Salzburg kämpft weltweit um mehr Schutzausrüstung

Bedarf wird in Salzburg zentral erfasst / Taskforce erhebt und koordiniert die Beschaffung gemeinsam mit den Landeskliniken
Salzburger Landeskorrespondenz, 07. April 2020

(LK) Schutzausrüstung gegen die Corona-Ansteckung. Das ist wohl zur Zeit das gefragteste Gut und zwar weltweit. Aufgrund der Pandemie sind die Lager – vor allem beim Hauptproduzenten China - leer und entsprechend schwer zu füllen. Aktuell sind in Salzburg 330.000 OP-Masken, 150.000 Masken der Klasse FFP1, 42.000 FFP2- und 5.000 FFP3-Masken vorhanden. Eine Taskforce arbeitet hart daran, mehr zu beschaffen.

„Derzeit ist auf dem Markt kaum Ware verfügbar. Das bestätigen auch Manager aus Unternehmen, die entweder beste Kontakte nach China haben oder dort selbst mit Standorten vertreten sind“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl, der derzeit eine Vielzahl von Angeboten oder gut gemeinte Tipps bekommt, wo Schutzausrüstung erhältlich sei. „Von 200 Angeboten bleiben allerdings nur ein oder zwei übrig, die man wirklich ernst nehmen kann. In der Realität ist der Markt einfach abgesaugt, es gibt weltweit eine massive Mangelsituation“, so der Gesundheitsreferent, der deshalb eine eigene Taskforce für die Beschaffung eingesetzt hat.

Beschaffung professionell organisiert

Die Beschaffung von Schutzmaterial ist in Salzburg mehrstufig organisiert. Alle Krankenhäuser melden ihren Bedarf an den Zentraleinkauf der Salzburger Landeskliniken und dieser versucht, die benötigten Waren auf dem Weltmarkt zu bekommen. Er greift dabei auf jahrzehntelange Erfahrung und Geschäftsbeziehungen im Medizingüterbereich zurück. Auch Seniorenheime, Behinderteneinrichtungen und der Pflegebereich melden gesammelt ihren Bedarf ein, der - wenn möglich - beschafft und dann verteilt wird. Der Einsatzstab des Landes meldet die erforderten Mengen laufend an den Bund. Schutzausrüstung, die an Österreich geliefert wird, verteilt dann das Rote Kreuz nach einem speziellen Schlüssel an die Bundesländer. Zusätzlich versucht auch jedes Krankenhaus, über langjährige Geschäftsbeziehungen und Kontakte an Schutzausrüstung zu kommen. „Es werden hier wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt“, so Stöckl.

Herstellung in Österreich sehr schwierig

Die im medizinischen und pflegerischen Bereich dringend benötigten medizinischen Schutzmasken der Klassen FFP2 und FFP3 sind hierzulande in kurzer Zeit kaum herzustellen. „Die Materialien dafür sind am Markt schwer zu bekommen, außerdem sind die Standards, die solche Produkte erreichen müssen, sehr hoch. In Salzburg wird das kurzfristig nicht möglich sein. Für die Zukunft ist es mir aber sehr wichtig, dass die Produktion von Schutzmaterial in Österreich, wie sie beispielsweise jetzt in Vorarlberg hochgefahren wird, auch für die Zukunft gesichert wird“, sagt Stöckl.

Private Initiativen nähen Mund-Nasen-Schutz

„Sehr erfreulich ist, dass immer mehr private Initiativen Masken für Privatpersonen nähen. Die Näherei der Salzburger Festspiele zum Beispiel stellt nun solche Masken her und spendet diese dann an gemeinnützige Organisationen. Die fleißigen Hände können bis zu 300 Mund-Nasen-Schutz-Masken pro Tag herstellen. Es gibt guten Kontakt zur Wirtschaft, damit die Stoffe und Rohmaterialien besorgt werden können. Unsere Taskforce hat auch die Aufgabe, die vielen privaten Initiativen zusammenzuführen und die Herstellung und Lieferung der regionalen Masken zu bündeln. Dazu wird ein Prototyp hinsichtlich Stoff und Schnitt hergestellt und zur Verfügung gestellt“, unterstreicht Christian Stöckl. LK_200407_31 (mw/sm/mel)

 

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