Schutzausrüstung für medizinisches Personal hat Priorität

Auch Salzburg wartet auf Lieferungen / Darum machen vorbeugende und flächendeckende Tests für alle wenig Sinn
Salzburger Landeskorrespondenz, 26. March 2020

(LK) „Die medizinische Infrastruktur in Salzburg steht und ist einsatzbereit, auch wenn die Zahl der Infektionen steigen sollte. Die dringendste Aufgabe ist es nun, Schutzausrüstung für Ärzte und Pflegepersonal zu beschaffen“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

 

Daran wird seit Wochen mit Hochdruck gearbeitet. Gesundheitsreferent Christan Stöckl betont: „Am Weltmarkt gibt es defacto zwei oder drei große Unternehmen, die Schutzmaterial anbieten. Wenn eine Lieferung zugesagt wird, bleibt diese mitunter an den Grenzen hängen, wie derzeit in der Türkei. Dieses Problem haben derzeit alle Bundesländer und wir sind in ständigem Austausch mit der Bundesregierung, dass für ganz Österreich Großlieferung mit Schutzmaterial organisiert werden“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl, der eine große Hoffnung hat: „Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat heute angekündigt, dass elf Millionen Handschuhe am Freitag eintreffen und auf die Bundesländer verteilt werden, am Samstag eine Großlieferung Masken, am Montag Schutzanzüge. Ich hoffe sehr, dass die Lieferungen auch wirklich eintreffen.“

Schutz der Spitals-Belegschaft

„Wir geben derzeit beispielsweise nur an jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Salzburger Spitälern Schutzmasken aus, die stärker gefährdet sind infiziert zu werden als der Durchschnittsbürger. Benutzte Masken werden gesammelt und sterilisiert, damit wir sie wieder einsetzen können. Wir haben derzeit 16.000 Schutzmasken und würden, wenn 14 Intensivbetten belegt wären, in einer Woche 20.000 Schutzmasken benötigen“, fasst Richard Greil, Leiter des landesweiten Krisenstabs Medizin Covid-19 zusammen. Die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werde sehr ernst genommen. „Sie werden umfassend eingeschult, sei es zu den Hygienevorschriften oder zum Umgang mit Covid-Patientinnen und Patienten. Angst vor dem Umgang mit Erkrankten kann ich derzeit bei der Belegschaft kaum erkennen. Am ehesten bei jenen, die noch nicht im Covid-Haus gearbeitet haben“, betont Greil.

Massentestungen geben trügerische Sicherheit

Unter Druck stehen die Verantwortlichen derzeit auch wegen der vehementen Forderung nach flächendeckenden Test. „Einerseits steht uns dafür das Material nicht zur Verfügung. Andererseits geben sie den Menschen eine vorgetäuschte Sicherheit, da das Virus am Tag der Testung noch nicht nachweisbar sein kann. Das kann dazu führen, dass sie wieder mehr Sozialkontakte eingehen“, warnt Christian Stöckl.

Medizinisches Schlüsselpersonal wird getestet

„Wenn das Material da ist, um mehr testen zu können wären mehr Tests natürlich wünschenswert. Vor allem bei jenen die am meisten gefährdet sind wie Schwerkranke. Ein Schnelltest würde uns zudem ermöglichen, bei Einlieferung ins Klinikum rascher Gewissheit zu haben. Aber derzeit ist es so, dass es am wichtigsten ist, jenes Personal zu testen, das am intensivsten Kontakt mit Covid-Patienten hat“, so Greil. LK_200326_30 (mw/mel)

 

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