Zwei Corona-Fälle im Uniklinikum Salzburg

Oberste Priorität: Laufenden Betrieb weiter sichern
Salzburger Landeskorrespondenz, 15. March 2020

(LK)  Beim Auftreten eines Covid-19-Verdachtsfalls bei einem Narkosearzt wurden im Uniklinikum Salzburg sofort alle für so einen Fall vorgesehenen Maßnahmen in die Wege geleitet – der Betroffene umgehend abgesondert, die Gesundheitsbehörde informiert, Kontaktpersonen und Patienten erhoben. Inzwischen hat sich auch der Verdachtsfall auf der Neonatologie bestätigt, dort wurde eine Person positiv getestet. Aktuell geht man von knapp mehr als 100 Kontaktpersonen aus, die alle behördlich in Quarantäne geschickt wurden. „Das ist eine ernste Situation, aber Experten bestätigen, dass der laufende Betrieb derzeit fortgeführt werden kann“, sagt Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

 

Der betroffene Arzt hat sich vermutlich bei einem Aufenthalt im Tiroler Paznauntal mit dem Virus angesteckt und sich am Freitag selber gemeldet, dass er getestet werden möchte. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub war er ab Sonntag an vier Tagen normal im Dienst, hatte dabei natürlich Kontakt mit vielen Personen. Betroffen sind die Anästhesie, Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie, HNO-Abteilung, Intensivstation der Chirurgie West und ein Team der Flugrettung und über eine Kontaktperson die Neonatologie.

Sofort reagiert, laufenden Betrieb sichergestellt

„In den vergangenen beiden Tagen haben die Behörden von Stadt und Land Salzburg gemeinsam mit dem Uniklinikum sämtliche Kontakte erhoben und die betroffenen Personen informiert. Uns war es wichtig, jetzt möglichst genau alle Wege nachzuverfolgen, um größtmögliche Sicherheit zu gewinnen. Die Absonderungen erfolgten sofort, um jedes weitere Risiko zu verhindern. Der laufende Betrieb des Krankenhauses ist intakt. Alle Patienten und die Eltern der Kinder auf der Neonatologie wurden umgehend informiert. Im Uniklinikum wurde auch ein Maßnahmenpaket aufgestellt, um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch einmal zu sensibilisieren und zu informieren“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Alle Mitarbeiter der Landeskliniken werden umfassend informiert

Neben der Information der betroffenen Mitarbeiter wurden bereits gestern alle 6.450 Beschäftigten der Salzburger Landeskliniken schriftlich über den aktuellen Stand informiert. Zusätzlich wird der für morgen ohnehin geplante Livestream mit Primar Richard Greil dazu genutzt, um das Personal noch einmal auf das richtige Verhalten in Zusammenhang mit dem Corona-Virus und bei der Rückkehr von Urlaubern vor allem aus Risikogebieten hinzuweisen. Diese Information steht danach sofort im Intranet, Internet und auf Facebook zur Verfügung. „Die Gesundheitsversorgung am Uniklinikum ist aus derzeitiger Sicht in vollem Umfang sichergestellt“, sagt Primar Richard Greil, Einsatzleiter des Corona-Stabs im Uniklinikum.

Magistrat: Mehr als 100 Quarantäne-Bescheide innerhalb von 24 Stunden

Umgehend nachdem die Meldung bei der Stadt Salzburg eingelangt ist, wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag eine Krisensitzung durchgeführt. Dort hat man folgende Punkte vereinbart: In der Nacht wurden die Kontaktpersonen über ihre bevorstehende Absonderung informiert, um deren mögliche weitere Kontakte sofort hintanzuhalten. Sie wurden über die nunmehr notwendigen Verhaltensregeln in der Quarantäne aufgeklärt. „Wir haben gemeinsam mit dem Uniklinikum sofort am Samstag die Desinfektion der betroffenen Räumlichkeiten angeordnet und umgehend durchgeführt. Die Station war nur für diese Zeit außer Betrieb. Aus diesem Grund konnte die Station den Betrieb wiederaufnehmen“, sagt Michael Haybäck, Leiter des städtischen Krisenstabes. Allein in den vergangenen gut 24 Stunden wurden vom Team des Magistrats der Stadt Salzburg mehr als 100 Absonderungsbescheide in Zusammenhang mit diesem Ereignis ausgestellt und verfügt. „Nachdem alle Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt worden sind, gibt es im Moment keine Sperre einer Abteilung im Uniklinikum“, so Haybäck.

Stöckl: Bleiben weiter vorbereitet

„Wir müssen auch damit rechnen, dass auch andere sensible Bereiche wie Feuerwehr, Rettung oder Polizei von diesem Virus nicht verschont bleiben. Darauf haben wir mit umfangreichen Vorsorgemaßnahmen reagiert und stehen in ständigem Austausch, um die von den einzelnen Organisationen und Eirichtungen gesetzten Maßnahmen laufend abzustimmen. Zudem ist bereits mit allen öffentlichen Spitälern eine gemeinsame Vorgangsweise und enge Vernetzung fixiert worden, insbesondere in Fragen der Zusammenarbeit beim Personal und bei der medizinischen Ausstattung und Ausrüstung“, so Stöckl.

Wichtige Verhaltensregeln

Nach wie vor gelten die wichtigen Verhaltensregeln, um ein Ansteckungsrisiko mit dem Corona-Virus zu minimieren:

  • Regelmäßig Hände gründlich waschen, mit warmem Wasser und Seife.
  • Wenn das nicht möglich ist, Desinfektionsmittel verwenden.
  • Händeschütteln und Begrüßungsbussi vermeiden.
  • Große Menschenansammlungen meiden.
  • Besondere Rücksicht und sorgfältige Handhygiene bei Kontakt mit älteren Menschen, chronisch kranken oder immunschwachen Personen.
  • Niemanden anhusten oder anniesen, sondern in ein Papiertaschentuch oder wenn nötig in die Ellenbeuge.
  • Nicht in betroffene Gebiete reisen.
  • Bei Symptomen wie Fieber und Husten zu Hause bleiben und den Hausarzt telefonisch kontaktieren, nicht gleich in die Praxis gehen.
  • Corona-Hotline des Landes Salzburg für allgemeine Fragen: 0662-8042-4450
  • Telefonhotline für allgemeine Fragen zum Corona-Virus: 0800 555 621 (AGES)
  • Telefonhotline wenn man Symptome hat, in einem Risikogebiet war und bei medizinischen Fragen: 1450
  • Alle Informationen auf einen Blick und auch in Englisch: www.salzburg.gv.at/corona-virus

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