Das beschäftigt die Salzburger in diesen schwierigen Corona-Zeiten

Psychosozialer Dienst des Landes hilft kostenlos in ganz Salzburg
Salzburger Landeskorrespondenz, 08. April 2020

(LK)  Familiäre Schwierigkeiten, finanzielle Probleme und Arbeitslosigkeit – diese Themen beschäftigen in der Corona-Krise die Salzburgerinnen und Salzburger stark. Besonders herausfordernd ist die derzeitige Situation für Menschen mit psychosozialen Problemen. Gerade diese Gruppe braucht jetzt mehr denn je professionelle Ansprechpersonen und Beratungen.

 

„Umso länger diese Krise mit Ausgangsbeschränkungen und sozialen Einschränkungen dauert, umso belastender ist es für die Menschen. Ängste, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen nehmen zu. Dazu kommt, dass vor allem ambulante Betreuungseinrichtungen ihr Angebot reduziert oder umgestellt haben. Umso wichtiger ist daher die telefonische Betreuung, die vom Psychosozialen Dienst des Landes auch in diesen Tagen bestens durchgeführt wird und sichergestellt ist“, so Sozialreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

 

 

„Menschen so gut wie möglich durch die Krise begleiten“

Was die Menschen zurzeit besonders bewegt und belastet, das weiß Bernhard Hittenberger, der den Psychosozialen Dienst des Landes Salzburg (PSD) leitet, im Interview mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ).

LMZ: Wer ruft an und sucht Hilfe?

Hittenberger: Die Hotline ist offen für alle, die sich wegen der Corona-Krise psychisch belastet fühlen oder unter Ängsten, negativen Gedanken oder Stimmungsschwankungen leiden und aus diesem Grund eine Beratung suchen. Grundsätzlich richtet sie sich an Erwachsene. Bei Problemen wie Alkohol, Drogen, Glücksspiel oder Internetsucht ist der PSD auch für Jugendliche unter 18 Jahren da. Besonders Angehörige von Menschen mit psychischen oder Sucht-Erkrankungen brauchen derzeit Unterstützung.

LMZ: Gibt es bei der Zahl der Anrufe derzeit eine Steigerung?

Hittenberger: Auch in den vergangenen Jahren waren um die 100 Anrufe alleine am Vormittag keine Seltenheit. Der PSD bietet nun zusätzlich eine Hotline zur Beratung für psychische Probleme rund um das Corona-Virus. Die Anrufzahlen sind noch nicht ausgewertet. Wir bemerken jedoch schon eine stetige Zunahme.

LMZ: Wie wird geholfen? Mit einem Gespräch oder geht die Betreuung weiter?

Hittenberger: Die Hilfe wird nach Bedarf angeboten. Wenn ein Gespräch ausreicht, ist das gut. Ist eine längere Beratung oder Betreuung notwendig, gibt es kein Zeitlimit. Und wichtig: Die Beratung ist kostenlos.

LMZ: Kann man anonym bleiben?

Hittenberger: Ja, wenn gewünscht, kann die Beratung auch anonym erfolgen. Von dieser Möglichkeit machen jedoch nur sehr wenige Gebrauch. Weitere Betreuung, Vermittlung in weiterführende Therapien, Hilfe bei Kostenübernahme oder bei Behörden sind natürlich ohne Nennung der notwendigen Daten nicht möglich. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des PSD sind bei ihren Beratungen an eine strenge Schweigepflicht gebunden, vergleichbar mit der ärztlichen Schweigepflicht. Personenbezogene Daten dürfen daher ohne Zustimmung der Betroffenen nicht weitergegeben werden.

LMZ: Warum ist der PSD gerade in diesen Zeiten so wichtig?

Hittenberger: Für einige Klienten und Klientinnen sind derzeit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PSD der einzige Kontakt zur Außenwelt. Diese Menschen versuchen wir so gut wie möglich durch die Krise zu begleiten.

Regionale Angebote in den Bezirken auf einen Blick

Für die Bezirke gibt es eigene Telefonnummern des Psychosozialen Dienstes.

  • Stadt Salzburg, Flachgau und Tennengau: 0662 8042-3596
  • Pongau und Lungau: 0662 8042-3144
  • Pinzgau: 0662 8042-3023
  • Alle drei Hotlines sind von Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. INT_200408_50 (grs/mel)

Medienrückfragen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735

Redaktion: Landes-Medienzentrum