Psychiatrische Behandlung zu Hause wirkt

Dauer der Klinikaufenthalte um 80 Prozent reduziert
Salzburger Landeskorrespondenz, 08. June 2020

(HP)  Was im Frühjahr 2018 als Modellversuch begann, entwickelte sich in den vergangenen beiden Jahren zu einem Erfolgsmodell: Mobile Teams der Uniklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (Uniklinikum Campus CDK) und der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach betreuen über die Integrierte Versorgung Salzburg (IVS) Menschen mit psychischen Krankheiten in deren eigenen vier Wänden. „Unser Ziel war es, die Bevölkerung noch besser zu versorgen und die Spitäler zu entlasten. Diese Vorgaben konnten mehr als erfüllt werden“, freut sich Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Seit dem Jahr 2018 wurden die Strukturen für die IVS kontinuierlich ausgebaut, die Finanzierung ist durch das Land sichergestellt. Zudem wurde die tagesklinische Versorgung in den Spitälern ausgebaut. Auch dadurch soll den Patientinnen und Patienten eine einfachere und raschere Rückkehr in den Alltag ermöglich werden.

Drehtüreffekt verringert

Die Gesundheitsabteilung und die Sozialabteilung des Landes haben IVS in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit den Spitälern und den Sozialversicherungen erarbeitet: „Durch die tagesklinische und häusliche Versorgung sollte der sogenannte Drehtüreffekt verringert und verhindert werden“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und Sozialreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. „Für die Zukunft hat mir Generaldirektor Bernhard Wurzer von der Österreichischen Gesundheitskasse signalisiert, dass die Anstrengungen zur Besetzung von psychiatrischen Stellen im niedergelassenen Bereich verstärkt werden. Dadurch wird das Konzept der IVS noch attraktiver und stimmiger“, so Stöckl.

Weniger Klinik, mehr Selbstbestimmung

Insgesamt wurden 174 Patientinnen und Patienten betreut – 107 in der Versorgungsregion Stadt Salzburg, Flachgau, Tennengau und 67 in der Versorgungsregion Pongau, Pinzgau, Lungau. „Es konnte die Dauer von stationären Aufenthalten, von Patientinnen und Patienten, die durch die IVS betreut wurden, um 80 Prozent reduziert werden – von durchschnittlich 73 Tagen auf 16 Tage nach dem Einschluss in die IVS“, berichtet Wolfgang Aichhorn, Vorstand der Uniklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Besonders erfreulich sei auch, dass die Zahl der Unterbringungen für diese Gruppe um 70 Prozent reduziert werden konnte, ergänzt Marc Keglevic, Primar der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Kardinal Schwarzenberg Klinikum: „Das heißt, nicht nur die Zahl der Aufnahmen insgesamt, sondern auch die Aufnahmen gegen den Willen der Betroffenen können durch die IVS deutlich reduziert werden.“

Lebensqualität steigt

Zudem ergebe die Auswertung der Psychodiagnostik deutlich positive Befunde, wie die beiden Psychiater erklären: „Der allgemeine Gesundheitszustand verbessert sich signifikant. Auch die Lebensqualität und das ‚Funktionsniveau‘ unserer Patientinnen und Patienten steigen tendenziell an.“ Die inzwischen gut etablierte Struktur der IVS habe sich gerade in den vergangenen Wochen und Monaten von unschätzbarer Bedeutung in der Behandlung von Personen mit psychischen Krankheiten bewährt. LK_200608_60 (sm/mel)

  

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Redaktion: Landes-Medienzentrum