Seniorenwohnhäuser bereiten sich auf Besuche ab 4. Mai vor

Vorfreude auf Wiedersehen ist groß / Herausforderung für die Einrichtungen / Vorschriften zum Schutz der eigenen Familie
Salzburger Landeskorrespondenz, 27. April 2020

(LK)  Ab 4. Mai kann es grundsätzlich wieder Besuche in Salzburgs Seniorenwohnhäusern geben. Dabei müssen umfangreiche und strenge Auflagen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner beachtet werden. Die Träger und Betriebsführer der Häuser bereiten sich schon auf das Besuchsmanagement vor und suchen nach unterschiedlichen Lösungen für die verschiedenen Rahmenbedingungen der Häuser. Die Freude auf ein Wiedersehen der Angehörigen mit ihren Familien ist jedenfalls schon groß.

„Auch für Menschen in Seniorenwohnhäusern wird es nun zu Lockerungen kommen. Das war mir persönlich wichtig, weil der soziale Kontakt und die Familie zu sehen, eine wirklich große Sehnsucht war und ist. Wesentlich ist, dass sich alle Angehörigen an die strengen Auflagen in den Häusern halten“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, zuständig für Pflege und Betreuung.

Gemeindeverband: Große Aufgabe für das Personal

Stellvertretend für die Gemeinden als Träger von Seniorenwohnhäusern spricht der Salzburger Gemeindeverbands-Präsident Günther Mitterer von „großen Herausforderungen sowohl für Personal als auch in Sachen Infrastruktur. Jedes Haus ist anders. Es müssen Räume umgestaltet und Platz für einen kontrollierten Ablauf geschaffen werden. Es braucht klare Anweisungen und mehr Personal, das sich um den Besucherdienst kümmert und darauf achtet, dass die Hygienevorschriften und Verhaltensregeln eingehalten werden“, so Mitterer, der auf die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums verweist.

Hilfswerk: Einmal pro Woche Besuch

Das Hilfswerk hat bereits alle Angehörigen von Bewohnerinnen und Bewohnern seiner sieben Häuser informiert. Ein Besuchsmanagement wird eingerichtet, Zivildiener sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dafür vorgesehen. Eigene Räume für die Besuche werden vorbereitet und zum Beispiel mit Plexiglastrennwänden ausgestattet. Auch eigene Plätze im Garten sind eine Möglichkeit, die angedacht wird. „Bei einer eigens einzurichtenden Anmeldestelle wird bei den Besucherinnen und Besuchern Temperatur gemessen. Sie müssen ein Formular ausfüllen und bestätigen, dass sie in den vergangenen 14 Tagen nicht krank waren. Geplant sind Besuche von maximal 30 Minuten mit einer Schicht am Vormittag und einer am Nachmittag. Ziel ist es, dass jeder Bewohner und jede Bewohnerin einmal pro Woche Besuch bekommen kann“, erklärt Daniela Gutschi, Geschäftsführerin der Hilfswerk-Landesgeschäftsstelle Salzburg.

Senecura: Freude auf ein Wiedersehen ist schon groß

Auch der Pflegedienstleister Senecura, der im Land Salzburg fünf Häuser führt, verweist auf individuelle Lösungen, die je nach Bestand des Hauses unterschiedlich gestaltet sein werden. Zum Beispiel könnte eine Besuchszone eingerichtet werden, in der Bewohner und Patient durch eine Plexiglaswand getrennt sind und über eine bestehende Freisprecheinrichtung verbunden werden können. Auch der Platz um den Windfang in den Eingangsbereichen kann da und dort verwendet werden. Terminplanung und Begleitung wird durch das Personal erfolgen. Dabei wird genau auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen geachtet. Die Bediensteten kontaktieren schon diese Woche die Angehörigen, um Termine zu vereinbaren. Die ersten Besuche sollen im Lauf der nächsten Woche stattfinden. „Die Freude auf ein Wiedersehen der Angehörigen mit ihren Familien ist jedenfalls schon groß. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, wie wir das in unseren Häusern wieder ermöglichen können“, so Michaela Schrumpf, Regionaldirektorin für Salzburg.

Rotes Kreuz: Wichtige Sozialkontakte wieder intensivieren

„Seit der Schließung der Seniorenwohnhäuser haben wir uns Gedanken gemacht, wie der Kontakt aufrechtzuerhalten ist. Bisher haben wir dies mit Telefonaten via Tablets oder WhatsApp ermöglicht. Eine gangbare Überbrückung waren auch Balkongespräche aus der Ferne“, so Rot-Kreuz-Landesgeschäftsführerin Sabine Kornberger-Scheuch. „Die angekündigte Öffnung hilft allen, die wichtigen Sozialkontakte wieder zu intensivieren. Das Verständnis für die jetzigen Maßnahmen aller Beteiligten ist groß, denn nach wie vor sind unsere höchsten Anliegen die Gesundheit und der Schutz unserer Bewohnerinnen und Bewohner.“ LK_200427_50 (grs/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum