Kaum Verzögerungen für Wildbach- und Lawinenverbauung

Trotz Corona-Krise: Zeitpläne können großteils eingehalten werden / Bestmöglich für kommende Unwetter gerüstet
Salzburger Landeskorrespondenz, 23. April 2020

(LK)  Nur geringfügige Verzögerungen gibt es bei den Schutzprojekten der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) im Bundesland Salzburg aufgrund der Corona-Situation. Das Jahresprogramm wird wie geplant abgearbeitet. „Die dringenden Maßnahmen, vor allem jene die nach den verheerenden Niederschlägen im November 2019 notwendig wurden, liegen genau im Zeitplan. Das Land setzt mit der WLV gemeinsam alles daran, um den Schutz vor Muren und Hochwasser in den betroffenen Gebieten weiter zu verbessern“, so Landesrat Josef Schwaiger“.

Nachdem die Wildbach- und Lawinenverbauung Salzburg (WLV) aufgrund der Covid-19-Situation ihre Dienststellen in der Stadt Salzburg, in Zell am See und in Tamsweg seit 16. März auf Home Office umgestellt und die Bautätigkeit eingestellt hatte, wird seit Ostern der Betrieb eingeschränkt fortgeführt. „Bei allen Aktivitäten steht die höchstmögliche Sicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vordergrund. Deshalb wurde eine Mischung aus Dienststellenanwesenheit und Home Office gewählt, um alle Aufgaben und Planungen möglichst effizient erfüllen zu können“, so Leonhard Krimpelstätter, Leiter der WLV Salzburg. Landesrat Josef Schwaiger fügt hinzu: „Teils notwendige Untätigkeit ist gar nicht die Sache der Wildbach- und Lawinenverbauer, daher haben sie die Möglichkeiten voll ausgeschöpft, um bereit zu sein, wenn es wieder los geht. Und das sind sie.“

Arbeiten an Sicherungsmaßnahmen und Schutzbauten im Zeitplan

Seit Mitte April 2020 werden auch die Arbeiten auf 40 Baufeldern im gesamten Bundesland wieder sukzessive hochgefahren. „Trotz erschwerter Rahmenbedingungen ist der Baustart gut verlaufen. Wenn es die allgemeinen Maßnahmen zulassen, werden Anfang Mai weitere Schritte eingeleitet“, so Krimpelstätter. Landesrat Josef Schwaiger dazu: „Die Sicherungsmaßnahmen und die Planung von Schutzbauten, die unter anderem als Folge der katastrophalen Novemberniederschläge notwendig wurden, liegen genau im Zeitplan. Das ist in der aktuellen Situation sehr erfreulich. Die Finanzierung für viele dieser Projekte ist bereits gesichert, sodass zügig mit der Umsetzung begonnen werden kann und wir die betroffenen Anrainer so gut wie möglich schützen können.“

Einsatzfähigkeit bei Naturkatastrophen jederzeit gegeben

Die Einsatzfähigkeit der Wildbach- und Lawinenverbauung im Fall von Naturkatastrophen war und ist jederzeit gegeben. Zu diesem Zweck wurden bereits zu Beginn der Covid-19-Beschränkungen Einsatzteams nominiert, die in gewohnter Qualität die Einsatzleitungen unterstützen können. „Wir sind bestens gerüstet, sollte es zu einem Extremereignis kommen, hoffen aber natürlich auf ein ruhigeres Jahr als das letzte“, so Krimpelstätter. So verwüstete im Juli 2019 der über die Ufer getretene Manlitzbach 90 Häuser in Uttendorf, im darauffolgenden Herbst gingen im Süden Salzburgs nach schweren Niederschlägen zahlreiche Muren ab und richteten Schäden in Millionenhöhe an. Das sind nur zwei Beispiele aus dem ereignisreichen letzten Jahr.

Keine Einschränkungen bei Planungstätigkeit

Die Gefahrenzonen, das sind durch Hochwasser, Muren und ähnliches gefährdete Bereiche, in den von Extremereignissen betroffenen Regionen, wie beispielsweise im Pongau und Pinzgau, müssen überprüft und teils neu festgelegt werden. Diese Arbeiten und die Planung von Schutzbauten der WLV gehen unverändert weiter. Termine an Ort und Stelle mit Sachverständigen der WLV werden ab Anfang Mai wieder möglich sein.

Jahresprogramm 2020

31 Millionen Euro sind für dieses Jahr an Investitionen vorgesehen. „Die Gefahrenzonenpläne in all den von Ereignissen betroffenen Gebieten zu überprüfen und aktuell zu halten, wird eine Herkulesaufgabe für unsere Dienststellen“, so der Landesrat Josef Schwaiger. Und das sind die Hauptprojekte, die heuer anstehen:

  • Pinzgau: Manlitzbach (Uttendorf), Saalach (Saalbach), Krallerwinklbach (Maria Alm), Thumersbach (Zell am See), Dientenbach, Gleitschneeschutz (gesamter Bezirk)
  • Pongau: Aignergraben (Großarl), Fritzbach (Hüttau), Payerbach (Wagrain), Kötschache (Badgastein), Maierhofgraben (Dorfgastein), Hiertseck (Hüttschlag)
  • Tennengau: Kotbach (Hallein), Rußbach und Zubringer
  • Flachgau: Hinterseer Taugl (Hintersee), Haunsberg (Nußdorf)
  • Lungau: Lawinenschutz Tauernstraße, Taferngraben (Ramingstein), Steinschlagschutz (Tweng), Steinschlagschutz (Muhr)

Große neue Projekte in der Pipeline

Zusätzlich zu den bereits fixierten Maßnahmen werden 2020 noch diese weiteren Projekte mit einem Volumen von 30 Millionen Euro entwickelt:

  • Pinzgau: Thumersbach mit Zubringern (Zell am See)
  • Pongau: Gainfeldbach (Bischofshofen), Mühlbach mit Zubringer, Taurachzubringer (Radstadt), Schutz vor Hangmuren und Schutzwaldverbesserung (Bad Hofgastein)
  • Lungau: Leißnitzbach (Tamsweg), Schutz vor Hangmuren und Schutzwaldverbesserung (Muhr).

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