Salzburg baut seine Breitbandversorgung weiter aus

Lokalaugenschein in Köstendorf / Schnelles Internet und das flächendeckend / „Lücken“ bis Ende Mai melden
Salzburger Landeskorrespondenz, 17. May 2020

(LK)  Home Office, daheim lernen, Videokonferenzen – die Corona-Pandemie hat deutlich wie selten zuvor gezeigt, dass schnelles Internet die Menschen verbindet und im Job für mehr Möglichkeiten sorgt. „Eine gute Anbindung bringt die Salzburgerinnen und Salzburger in den ländlichen Regionen näher an den Zentralraum, Gleichberechtigung und Chancengleichheit sind dadurch möglich. Wir sind in Salzburg gut aufgestellt, aber werden noch besser“, betont Landesrat Josef Schwaiger.

 

Ein vernünftiger Mix aus Bundes- und Landesförderungen soll für die Schließung der letzten Versorgungslücken sorgen. „Insgesamt wurden bereits 15 Millionen Euro für Salzburg bereitgestellt und fließen in die laufenden Projekte. In mehr als 85 Gemeinden werden rund 400 Glasfaserzugangspunkte (Festnetz und Mobilfunk) realisiert“, so Landesrat Josef Schwaiger. Und er fügt hinzu: „Für mich sind diese Datenautobahnen genau so wichtig wie jede andere Infrastruktur. Sie bieten den Menschen ähnliche Berufsmöglichkeiten, egal wo man lebt. Wer unser Land kennt, weiß: Viele kleine Ortschaften und Ortsteile, sie alle müssen gut versorgt werden.“ In den Lungau floss bis dato an Bundesförderungen zirka eine Million Euro, im Pinzgau und Pongau sind es vier Millionen Euro und im Zentralraum, also insbesondere im Flachgau und im Tennengau, mehr als zehn Millionen Euro.

11,7 Kilometer Kabel für Köstendorf

Derzeit gibt es in Salzburg mehr als 30 Projekte, die für eine bessere Breitbandanbindung sorgen. Eines davon ist Köstendorf: Seit rund zwei Monaten werden hier insgesamt rund 11,7 Kilometer Kabel verlegt, um 100 Objekte - hauptsächlich Privathaushalte und einige Firmen - mit modernster Dateninfrastruktur zu versorgen. Im Ortsteil Tödtleinsdorf wartet die Krankenpflegeschülerin Christine Rieder schon sehnsüchtig auf die Fertigstellung, denn: „Ich bin jetzt im Home-Schooling und letztens hat es mich bei Prüfungen ‚heraus geschmissen‘.“ Und auch ihr Vater Alfred hofft, ab der Fertigstellung Ende Juni noch mehr von zuhause aus arbeiten zu können: „Derzeit dauert die Übermittlung einer technischen Zeichnung eine dreiviertel Stunde. Und daher musste ich immer wieder ins Büro fahren.“ Die Baustelle in Tödtleinsdorf ist Teil eines Gesamtprojekts, das von Köstendorf über Schleedorf bis nach Seekirchen reicht. Es ist auf drei Jahre anberaumt und kostet 3,1 Millionen Euro. Die Bewohner von insgesamt 550 Objekten werden hier vom Datenhighway im nordöstlichen Flachgau profitieren. Insgesamt werden mehr als 48 Kilometer Kabel verlegt.

Förderungen für Unternehmen

Um sozusagen die letzten Winkel im Bundesland mit den Datenautobahnen zu erreichen, verfolgt das Land Salzburg seit 2016 die Breitbandstrategie. „Einerseits gibt es die Förderung für Unternehmen bei der Errichtung von Glasfaseranschlüssen (FTTH). 134 Projekte gibt es, in die die Betriebe 1,5 Millionen Euro investiert haben. 700.000 Euro kamen vom Land“, rechnet Fabian Prudky, Breitbandbeauftragter des Landes Salzburg.

Breitband auch für Privathaushalte

Um auch wirklich jedes Wohnobjekt bestmöglich anzubinden, werden Glasfaseranschlüsse und KTV-Verbindungen sowie sehr vereinzelt alternative Technologien wie Richtfunk auch für Privatpersonen vom Land Salzburg gefördert. 60.000 Euro gab es dafür bisher an Unterstützung, 60 Anträge wurden eingereicht. „Zusätzlich haben wir uns entschlossen, bei der Bundesförderung noch aufzustocken, um auch wirtschaftlich nicht so attraktive Regionen zu erreichen“, so Landesrat Schwaiger. Hier werden vom Land rund 800.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Beispiel Glasfaserausbau Haunsbergrücken

Wie ländlich und charakteristisch manche Regionen in Salzburg sind, zeigt auch das aktuelle Projekt „Glasfaserausbau Haunsbergrücken“. Die Anbindung kommt in diesem Fall möglichst flächendeckend direkt ins Haus – genau gesagt zu rund 1.000 potenziellen Kundenanlagen. In etwa zwei Jahren soll das Projekt abgeschlossen sein.

Breitbandumfrage noch bis Ende Mai

Dieses Bündel an Fördermaßnahmen plus die privaten Investitionen sowie jene der öffentlichen Hand haben Salzburg auf einen Spitzenplatz bei der Breitbandversorgung gebracht. „Es gibt noch ein paar lokale Lücken, die die Salzburger am besten kennen. Diese erheben wir durch eine Umfrage, die seit März läuft. 330 Rückmeldungen haben wir bereits erhalten, vor allem aus dem Flachgau. Bis Ende Mai haben alle noch die Gelegenheit, das unkomplizierte Online-Formular auszufüllen und uns damit zu helfen, noch besser zu werden“, fordert Prudky zum Mitmachen auf.

Der direkte Weg zu Breitbandumfrage

Beteiligen kann sich an der aktuellen Breitbandumfrage des Landes jeder. Das Online-Formular ist einfach aufgebaut, ist in ein paar Minuten ausgefüllt. Und hier ist der direkte Draht zur Erhebung: www.salzburg.gv.at/breitband. LK_200517_70 (mel/kg)

Medienrückfragen: Michael Rausch, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 2640444, E-Mail: michael.rausch@salzburg.gv.at

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum