Diesmal etwas andere Ostern

Tipps und Wissenswertes der Volkskultur / Feiern in kleinem Kreis
Salzburger Landeskorrespondenz, 09. April 2020

(LK)  Ostern fällt heuer aus – oder? Durch die Ausgangsbeschränkungen können viele Familien ihre Osterbräuche nicht in gewohnter Form begehen. Die Salzburger Heimatvereine geben Tipps, wie es trotzdem oder genau deswegen ein ganz besonderes Fest werden kann, das lange in Erinnerung bleiben wird. „Bräuche können uns Kraft und Halt spenden. Gerade jetzt, wo wir zuhause bleiben müssen und die Ostertage ohne Veranstaltungen und größere Gemeinschaften verbringen werden“, ist Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn überzeugt.

 

Für viele ist Ostern neben Weihnachten das Fest, an dem die ganze Familie zusammenkommt und das mit althergebrachten Bräuchen gefeiert wird. In diesem Jahr ist alles anders. Normalerweise steht bei vielen Salzburgerinnen und Salzburgern auch ein Kirchenbesuch auf dem Programm, der heuer durch die Sperre der Gotteshäuser entfallen muss. Die Erzdiözese Salzburg hat deshalb das Online-Portal www.trotzdemnah.at eingerichtet. Durch Live-Übertragungen von Gottesdiensten, Videobotschaften und Gebete werden die Wohnzimmer quasi zu Kirchenbänken. Viele Pfarren haben innovative Ideen geboren wie die Osterfeierlichkeiten, etwa die Speisesegnung oder eine Kreuzwegandacht, trotzdem stattfinden können.

Eigene Namen für Frühaufsteher

Den Titel des Palmesel, für das Familienmitglied das am Palmsonntag als letztes aufsteht, kennt wahrscheinlich fast jeder. Aber auch an anderen Tagen der Karwoche gibt es lustige Titel für die Langschläfer. „So bezeichnet man den, der am Gründonnerstag als letztes aus den Federn kommt als Antlassnarr, am Karfreitag als Karfreitagsratsche und am Karsamstag als Taflapp oder Taflappin (kommt von Taufe). Am Ostersonntag gibt es neben dem „stinkenden Ei“ auch den löblichen Titel des „‚Osterlamms‘ für den Frühaufsteher“, erklärt Walli Ablinger-Ebner, die Obfrau der Salzburger Heimatvereine.

Ostereier färben und bemalen

Gerade mit Kindern ist es ein besonderes Ereignis Ostereier zu gestalten. „Färben kann man mit Naturfarben wie zum Beispiel Roten Rüben oder Zwiebeln. Bemalt werden können die Eier mit allem was man gerade zu Hause hat. Es geht hier nicht um Perfektion, sondern darum, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Vom puristisch gestalten weißen Ei mit Bleistiftverzierung bis hin zur klassischen Bauernmalerei mit Blumenmustern ist alles möglich“, betont Ablinger-Ebner.

Ratschen als Ersatz für das Glockenläuten

Von Gründonnerstag bis zum Karsamstag schweigen die Kirchenglocken als Zeichen der Trauer. Man sagt, die Glocken sie „fliegen nach Rom“. Die Funktion des Gebetsläutens übernehmen Ratschen und Klappern in der Messe wie in der Gemeinde. Ministranten ziehen als „Ratscherbuben“ normalerweise durch die Orte oder treffen sich, um gemeinsam zu ratschen. Damit dieser Brauch heuer nicht komplett ausfallen muss, soll alternativ vor der Haustüre oder vom Balkon aus „geratscht“ werden. Für handwerklich Geschickte gibt es unter www.heimatvereine.at/braeuche/ratschn-bauen sogar eine Anleitung, wie man eine Ratschn selber bauen kann.

Bräuche im engsten Familienkreis begehen

Jeder hat sicher schon einmal erlebt, dass die „Familienfeiertage“ eigentlich zur stressigsten Zeit im Jahr werden. Durch die geänderten Umstände gibt es genau heuer die Chance, sich an den Osterfeiertagen voll und ganz auf die Liebsten zu konzentrieren. „Mit diesen Tipps können wir unsere Zeit daheim sinnvoll nutzen, die Ostertage mit vertrauten Ritualen füllen und Kindern mit diesen Vorbereitungen eine schöne, gemeinsame Beschäftigung bieten“, ist sich Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn sicher. Weitere Tipps sowie die Backanleitung für eine Osterpinze gibt es unter www.backenmitchristina.at/rezepte/osterpinze bzw. unter www.heimatvereine.at.

Sammlung Corona-Ostern

Das Landesinstitut für Volkskunde interessiert sich dafür, was heuer – in einer Karwoche und Ostern in Zeiten des Corona-Virus - anders geworden ist. Was machen Sie anders? Was ändert sich an Ihren Bräuchen? Egal ob kurze Texte, Sprachnachrichten, Fotos oder Videos dazu – alles ist willkommen, wird gesammelt und soll das Archiv der Salzburger Festkulturen bereichern. Mehr unter www.salzburg.gv.at/sammlung-corona-ostern LK_200409_150 (mb/kg)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum