Corona-Virus: Medizinischer Versorgungsplan für Salzburg

Einheitlicher Standard für Versorgungen / 141 Intensivbetten und 265 Beatmungsgeräte für Covid-19-Patienten / Grafik gibt Überblick
Salzburger Landeskorrespondenz, 01. April 2020

(LK) Die Ausbreitung des COVID19-Virus belastet unser Gesundheitssystem stark. Damit die Bevölkerung im ganzen Bundesland bestmöglich versorgt werden kann, wurde ein medizinischer Gesamt-Versorgungsplan erstellt. So stehen jetzt 399 stationäre Krankenhausbetten, 141 Betten für die intensivmedizinische Versorgung und 1.074 Betten in zusätzlichen Einrichtungen zur Verfügung. Dazu wurde eine regionale Zusatzversorgung in allen Regionen eingerichtet.

 

Die stationäre Versorgung in den Krankenhäusern wird mit 199 Betten im Uniklinikum Salzburg sowie je 100 Betten im Kardinal-Schwarzenberg-Klinikum in Schwarzach und im Tauernklinikum Zell am See sichergestellt. Für die intensivmedizinische Betreuung stehen 127 Betten im Uniklinikum und 14 Betten in Schwarzach zur Verfügung. Bei einem schweren Verlauf der Krankheit ist oft das Beatmen der Patienten notwendig. Insgesamt stehen dafür in Salzburg 265 sogenannte Respiratoren bereit.

Stöckl: „Zusammenarbeit über Spitäler, Bezirke und Disziplinen hinweg.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl stellte am Mittwoch klar: „Wir haben hier eine in ihrer Intensität noch nie dagewesene Zusammenarbeit aller Spitäler, Ärzteteams und Pflegekräfte in ganz Salzburg - und das innerhalb weniger Tage. Ich bin überzeugt, dass wir damit auch den kommenden Wochen, wenn es sehr viele Infizierte und Erkrankte mit verschieden schweren Verläufen in allen Landesteilen geben wird, gut aufgestellt sind“, so Stöckl. Und er betont eindrücklich: „Nur, wenn wir uns wirklich an die Verhaltensregeln halten, werden wir die Kurve der Infektionen so abflachen können, dass das Gesundheitssystem nie überlastet wird und wir keine Zustände wie zum Beispiel in anderen Ländern bekommen.“

Vorbereitungen für die kommenden Wochen

„Wir haben ein Instrument entwickelt, dass ab Mitte kommender Woche zum Einsatz kommen wird. Dieses sogenannte Dashboard wird uns erlauben, jede einzelne Operation und jede einzelne konservative Aufnahme eines Patienten in jeder Krankenanstalt in Salzburg zu überblicken. Wir wissen somit zu jedem Zeitpunkt, ob die Vereinbarungsstrukturen, die wir für die Patientenabläufe und auch für die Auslastung der Strukturen haben, eingehalten wird. Mit dieser Übersicht wissen wir auch wann wir entscheiden müssen, ob die nächste Eskalationsstufe zur Anwendung kommt“, sagt der Leiter des medizinischen Krisentabs des Landes, Richard Greil.

Einrichtungen im Bedarfsfall erweiterbar

704 Betten stehen im Zusatzspital im Messezentrum zur Verfügung. Dazu kommen 300 Betten im Landeskrankenhaus St. Veit und 70 Betten in anderen Einrichtungen in den südlichen Bezirken. Sollte es die Situation erfordern, kann die Betreuungseinrichtung im Messezentrum auf bis zu 1.200 Betten erweitert werden. Zusätzlich stehen in allen Bezirken mobile Visite-Teams, die Gesundheitshotline 1450 und nach telefonischer Voranmeldung die Hausarztpraxen zur Verfügung.

Versorgung auch im südlichen Salzburg sichergestellt

„Wir können von den Vorarbeiten, die bei der medizinischen, pflegerischen und organisatorischen Planung des Covid-Hauses und der ‚Versorgung Messezentrum‘ geleistet wurden, viel lernen. Der Austausch und die Zusammenarbeit in diesem Bereich funktionieren hervorragend. Wir tun wirklich alles, um bestmöglich vorbereitet zu sein und ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen kann“, sagt Primar Andreas Valentin, der für die medizinische Spitalsversorgung im Pinzgau, Pongau und Lungau verantwortlich ist.

Tauernklinikum gut vorbereitet

„Die Quarantäne der Stadtgemeinde Zell am See hat sich nicht auf unser Krankenhaus ausgewirkt. Wir arbeiten bereits seit Wochen an unseren Plänen und setzen diese um. Wie bei allen Krankenhäusern haben wir einen Triage-Bereich eingerichtet, wo wir Patienten in Covid- und Nicht-Covid-Fälle einteilen können. Unsere Mitarbeiter wurden auf die spezielle Situation sensibilisiert“, sagt der Primar des Tauernklinikum Zell am See Stephan Hruby.

Enge Abstimmung zwischen Versorgungsregionen

Im Kardinal Schwarzenberg Klinikum fand nun ein Austausch der Verantwortlichen aus den Bereichen (Intensiv-)Medizin, Pflege und Organisation statt: Das Team des Uniklinikums, das für den Aufbau und Betrieb des Covid-Hauses am Uniklinikum Campus LKH und der „Versorgung Messezentrum“ verantwortlich ist, informierte dabei die Kolleginnen und Kollegen in der Versorgungsregion 52 (Innergebirg) über die bisherigen Erfahrungen. Seit heute gibt es auch fertige „Handbücher“ für den Betrieb des Covid-Hauses am Uniklinikum Campus LKH und der „Versorgung Messezentrum“, die analog auch für die Versorgungseinrichtungen im Innergebirg gelten.

Versorgung von Nicht-Covid-Patienten sichergestellt

Für Patienten die aufgrund anderer Erkrankungen oder Verletzungen das Krankenhaus aufsuchen müssen, stehen in vielen Einrichtungen organisatorisch und räumliche Bereiche bereit. Konkret sind das das Uniklinikum Salzburg, das Unfallkrankenhaus Salzburg, die Landeskliniken Hallein und Tamsweg, das Kardinal-Schwarzenberg-Krankenhaus in Schwarzach, das Tauernklinikum Zell am See und Mittersill, sowie die Krankenhäuser Barmherzige Brüder, Wehrle/Diakonissen und Oberndorf. LK_200401_150 (mb/ram/sf/mel)

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