Schrittweise zurück zu Regelbetrieb in den Spitälern

Medizinische Versorgung wird behutsam wieder hochgefahren / Corona-Patienten werden weiter bestmöglich behandelt
Salzburger Landeskorrespondenz, 27. April 2020

(LK) Die medizinische Versorgung wird in den Salzburger Krankenanstalten Schritt für Schritt wieder hochgefahren. Sicherheit hat dabei oberste Priorität. Parallel dazu bleibt die Covid-19-Versorgung weiterhin im notwendigen Ausmaß aufrecht. Dies sind die zentralen Eckpunkte der landesweiten Strategie für Spitäler für die kommenden Wochen, die sich an den Vorgaben des Gesundheitsministeriums orientiert.

„Viele Menschen warten schon dringend auf ihre geplanten und aufgrund der Corona-Krise verschobenen Behandlungen. Bei allen geplanten künftigen Maßnahmen hat Sicherheit oberste Priorität. Dies bedeutet, dass es weiterhin Einschränkungen geben wird, um die Einschleppung des Virus in die Krankenhäuser zu verhindern“, betont Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl, der heute gemeinsam mit SALK-Geschäftsführer Paul Sungler und Primar Richard Greil, dem Leiter des bisherigen landesweiten Krisenstabs Medizin Covid-19, die Versorgungsstrategie präsentierte.

Vorsorge für eine zweite Infektionswelle

„Die Covid-19-Vesorgung wird im notwendigen Ausmaß weiterhin aufrechterhalten. Dies betrifft vor allem das Covid-19-Akutspital auf dem Gelände des Uniklinikum Campus LKH, aber auch die Vorsorge für den Fall, dass in einer zweiten Infektionswelle weitere Kapazitäten der Versorgung notwendig sind“, so Christian Stöckl weiter.

Hochfahren der „normalen“ Versorgung

Auch während der ersten Infektionswelle und den damit verbundenen Beschränkungen war die akute medizinische Versorgung zu jedem Zeitpunkt gewährleistet. „Alle Patienten, die akut Hilfe benötigt haben, konnten behandelt werden und hatten keinerlei Einbußen hinsichtlich Qualität und Sicherheit zu befürchten. Unser Appell, bei akuten Beschwerden ärztliche Hilfe zu suchen, gilt nach wie vor. Die Beurteilung der Frage, welche Behandlungen akut erforderlich und geboten sind, lag schon bisher bei den einzelnen Kliniken und bei den behandelnden Ärzten“, betont Richard Greil. Das gleiche Prinzip gilt für das Wiederhochfahren des „normalen“ Krankenhausbetriebs: Die Entscheidung, welche Behandlungen und Therapien in welcher Reihenfolge jetzt nachgeholt oder durchgeführt werden, liegt bei den jeweiligen Spitälern und bei den Medizinern.

Corona betrifft alle Altersguppen

Eindrücklich warnte Greil davor, das Covid-19-Risiko auf betagte Menschen einzuschränken. „Auch junge Menschen können sehr schwer erkranken. Beträchtliche Langzeitfolgen auch bei einem milden Krankheitsverlauf sind möglich, es kann zu schweren Lungenveränderungen kommen. In Wirklichkeit gefährden die Jungen die Alten - medizinisch gesehen. Mit einer gegenseitigen Polarisierung ist hier niemandem gedient“, denn das führe zu einer Gesellschaft, in der man nicht leben möchte, so Greil.

Kooperation der Spitalsträger wird fortgesetzt

Die notwendige Aufrechterhaltung von Covid-19-Strukturen bedeutet, dass dafür Personal (Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger sowie administratives Personal) gebunden ist, das nicht für andere Aufgaben zur Verfügung steht. Das erfordert Flexibilität, die durch notwendige personelle Umschichtungen gewährleistet wird. Das bedeutet auch, dass die Kooperation der verschiedenen Spitalsträger zur Abstimmung der medizinischen Leistungen fortgesetzt werden muss. In einzelnen Bereichen müssen Patientinnen und Patienten daher auch weiterhin mit Wartezeiten rechnen.

Covid-19-Versorgung bleibt in notwendigem Ausmaß aufrecht

„Es ist völlig klar, dass wir uns auf Basis der aktuell sehr ermutigenden Zahlen nicht in trügerischer Sicherheit wiegen dürfen. Zudem befinden sich derzeit immer noch 74 Personen in Salzburg wegen Covid-19 in stationärer Behandlung. Es wäre fahrlässig, nicht für den Fall einer zweiten Infektionswelle vorbereitet zu sein. Daher haben wir hier wichtige Festlegungen für die Phase 2 getroffen, in die wir nun eintreten“, betont SALK-Geschäftsführer Paul Sungler. Das Covid-Haus am Uniklinikum Campus LKH wird weiterhin in dieser Funktion als zentrale Versorgung aufrechterhalten, an der alle medizinischen Leistungen für Covid-19-positiv Personen erbracht werden können. Es ist in dieser Form weiterhin unverzichtbar.

Für die Zukunft gut gerüstet

„Die bisherigen Planungen haben eindrucksvoll gezeigt, wozu unsere Expertinnen und Experten medizinisch und organisatorisch in der Lage sind. Über alle regionalen Grenzen und unterschiedliche Trägerschaften hinweg wurde eine Struktur aufgestellt, die uns die Sicherheit gegeben hat, dass wir mit dieser Pandemie bestmöglich umgehen können. Auch wenn wir Teile davon nicht in Betrieb nehmen mussten, haben wir doch ganz wesentliche Erkenntnisse gewonnen, die uns für die Zukunft die Gewissheit geben, gut gerüstet zu sein“, unterstreicht Christian Stöckl. Der Gesundheitsreferent des Landes dankt allen Beteiligten, die diese unglaublich fordernde und komplexe Aufgabe bisher mit Bravour bewältigt haben. Stöckl weiter: „Mein Dank gilt aber auch allen Trägern von Kliniken, Einrichtungen und Partnern im Salzburger Gesundheitssystem, die in dieser Ausnahmesituation bewiesen haben, dass die bestmögliche Gesundheitsversorgung der Salzburgerinnen und Salzburg unser wichtigstes gemeinsames Anliegen ist. Diesen Geist sollten wir uns auch für die Zeit nach der Krise erhalten!“

Aus Krisenstab wird medizinisches Management

Die medizinische Gesamtkoordination der landesweiten Covid-19-Maßnahmen wird weiterhin bei Primar Richard Greil liegen. Organisatorisch wird der bisherige Krisenstab Medizin Covid-19 in ein medizinisches Management unter der Leitung von SALK-Geschäftsführer Paul Sungler umgewandelt, nachdem eine klassische Stabsstruktur in der zweiten Phase der Pandemie in Salzburg aktuell nicht erforderlich ist. Im Bedarfsfall können die Stabsstrukturen und die erforderlichen Zusatzstrukturen jederzeit wieder aktiviert werden. LK_200427_21 (rb/kg/sm)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum