetterereignisse immer häufiger innerhalb kürzester Zeit großen Schaden an. Indem wir den Flüssen mehr Raum geben und mit Schutzbauten Muren zurückhalten, versuchen wir, Schäden weitestgehend zu vermeiden, ein Restrisiko jedoch bleibt“, unterstreicht Landesrat Schwaiger.

Ottenbacher: „Das ist eine riesige Sache für die Gemeinde.“

Stuhlfeldens Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher ist jedenfalls erleichtert, dass die Gemeinde nun sicherer wird. „Beim Stuhlfeldnerbach ist ja bereits viel geschehen, der Rest folgt noch. Eine Erleichterung, nachdem er seit Jahrzehnten eine große Gefahr darstellt. Und was die Salzach betrifft: Da wird ja nicht nur Platz und Retentionsraum geschaffen, sondern rund 20 besonders gefährdete Häuser zusätzlich abgesichert. Die Menschen hier atmen auf.“

Viertler: „Zell und Stuhlfelden letzte neuralgische Stellen.“

Mittersills Bürgermeister Wolfgang Viertler ist Obmann des Wasserverbandes Salzach Oberpinzgau. Seit 50 Jahren zeigen sich die Gemeinden von Zell am See bis Krimml solidarisch und helfen sich gegenseitig bei den Schutzmaßnahmen. „Der Hochwasserschutz Zeller Becken und Stuhlfelden, das sind die letzten neuralgischen Punkte. Dann haben wir nach Menschenermessen alles getan, um den Oberpinzgau vor dem Salzachhochwasser zu schützen“, betont Viertler. Eines der größten Projekte wurde ja in seiner Gemeinde Mittersill verwirklicht. LK_200225_70 (mel/grs)

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum