Covid-19: Maßnahmenpaket zum Schutz von Risikogruppen

Ersatzbetreuung für pflegebedürftige Menschen / Enge Abstimmung und Vernetzung aller Beteiligten
Salzburger Landeskorrespondenz, 23. April 2020

(LK) „In der Corona-Krise hat sich bisher die enge Abstimmung und Vernetzung aller beteiligten Stellen bestens bewährt. Wir haben sowohl für Pflege- und Betreuungseinrichtungen als auch für ältere Menschen, die zuhause betreut werden, und alle anderen Sozialeinrichtungen konkrete Angebote und Konzepte umgesetzt und können diese nun erweitern und den derzeitigen Bedarfen anpassen“, so die beiden Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl, zuständig für Gesundheit und Finanzen, und Heinrich Schellhorn, zuständig für Pflege und Betreuung.

 

Es gibt bereits klare Vorgaben, was in einem Seniorenwohnhaus oder einer Pflege- und Betreuungseinrichtung bei einem Covid-19-Verdachtsfall zu tun ist, notwendige Schutzausrüstung für die einzelnen Häuser sowie für die mobilen Dienste und ein einheitliches Meldeportal für den stets aktuellen Überblick. Weitere Maßnahmen zur Absicherung der 24-Stunden-Betreuung kommen nun dazu wie auch die Sonderzahlung für Betreuungspersonen.

 

Genau festgelegte Melde- und Entscheidungskette in Seniorenwohnhäusern

„Die Pflege- und Betreuungseinrichtungen spielen in der Bewältigung der Covid-Krise eine zentrale Rolle: die Bewohnerinnen und Bewohner zählen zu den stark gefährdeten Risikogruppen“, betont Schellhorn. Das Land Salzburg, Ärztekammer Salzburg, Rotes Kreuz und die Salzburger Landeskliniken haben gemeinsam ein Konzept erstellt, das genau regelt, was bei einem Covid-19-Verdachtsfall in einer Einrichtung zu tun ist. Die zentrale Koordinierung übernimmt das Rote Kreuz über die Gesundheitshotline 1450. Allererster Ansprechpartner für die Einrichtungen sind die Hausärzte. Tritt in einer Einrichtung ein Verdachtsfall auf, werden zuerst Hausarzt oder Ärztenotdienst informiert. Die Medizinerinnen und Mediziner klären gemeinsam mit den Verantwortlichen der Einrichtung, ob die Patientin oder der Patient aufgrund der Schwere der Symptome direkt in das Covid-Haus im Uniklinikum oder in eine Zusatzeinrichtung überstellt werden muss oder bis zum Vorliegen des Testergebnisses in der Einrichtung isoliert und dort weiterbetreut werden kann. Alle Testungen und notwendigen Patiententransporte werden von den Experten des Roten Kreuzes über die Gesundheitshotline 1450 organisiert.

Sozialeinrichtungen und Spitäler bestens vernetzt

„Gerade bei Seniorenwohnhäusern gilt es, die Kräfte zu bündeln und bestmöglich zu koordinieren. Die intensive Vernetzung zwischen Spitälern und den Einrichtungen zeigt, dass wir auf einem sehr guten Weg sind und die Zusammenarbeit bestens funktioniert“, betont Gesundheitsreferent Stöckl. Sozialreferent Schellhorn ergänzt: „Es ist wichtig, hier einen klaren und einfachen Ablauf zu haben, wie bei einem Verdachtsfall vorzugehen ist. Ein zentrales Klienten-Management ist dabei enorm hilfreich. Dieses wurde in Abstimmung zwischen der Sozialabteilung, der Gesundheitsabteilung und dem Krisenstab etabliert.“

Versorgungsmöglichkeiten für Menschen mit leichtem Krankheitsverlauf

Im Falle eines positiven Tests muss die jeweilige Einrichtung in Abstimmung dann entscheiden, ob sie die Patientin oder den Patienten weiterhin bis zur Genesung selber isolieren kann. Die laufende medizinische Betreuung erfolgt dann durch den Hausarzt oder ein mobiles Team des Ärzte-Visiten-Dienstes des Roten Kreuzes. Sollte das nicht möglich sein, stehen vorübergehend die adaptierte Reha-Einrichtung in St. Veit im Pongau und in einer weiteren Stufe in der Landwirtschaftsschule in Bruck als Versorgungsmöglichkeiten für diese leichten bis mittelschweren Verläufe zur Verfügung. Die notwendigen Patiententransporte werden dabei wiederum über die Gesundheitshotline 1450 abgewickelt. Die Entscheidung, wo bestmöglich betreut und gepflegt werden kann, fällt aufgrund der individuellen Situation und der Schwere des Krankheitsverlaufes.

960 Personen in 24-Stunden-Betreuung

Ein wichtiges Thema derzeit ist die Aufrechterhaltung der Betreuung und Pflege der Menschen zu Hause. Insgesamt nehmen 960 Personen im Bundesland Salzburg eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch. „Wir arbeiten an der Aufrechterhaltung und Absicherung dieses Angebotes“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn und er betont: „Dazu wird es auch in Salzburg die Sonderprämie von Euro 500 für das 24-Stunden-Betreuungspersonal geben.“

Bonus von 500 Euro für 24-Stunden-Betreuerinnen

Dieser Bonus geht als Einmalzahlung an jene, die ihren Arbeitseinsatz in Salzburg um vier Wochen verlängern. „Das haben die Länder mit Sozialminister Anschober vereinbart, diese Sonderzahlung wird es österreichweit geben“, erläutert Schellhorn. „Das Zusatzgeld ist nicht nur Dank und Wertschätzung für diesen erhöhten Einsatz. Er soll auch Anreiz sein, den Dienst zu verlängern, damit wir die häusliche Pflege in dieser derzeitigen Situation absichern können.“ Die Richtlinien und Antragsformulare sind auf der Homepage des Landes in Kürze – ab nächster Woche abrufbar. Die Antragstellung ist nach dem verlängerten Turnus und bis zu drei Monate im Nachhinein möglich. Die Richtlinie für die Prämie ist bis 31.12.2020 befristet.

Ersatzbetreuungseinrichtung, wenn 24-Stunden-Pflegekraft ausfällt

Sollte eine 24-Stunden-Betreuung nicht mehr möglich sein, weil etwa eine Betreuungskraft auf Grund der Covid-19-Situation nicht mehr einreisen und auch kein Ersatz durch die Vermittlungsagentur gefunden werden kann, wird die Betreuung zu Hause durch mobile Dienste abgesichert oder die Betreuung in einer Ersatzeinrichtung gewährleistet. Wir haben mit der OptimaMed Rehabilitationszentrum Hallein GmbH eine Ersatzbetreuungseinrichtung gefunden, die auch einspringt, wenn pflegende Angehörige aufgrund einer Covid-Erkrankung die Betreuung nicht leisten können“, so Schellhorn und sagt weiter: „Es gab in den vergangenen Wochen bis zu 25 Personen, die sich für eine solche Versorgung interessiert haben. Aufgrund der teilweise unsicheren Grenzsituation und mit längerer Dauer des Ausnahmezustands rechnen wir weiter mit entsprechenden Bedarfen in dieser Richtung“, so Schellhorn. Mit gestern hat die Ersatzbetreuungseinrichtung der OptimaMed Rehabilitationszentrum Hallein GmbH ihren Betrieb aufgenommen.“

Reha-Einrichtung SeneCura-Optamed: Betreuung für bis zu 52 Personen

In dieser Einrichtung können bis zu 52 Personen betreut werden, die nicht Covid-positiv sind, aber aufgrund von Covid-19-Ereignissen keine andere Betreuungsmöglichkeit mehr haben. „Die Einrichtung ist auch auf Personen mit hoher Pflegegeldstufe vorbereitet. Die Zuweisung in die Betreuung wird das Referat Pflege und Betreuung in der Sozialabteilung übernehmen“, so der Landeshauptmann-Stellvertreter Schellhorn weiter. „Wir sind uns sehr bewusst, dass es sich bei pflegebedürftigen Menschen hier großteils um Risikogruppen handelt, daher tun wir bestmöglich alles, um sie zu schützen.“

Durchtestung in Seniorenwohnhäusern

Darauf zielen auch die Durchtestungen in den Seniorenwohnhäusern ab, die auf Basis einer klaren Prioritätenreihung erfolgen: Getestet wurden bereits jene elf, die von Covid-19 am stärksten betroffen waren. Die Auswertungen liegen für sieben Häuser vor. Insgesamt sind 51 Covid-19-Fälle bei Bewohnerinnen und Bewohnern aufgetreten. Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Quarantäne (Stand Donnerstag, 23.4, 11.00 Uhr). Schritt 2 betrifft dann Häuser mit bisherigen Verdachtsfällen, insgesamt 47 Einrichtungen, die dann bis zirka 10. Mai getestet werden. Danach kommen, je nach Größe, die restlichen 17 Seniorenwohnhäuser an die Reihe, immer die aktuelle Lage im Blick, ob eine andere Einrichtung vorgezogen werden muss.

Hochwertige Schutzausrüstung

In Kooperation mit den Landeskliniken und dem Landeseinsatzstab wird weiterhin unter Hochdruck daran gearbeitet, die Einrichtungen bei der Versorgung mit hochwertiger Schutzausrüstung (FFP2-Masken, Schutzkittel und Mund-Nasen-Schutz) bestmöglich zu unterstützen. Das Land und die Gemeinden tragen die Kosten für diese Lieferung für Einrichtungen im Pflegebereich, stationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Soziale Dienste und Beratungseinrichtungen. „Ab sofort wird es fixe Verteiltermine für die Schutzausrüstung geben“, so Schellhorn. Diese werden vierzehntägig durchgeführt.  Am 27. April wird es nochmal eine Verteilaktion für die Einrichtungen der Grundversorgung und der Mindestsicherung geben, in der auch für jede Einrichtung in diesem Bereich 20 FFP2-Masken, 20 Schutzkittel und Mund-Nasen-Schutz entsprechend der Mitarbeiterzahl erfolgt. Auch die Beratungseinrichtungen erhalten Mund-Nasenschutz entsprechend der Mitarbeiterzahl. LK_200423_10 (ram/kg/mel)

Medienrückfragen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, Mobil: +43 664 8921060, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at und

Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum